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Schwarze Nacht von Gena Showalter

Reihe: Die Herren der Unterwelt Bd. 1

Rezension von Carina Schöning

 

Rezension:

„Schwarze Nacht“ ist der Auftakt der „Herren der Unterwelt“ Reihe der amerikanischen Liebesroman-Autorin Gena Showalter. Ursprünglich als Trilogie gedacht, umfasst die Reihe im Original mittlerweile schon acht Romane und eine Kurzgeschichten-Anthologie.

 

Vor vielen Jahren sollten die zwölf sagenumwobenen Krieger des Olymps auf die Büchse der Pandora, dimOuniak aufpassen. Dabei ist jedoch das kostbare Artefakt zu Bruch gegangen und die eingesperrten Dämonen konnten aus ihrem Gefängnis fliehen. Als Strafe für ihren Frevel wurde jeder der griechischen Krieger von Göttervater Zeus mit einem Dämon versehen, der ihn fortan für immer quälen und an diese Schandtat erinnern sollte.

Jahre später leben sechs der zwölf brutalen Krieger zusammen in einem modern umgebauten Schloss in Ungarns Hauptstadt Budapest. Während die restlichen Kämpfer immer noch nach einer Lösung für Zeus´ Fluch suchen, haben es sich Maddox, Torin, Lucien, Reyes, Aeron und Paris hier mehr oder weniger gemütlich gemacht. Die menschlichen Bürger von Budapest begegnen den muskulösen Dämonen oder Engeln entweder mit Argwohn oder Ehrfurcht. Es kursieren seltsame Gerüchte über die ungewöhnliche Wohngemeinschaft und genau diesen Gerüchten will die junge Wissenschaftlerin Ashlyn Darrow nachgehen. Schon von kleinauf hat sie eine besondere Begabung, die es ihr ermöglicht jedes gesprochene Wort an einer Stelle zu hören. Ihre Eltern waren mit dem Kind, das scheinbar ständig von fremden Stimmen heimgesucht wird, überfordert und haben es lieblos einem Institut für Paranormale Forschung übergegeben. Nun sucht die naive Heldin im Auftrag des Instituts nach dem Ursprung der geheimnisvollen Wesen und stößt als erstes ausgerechnet auf den aggressiven und abweisenden Maddox, der von dem Dämon der Gewalt besessen ist. Plötzlich verstummen in seiner Gegenwart die Stimmen in ihrem Kopf und Ashlyn ist schnell überzeugt, dass der rüpelhafte und gequälte Macho ihre große Liebe ist. Der wiederum möchte lieber seine Wohngemeinschaft schützen und lässt sich daher nur ungern auf ihre Avancen ein.

 

Obwohl „Schwarze Nacht“ im Mira Verlag in der Unterabteilung Fantasy erscheint, handelt es sich hierbei um einen waschechten Paranormal Romance Roman. Der Schwerpunkt liegt ganz klar bei dem Zusammenkommen von dem animalischen Maddox und der unschuldigen Ashlyn sowie deren gemeinsamen romantisch-erotischen Bettszenen. Die Handlung drumherum ist eigentlich nur schmückendes Beiwerk, was man leider an vielen Stellen schnell merkt. Dabei erinnert die Gestaltung des Hintergrund ein wenig an die „Black Dagger Bruderschaft“ von J.R. Ward oder auch die Romane von Sherrilyn Kenyon und Lara Adrian, kommt aber leider nicht an die Originalen heran. Vieles wirkt hier einfach zu konstruiert und übertrieben, so dass nicht wirklich der viel zitierte Funke überspringen will. Auch eine knisternd, erotische Stimmung stellt sich angesichts der teilweise unsympathischen und dämlich agierenden Helden nicht wirklich ein. Unabsichtlich vergiftet Maddox seine Geliebte und weiß trotz allerlei modernen Schnickschnack im Schloss dann nicht, was eine Kopfschmerztablette ist oder wo man sie kauft!? Zudem sind in der dürftigen Handlung weitere Lücken und logische Ungereimtheiten. Angefangen bei den amerikanischen Vornamen der griechischen Krieger(!) bis hin zu der fehlende Beschreibung von Götter und Titanen oder auch Ashlyns bodenlose Naivität und Dummheit. Die Hauptfiguren sind dabei grob umschrieben und werden einfach auf die markantesten Merkmale, sprich ihre Dämonen, reduziert. Maddox zum Beispiel muss sich immer mit seinen Freunden prügeln, wenn sein Dämon es will, und Reyes schneidet oder ritzt sich zu jedem unpassenden Zeitpunkt. Während die anderen sechs Krieger Sabin, Kane, Cameo, Strider, Gideon und Amun sich wenigstens aktiv um eine Lösung bemühen, bemitleiden sich die Anderen nur selbst. Fans der Subgenres können vielleicht noch wohlwollend über diese Lücken und Logiklöchern hinweg sehen, aber für reine Fantasy-Leser ist dieser Roman absolut nichts. Negativ sind auch viele Wiederholungen der Autorin und auch einige Rechtschreib-Fehler haben sich leider trotz Lektorat eingeschlichen. So wird zum Beispiel einer der Krieger zuerst als Abin vorgestellt, obwohl er dann zwei Zeilen später mit Sabin angesprochen wird!?

 

Insgesamt fällt „Schwarze Nacht“ daher eher enttäuschend aus. Der spannungsarme Paranormal Romance Roman kann durch die schwache Handlung und lieblos dargestellten Figuren nicht wirklich überzeugen und auch die Erotik-Szenen fallen eher übertrieben und lächerlich aus. Vor dem Kauf sollten daher selbst Hardcore-Fans lieber erstmal Probe lesen.

 

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Roman:

Schwarze Nacht

Reihe Die Herren der Unterwelt Band 1

Autor Gena Showalter

Deutsche Erstausgabe 2009

Amerikanische Originalausgabe 2008 „Lords of the Underworld 1: Darkest Night“

Übersetzung Maike Walter

Umschlaggestaltung & Titelabbildung pecher und soiron, Köln

Umschlagabbildung Mihail Ivanenko

Mira Verlag

Taschenbuch, 412 Seiten

ISBN 978-3-89941-641-1

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 25.11.2009, zuletzt aktualisiert: 16.07.2019 19:30