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Schattenwanderer von Alexey Pehov

Reihe: Die Chroniken von Siala, Bd. 1

Rezension von Christel Scheja

 

Russische Fantasy scheint sich seit den „Wächter“-Romanen steigender Beliebtheit in Deutschland zu erfreuen. Dabei verleugnen die Autoren, auch wenn sie sich der High-Fantasy zuwenden, nicht ihren eigenen Hintergrund. Das zeigt sich auch in Alexey Pehovs „Chroniken von Siala“. Der 1978 geborene Moskauer ist eigentlich studierter Mediziner, hat sich dann aber dem Schreiben von Science Fiction und Fantasy zugewandt .

„Schattenwanderer“ ist sein erster in Deutschland erscheinender Roman.

 

Bisher war er nur eine Legende aus dunkler Vorzeit, doch nun ist der „namenlose Schrecken“ erwacht und hat eine Armee aus Giganten, Ogern und anderen schrecklichen Kreaturen in Bewegung gesetzt, um die Länder der Menschen, Elfen und Zwerge zu verstören. Vor allem die Oberen der Stadt Avendum sind in heller Aufregung, denn das erste Ziel werden sie sein. Nun ist guter Rat teuer, denn nicht einmal die Gilde der Magier hat genug macht, um den Finsteren und seine Schergen aufzuhalten.

Deshalb setzen sie all ihre Hoffnung in den Meisterdieb Garrett. Er soll in die „Verbotene Zone“ der Stadt eindringen und dort nach einem buch suchen, dass die Rettung bringen können. Doch das von einer hohen Mauer umgebene Viertel ist nicht ohne Grund für alle Lebenden verschlossen.

Dort regieren nach einem Krieg, der vor mehren hundert Jahren stattfand, die Toten. Jeder Lebende, der sich an diesen Ort wagt spielt deshalb damit, zu sterben, denn nichts schätzen die Untoten mehr als das Leben.

Garrett der zunächst eigentlich ablehnen will, überlegt es sich doch anders, denn die Argumente der Magier sind überzeugend genug. Was hat er von seinem Ruhestand, wenn er diesen nicht genießen kann. Also lässt er sich auf die gefährliche Mission ein und muss schon bald feststellen, dass auch jemand anderes davon weiß und nun ständig versucht ihn mit aller Gewalt aufzuhalten. Doch genauere Nachforschungen zu unternehmen ist unmöglich, denn die Zeit drängt...

 

Auch wenn Elfen und Zwerge, Tiermenschen und andere Wesen das Buch bevölkern, so erweist sich Schattenwanderer doch nicht als ganz so verspielt wie die westliche Fantasy. „Die Chroniken von Siala“ sind realistischer, erdverbundener und nüchterner, der Held erinnert mit seinem Zynismus sogar ein wenig an „Geralt von Riva“ aus den Romanen von Andrzej Sapkowski.Die Welt, die Pehov vorstellt ist schmutzig und düster, jede Figur sich selbst die nächste und die Magie auch nicht der Heilsbringer in der Not wie in anderen Werken.

So entsteht eine ungewohnte Atmosphäre, die ein wenig darüber hinweg täuscht, dass der Roman doch recht konventionell erzählt wird. Mehr oder weniger freiwillig lässt sich der nichtmagische Held zu einem waghalsigen Unterfangen überreden und steckt am Ende mitten in einer Sache, aus der er auch nach der Erledigung seines Auftrages nicht mehr so einfach heraus kommt wie er eigentlich möchte.

Und natürlich hat er auch einen unsichtbaren Gegenspieler, der ihm wahrscheinlich auch noch in den kommenden Bänden zu schaffen machen wird.

Das alles wäre verschmerzbar, würde Pehov nicht ganz so behäbig erzählen. Stellenweise kommt der Roman kaum voran, da er sich zu sehr in Details und Einzelheiten ergeht. Da es ihm auch nicht gelingt, den Figuren Tiefe zu verleihen, fehlt es dem Buch etwas an Spannung und Intensität – auch wenn für Action gesorgt ist.

 

Alles in allem erweist sich „Schattenwanderer“, der erste Band der „Chroniken von Siala“ als solides Fantasy-Abenteuer, das zwar etwas zu langsam geschrieben ist, aber nicht so langatmig wie Fantasy aus dem Osten sonst. Vor allem Fans der „Hexer“-Romane werden ihren Spaß an der Trilogie haben.

 

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Schattenwanderer

Autor: Alexey Pehov

Reihe: Die Chroniken von Siala, Bd. 1

Paperback, Klappbroschur, 559 Seiten

Piper, erschienen April 2010

Übersetzung aus dem Russischen von Christiane Pöhlmann

Titelbild von Oliver Wetter, Motiv LadyNightVamp

ISBN-10: 3492701868

ISBN-13: 978-3492701860

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 24.06.2010, zuletzt aktualisiert: 16.05.2019 16:21