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Schattenreiter von Sarah Nikolai

Rezension von Carina Schöning

 

„Schattenreiter“ ist der erste Romantic-Fantasy Roman der deutschen Autorin Sarah Nikolai, die schon seit einigen Jahren unter anderen Namen erotische Romane für Erwachsen und historische Liebesromane schreibt.

 

Die 21-jährige Berlinerin Jorani verlässt erstmals ihre Heimatstadt, um ihre amerikanischen Wurzeln zu entdecken und die Familie ihres Vaters in South Dakota zu besuchen. Kaum dort angekommen, macht sie schnell Bekanntschaft mit dem American Way of Life und erlebt als moderne Großstädterin einen gewaltigen Kulturschock. In der ländlich gelegenen Kleinstadt Calmwood betreibt ihre Tante Abigail das kleine Café "Desert Spring", in dem Jorani während ihres Urlaubes zeitweise aushilft. Schon am ersten Tag läuft sie dabei dem gut aussehenden Naturburschen Rin über dem Weg und hilft ihm bei einer pikanten Angelegenheit. Ausgerechnet über der Leiches eines toten Hundes kommen sich die beiden gegensätzlichen Charaktere näher und während Jorani schnell von dem hübschen Indianer fasziniert ist, nennt der sie anfangs nur abfällig Stadtmädchen und macht sich mehr oder weniger lustig über ihren harten Akzent und ihrer Sichtweisen zu Natur und Gesellschaft. Natürlich fühlt er sich insgeheim auch zu der schönen Deutschen hingezogen, doch seine geheimnisvolle Herkunft steht für immer zwischen ihnen. Rin ist ein Kentaur und kann sich mittels indianischer Magie in ein Mischwesen von Mensch und Pferd verwandeln. Eine Beziehung zu einem gewöhnlichen Menschen ist in seinem Volk verpönt, einige werden deswegen sogar ausgestoßen und sind dann für immer an ihre menschliche Gestalt gebunden.

 

„Schattenreiter“, der erste phantastische Roman der deutschen Autorin, ist ein klassischer Romantic Fantasy Titel, neudeutsch auch Romantasy genannt, und richtet sich in erster Linie an die weiblichen Leser mit einem Faible für Romantik und dramatischen Lovestories. Im Mittelpunkt der Handlung steht natürlich das ungleiche Pärchen, das nicht nur gegen die gängigen Vorurteile gegenüber Indianer, sondern auch andersherum gegen gewöhnliche Menschen zu kämpfen hat. Zudem gibt es in der Kleinstadt auch eine streitlustige Jugendgang sowie den Kentauren und Menschenjäger Kronn, die ihnen das Leben und Lieben schwer machen. Abgesehen von den magischen Wesen, steckt ansonsten wenig Phantastisches in der Handlung, die insgesamt eher geradlinig ausfällt und nur wenige Überraschungen bietet. Die Figuren sind dabei leider ein wenig schablonenhaft und oberflächlich gezeichnet. Gerade Jorani nimmt man ihr wahres Alter nicht wirklich ab. Durch ihre zaghafte, verspielt-naive Art wirkt sie stellenweise eher wie ein unreifes Aupair-Mädchen, statt eine erwachsene Frau kurz vorm Studium. Die rosarote Brille sitzt fest und statt konkrete Pläne für ein Leben mit dem ungewöhnlichen Gefährten zu spinnen, hängt sie lieber ihren romantisch-verklärten Gefühlen nach. Natürlich darf hierbei ein wenig Erotik auch nicht fehlen und Jorani und Rin genießen im Laufe der Handlung wenige Stelldicheins, die im Vergleich mit der Paranomal Romance-Konkurrenz aber sehr brav und harmlos ausfallen, so dass selbst jüngere Leserinnen nicht von allzu drastischen oder ausführlichen Darstellungen verschreckt werden. Auch sprachlich orientiert sich der Roman eher an ein jüngeres Publikum. Die Handlung ist aus der Sicht von Jorani geschrieben, die locker-flockig und zum Teil auch sehr melodramatisch von ihrer verzweifelten Liebe zu Rin erzählt. Gut gelungen sind hingegen der indianische Hintergrund und die ausführlichen Beschreibung der verschiedenen Rituale und Traditionen des Stammes.

 

Insgesamt ist „Schattenreiter“ daher eine kurzweilige Romantic Fantasy Geschichte für jüngere Leserinnen und Einsteiger ins Subgenre. Wer nach den erfolgreichen „Twilight“ Romanen von Stephenie Meyer ähnlich romantisch-naiven Lesestoff sucht, wird hier bestens bedient werden.

 

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Roman:

Schattenreiter

Autorin: Sarah Nikolai

Ullstein, Mai 2010

Taschenbuch, 319 Seiten

ISBN-10: 3548282121

ISBN-13: 978-3548282121

 

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 13.05.2010, zuletzt aktualisiert: 18.01.2019 08:39