Schneewanderer (Autorin: Catherine Fisher)
 
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Schneewanderer von Catherine Fisher

Rezension von Christian Endres

 

Zwischen 1993 und 1996 erschien Catherine Fishers Snow-Walker-Trilogie im Original in drei Einzelbänden, ehe sie 2003 noch einmal in einem dicken Sammelband aufgelegt wurde. Diesen präsentiert Heyne nun auch auf Deutsch in wunderschöner Aufmachung als Hardcover mit frostig-schönem Coverdesign in edlem Silber und gediegenem Blau, während im Innenteil des Schmökers alle drei Teile der Fantasy-Saga aus dem ewigen Eis auf über 650 Seiten Platz finden.

 

All-age Fantasy hat spätestens seit Harry Potter und dem wiederauferstandenem Narnia-Franchise Hochkonjuktur. Kein Wunder also, dass Verleger und Herausgeber nach weiteren Geschichten und Büchern suchen, mit denen sie eine möglichst breite Zahl Leser ansprechen können, dabei aber vor allem auch Unterhaltung für ein jüngeres Publikum bieten, das damit an das Genre, eine Serie, einen Autor oder einen Verlag und ein Label gebunden wird, nachdem es zuvor im Idealfall über Potter & Co. angefixt wurde und auf den Geschmack gekommen ist.

 

So bietet dann auch Fishers »Schneewanderer« gleich zu Beginn genügend jugendliche Identifikationsfiguren, die den Einstieg und die Bindung mit der Geschichte erleichtern sollen. Dazu gesellen sich schnell allerhand Rätsel und Geheimnisse, politische Intrigen, die Magie der Schneewanderer und natürlich ein bitterkaltes Setting im Norden der Welt, derweil Fishers Trilogie vor allem durch eine knackige Atmosphäre und einen flüssigen Schreibstil überzeugt. Ein bisschen Märchen, ein bisschen High Fantasy, ein bisschen nordische Mythologie und Sagenwelt - die Mischung ist durchaus bewährt und gefällig, wird in Fishers Trilogie aber nicht ausnahmslos flüssig zusammengemischt oder gar für eine knackige Fantasy-Erzählung vor exotisch kalter Kulisse genutzt.

 

Was vor allem daran liegt, dass Fisher bestenfalls nur an der Eisoberfläche ihrer Welt und ihren Bewohnern kratzt. Die Handlung dümpelt die meiste Zeit über viel zu oberflächlich vor sich hin, ohne in die Tiefe zu gehen; auch die Figuren, auf deren Rücken sie ruht, wirken häufig einfach nur wie hin und her gehetzte Statisten, die selbst nicht wissen, wieso sie hier überhaupt herumrennen. Ein bisschen mehr Tiefgang hätte der Trilogie keineswegs geschadet – so liest man die 650 Seiten zwar locker und leicht weg, doch ist das ja nicht der Sinn eines Buches, das eigentlich Magie, Abenteuer und Action vor der Kulisse nordischer Mythen und Helden verbinden und damit verzaubern soll. Wirklich in die Handlung der Snow-Walker-Trilogie eintauchen kann man jedenfalls zu keinem Zeitpunkt. Wie eine kalte Geliebte läuft man brav neben der Story her – erobern kann sie ihre Leser nicht.

 

Während Neil Gaimans zauberhaft-phantastischer Sternwanderer im Kino in einer gelungenen Interpretation abermals verzaubert, zieht Catherine Fishers Schneewanderer-Trilogie ihre Leser von Haus aus leider viel zu selten in den Bann. Ein schönes Setting und ein flüssiger Schreibstil machen eben noch keinen intensiven oder spannenden Roman aus. Somit bleibt am Ende zwar solide All-age Fantasy in wunderschöner Verpackung und mit einigen netten Szenen und Figuren, aber eben auch eine teilweise erschreckend uninspirierte und unmotivierte Story ohne echte Überraschungen und in erster Linie auch mit viel zu wenig Tiefgang.

 

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Ältere Kommentare:

Oje, das hat nicht geklappt, Elfenwerk! 20230608002927da2ddd93
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Buch:

Schneewanderer

Autorin: Catherine Fisher

Übersetzerin: Beate Brammertz

gebundene Ausgabe, 650 Seiten

Heyne, Oktober 2007

 

ISBN-10: 3453523113

ISBN-13: 978-3453523111

 

Erhältlich bei Amazon


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Erstellt: 09.10.2007, zuletzt aktualisiert: 26.05.2023 19:40