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Schattenkult von Robert Corvus

Rezension von Christel Scheja

 

Robert Corvus ist das Pseudonym des gelernten Wirtschaftsinformatikers Bernd Robker, der auch unter dem Namen Bernhard Craw viele Romane für „Das Schwarze Auge“ und „Battletech“ verfasste. In der allgemeinen SF und Fantasy konnte er sich durch seine Serie um die „Schattenherren“ etablieren. Nun ist mit „Schattenkult“ ein Einzelroman erschienen, der aber durchaus auch fortgesetzt werden könnte.

 

Das geheimnisvolle und mächtige Orakel lädt zum Fest des dreifachen Neumondes neun Gesandtschaften in seinen Regenbogenpalast, aber nur einer davon wird er Antworten auf ihre Fragen geben.

Dementsprechend dramatisch gestaltet sich der Wettkampf zwischen den einzelnen Gruppen, denn jeder hat ein Interesse daran, Antworten auf wichtige Fragen zu erhalten.

Zu den Abgesandten gehört auch die Baroness Bentora, die den Schattenkult vertritt, eine Religion, die ihre Diener und Gläubigen mit Grausamkeit und Gewalt beherrscht, denn nur wer bereit ist, die Götter zu verlachen und verspotten, die Schwachen zu versklaven und größte Opfer zu bringen, kann es in dieser Gemeinschaft zu etwas bringen. Sie selbst hat genug getan, um zu einer Unsterblichen zu werden.

Größter Rivale um die Gunst des Orakels ist Gûndûr, der Sohn des Stiergottes, der sich die Chance auch nicht nehmen lassen will. Doch es sind mehr seine Diener und Priester, die zu intrigieren wissen.

Tynay, eine Tochter der Wüste gehört zum Gefolge der Baroness. Obwohl sie nicht freiwillig in den Kult gekommen ist, lernt sie in dieser ersten Mission außerhalb des Tempels, in dem sie geschult wurde, worauf es wirklich ankommt.

Wie gut sie die Lehren verinnerlicht hat und sich der Finsternis öffnen kann, muss sie in dem Moment beweisen, in dem das Unvorhergesehene geschieht und nicht nur die Mission, sondern auch ihr Leben in Gefahr bringt...

 

„Schattenkult“ mag zwar auf der gleichen Welt spielen wie die „Schattenherren“, hat aber nicht viel mit der Reihe zu tun, so dass die Geschichte ohne Vorwissen gelesen werden kann, auch wenn es die ein oder andere kleine Anspielung für Fans gibt.

Robert Corvus beschränkt sich dabei bewusst auf einen Schauplatz und einen sehr engen Zeitrahmen. Die Ereignisse spielen sich alle innerhalb einer Nacht ab. Das sorgt allerdings auch dafür, dass er manchmal den Zufall bemühen muss, um seine Hauptfiguren in die richtige Position zu bringen und gelegentlich die Geschehnisse etwas zu raffen, es sorgt aber auch dafür, dass die Handlung actionreich und spannend bleibt.

Wie schon auf dem Klappentext und der Inhaltsangabe angedeutet, geht es sehr brutal in der Geschichte zu. Die Helden und ihre Gegenspieler schenken sich nichts, da wird gemordet und geprügelt, Kraft gewinnen gerade die Anhänger des Schattenkultes nur durch Grausamkeit und Gewalt. Daher sollten Leser mit etwas zartbesaiteterem Gemüt besser die Finger von dem Buch lassen.

Durch den engen Rahmen haben natürlich auch die Figuren nicht die Zeit, sich angemessen zu entwickeln. Der Autor beschränkt sich bei der Charakterisierung auf das Allernotwendigste und greift gelegentlich auch auf Archetypen zurück. Einzig Tynay gewinnt als zentrale Figur etwas mehr Profil und bleibt von Anfang bis Ende interessant, auch wenn sie wie die anderen zunächst erst einmal den klassischen Klischees folgt. Auch das stellenweise ziemlich altbackene Frauenbild mag der ein oder anderen Leserin Unbehagen bereiten.

Alles in allem ist die Handlung ebenfalls nicht so überraschend, wie man denken mag. Es ist von Anfang an klar, dass die wenigsten Helden bis zum Ende leben werden – einzig die Frage, wer wann und wie stirbt, sorgt für Spannung. Dazu kommt ein guter Schuss an hartem Sex und jede Menge Action.

Der Roman selbst ist gefällig geschrieben, es gibt keine Längen, aber man sollte weder eine tiefgründige Geschichte noch ausgefeilte Figuren erwarten.

 

„Schattenkult“ dürfte vor allem die Leser ansprechen, denen schon die „Schattenherren“-Trilogie gefallen hat und die wirklich nicht mehr als eine Handlung mit ordentlich viel Action, Blut und Gewalt in jeglicher Form erwarten und sich zudem noch keine weiteren Gedanken über die Welt und die Figuren machen wollen.

 

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Buch:

Schattenkult

Autor: Robert Corvus

Taschenbuch, 380 Seiten

Piper, Mai 2014

 

ISBN-10: 3492269788

ISBN-13: 978-3492269780

 

Erhältlich bei: Amazon

 

Kindle-ASIN: B00GZL76DW

Erhältlich bei: Amazon Kindle-Edition

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Erstellt: 07.09.2014, zuletzt aktualisiert: 06.11.2018 10:06