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Santaman - Patron der Gerechtigkeit

Rezension von Martina Klein

 

Auf der Buchrückseite steht:

 

„Wer ist der Weihnachtsmann?!

Auf der ganzen Welt glaubt man ihn zu kennen, aber nur wenige haben ihn je wirklich zu Gesicht bekommen - und noch wenigere würden das zugeben. Um den Weihnachtsmann ranken sich viele Legenden, seine wahre Geschichte erzählt Daniel Nikoi Djanie in seinem ironischen Erstlingswerk Santaman. Der altehrwürdige Rauschebart kommt hier als schlagkräftiger Superheld daher. Von wegen "Stille Nacht, heilige Nacht"! Unter der roten Zipfelmütze verbirgt sich ein grimmiger Schutzpatron, der sich die Schurken der Welt zur Brust nimmt.“

 

Und auf der Internetseite vom Ehapa-Verlag heißt es dazu weiter:

 

„Ein Held mit Zipfelmütze

Bösewichte, nehmt euch in Acht! Wie zum Beispiel die mysteriösen Illuminager unter der Führung des erzschurkischen Lord Beaver. Sie terrorisieren das friedliche Städtchen Philanthroppolis und es scheint, als könne sie niemand aufhalten. Die Polizei ist hilflos. Dies ist die Stunde von SANTAMAN!“

 

... Und dabei gilt: „Einmal im Jahr ist nicht genug!“ So übt Santaman seine Berufung in diesem Comic nicht etwa nur einmal im Jahr aus. Nein! Entgegen der landläufigen Meinung hat er das ganze Jahr über alle Hände voll damit zu tun, die Welt vor dem Bösen zu bewahren. So z.B. auch vor besagtem Lord Beaver, dem schrecklich bösen und leicht übergewichtigen Anführer der Illuminager, einer Armee von aufgestachelten Nagetieren.

 

Lord Beaver versucht, unterstützt von seinen kleinen, alles annagenden Freunden, die Weltherrschaft zu erlangen – und zwar mit Hilfe von „einem ztarken Gebizz und gezundem Zahnfleisch“, um den herrlich lispelnden Lord Beaver zu zitieren. Vor langer Zeit war Lord Beaver noch Dr. Jonathan Bockert, ein ehrgeiziger Arzt und Wissenschaftler, der mittels gewagter Zahntransplantationen Menschen in Kampfmaschinen verwandeln wollte – so kam er auch zu seinem eigenen Biber-Gebiss. Da er mit seinen innovativen Ideen bei seinen Forscher-Kollegen nicht auf Gegenliebe stieß, und man ihn in Unehren seines Postens in der Wissenschaft verwies, verlor er den Verstand und wurde zu ebenjenem erzbösen Lord Beaver.

 

Nun bedroht er mit seinen kleinen, pelzigen Anhängern die idyllische Stadt Philantropolis, bekannt für ihre Gastfreundschaft und Gewinner des „Abrahams-Schoß-Awards“ (netter Wortwitz!).

 

Denn jetzt scheint die Stadt vom Pech verfolgt, es kommt vermehrt zu Unfällen „wegen Materialermüdung“ – will heißen: Heimlich und ungesehen gehen die Illuminager um und knabbern alles an, was nicht niet- und nagelfest ist. Als Folge davon erleiden Leute Unfälle, da ihre Stühle unter ihrem Gewicht zusammenbrechen, und stürzen sogar ganze Gebäude in sich zusammen.

 

Die Bürgermeisterin der Stadt bittet Santaman um Hilfe. Dieser ist auch sogleich zur Stelle und schnell Lord Beaver auf der Spur. So stehen sie sich schon bald Auge in Auge gegenüber. Zunächst sieht es so aus, als hätte Santaman ein leichtes Spiel gegen den bösen Nager. Er lässt ganz den Weihnachtsmann raushängen, und so soll Lord Beaver zur Strafe, weil er alles andere als brav gewesen war, ein Lied vorsingen oder ein Gedicht aufsagen – sonst könne ihm jetzt nichts mehr helfen...!

 

Doch dann greift die Nagerarmee Lord Beavers an und das Blatt wendet sich unversehens – die Lage scheint ausweglos für Santaman! – bis plötzlich Donovan „Old“ McGee erscheint, ein berühmt-berüchtigter Pelzjäger („Immer zur Stelle, wenn es haarig wird!“ – also hier bei den kleinen Pelztierchen genau richtig!), ebenfalls ein recht ungewöhnlicher „Superheld“ und guter Freund von Santaman. Gemeinsam gelingt es ihnen, die kleinen Nager zu besiegen und somit die Welt ein weiteres Mal vor dem Bösen zu retten. Zur Belohnung für seinen mutigen Einsatz für die „gute Sache“ verteilt Santaman Geschenke an den alten McGee, wodurch bei dem am Ende eine fast weihnachtliche Stimmung herrscht...

 

Dieser pünktlich zur Weihnachtszeit 2006 erschienene Comic ist eine wirklich außerordentlich gelungene Kreuzung zwischen einem herkömmlichen Superhelden-Comic und einer Weihnachtsgeschichte - und zugleich eine echt coole Persiflage auf beide Genres!

 

So lernen wir z.B. den wahren Alptraum eines jeden Superhelden kennen: Tauben in der Flugbahn! Da kann man, wenn man sich gerade elegant durch die Lüfte seinem Feind entgegen schwingen will, ganz schön ins Schlingern geraten! Eben ein echter Alptraum...

 

Grafik:

 

Die Zeichnungen sind sehr schwungvoll und stilsicher und haben viel Tiefe. Letzteres kommt durch eine einfache und doch äußerst effektvolle Technik mit unscharfen Hintergründen und scharfen Vordergründen (die Bilder wirken dadurch z.T. fast wie Fotos). Auch die Farben sind toll und unterstützen diese Dreidimensionalität noch.

 

Fazit:

 

Unbedingt lesenswert – und das nicht nur zur Weihnachtszeit! Der Comic sprüht geradezu vor witzigen Ideen und ist keine Sekunde lang langweilig!

 

Eure Meinung:


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Comic:

Santaman - Patron der Gerechtigkeit

Einzelband

Autor & Zeichner: Daniel Nikoi Djanie

Verlag: Ehapa Comic Collection

Format: Softcover

Sprache: Deutsch

Seitenzahl: 48

ab 12 Jahren

ISBN: 3-7704-6606-3

Erhältlich bei Amazon


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Erstellt: 14.12.2006, zuletzt aktualisiert: 16.10.2017 21:18