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Sherlock Holmes - Die komplette zweite Staffel (DVD)

Rezension von Carsten Kuhr

 

Sherlock Holmes, eine Name der klingt, ein Name, der bei Millionen von Lesern Reminiszenzen auslöst an spannende Kriminalfälle, die der Mann mit der Pfeife mittels seinem überragenden Intellekt gelöst hat. Wie kein anderer Schauspieler vor ihm hat Jeremy Brett den Sherlock Holmes nicht gespielt, sondern geprägt und gelebt. »Bretts besessener, kapriziöser, unberechenbarer, gefährlicher, aber allem voran überzeugender brillianter Holmes wischt die Erinnerung an alle früheren Darstellungen fort« - so Alan Goren in der Mail on Sunday. Zusammen mit dem Produzenten Michael Cox war er der Garant dafür, dass die Fernsehserie bei Bewunderern und Kennern der Doyl'schen Vorlagen in höchstem Masse Ansehen genoss. Minutiös wurden die Vorlagen umgesetzt, Kostüme und Bauten sorgfältig recherchiert, die Stimmung getroffen.

 

1985 kam vom Granada Television des o.k. für eine zweite Staffel, die wiederum vom Privatsender ITV in Grossbritannien ausgestrahlt wurde.

 

Zwischenzeitlich war Jeremy Bretts Ehefrau ihrer schweren Erkrankung erlegen. Trotz seiner Trauer und seinem Engagement in den USA seit dem Ende der ersten Staffel wollte Brett unbedingt wieder teilnehmen. Dann aber standen die Produzenten vor einem Problem. David Burke, der in der ersten Staffel die Rolle des Dr. Watson so eigenmächtig ausgelegt und damit auch neu, aber ganz im Sinne Conan Doyles geprägt hatte, hatte ein Angebot von der Royal Shakespeare Company und sagte dem Team ab. Nun stand man vor der Entscheidung die Fortsetzung der zwischenzeitlich auch in den USA sehr erfolgreich laufenden Fernsehreihe zu stoppen, oder einen der beiden Hauptdarsteller ersetzen zu müssen.

 

Man suchte und fand in Edward Hardwicke einen neuen Dr. Watson. Die in der DVD-Box enthaltenen 11 Episoden beweisen, dass er eine ganz andere Auffassung von der Anlage der Rolle hat, diese aber überzeugend und für den Zuschauer nachvollziehbar präsentiert. Bei der Suche nach einem neuen Produzenten wurde man bei June Wyndham Davies fündig. Mit der Fernsehserie »Cribb« um einen viktorianischen Polizisten hatte sie sich Meriten verdient.

 

Nun ging es daran, Sherlock Holmes Wiederkehr zu inszenieren. In »Das leere Haus« konzentriert sich das Interesse zunächst auf den neuen Dr. Watson. Mittlerweile hat er seine Praxis in Kensington, und arbeitet zur Aufbesserung seiner Bezüge als Polizeiarzt in Diensten Inspektor Lestrades.

Doch Watson ist weit von dem Mann entfernt, den wir in der ersten Staffel kennengelernt haben. Melancholisch, manchmal verwirrt dann wieder untertänig lässt er die Nonchalance der Tage mit Holmes vermissen.

Beim Verlassen des Gerichtsgebäudes stösst er mit einem alten Buchhändler zusammen, erkennt aber noch nicht, dass er den verstorben geglaubten Freund vor sich hat. Erst als dieser sich später zu erkennen gibt, und das Mysterium seines Todes an den Wasserfällen erläutert geht förmlich ein Ruck durch den gebrochenen Charakter Das altgewohnte Paar ermittelt erneut in trauter Verbundenheit.

 

Hardwicke prägt bereits in dieser ersten Folge, die interessanterweise aber erst nach anderen Folgen der zweiten Staffel gedreht wurde das neue Bild des Dr. Watson. Das neue Paar sollte sich, so die Intention der Produzenten zunächst in normalen Folgen aneinander gewöhnen, bevor man das Wiedersehen filmisch inszenierte. Hardwicke präsentiert einen auch an seinen Schicksalsschlägen gereiften Mann, der sehr glaubhaft dargestellt natürlich gekränkt ist, dass ihn sein Freund über Jahre hinaus hat trauern lassen.

 

Für die zweite Season ist dies Auftaktfolge wegweisend gewesen. Nicht nur, dass ein neuer Dr. Watson sich dem Zuschauer vorschlägt, man wollte auch deutlich machen, dass sich an der Ausrichtung der Reihe möglichst werkgetreu die literarischen Vorlagen umzusetzen nichts geändert hat. Und so kommt auch wirklich der besondere Flair wieder auf, der Holmesianer überall auf der Welt gerade diese Verfilmungen so hoch loben lässt. Neben sieben synchronisierten und ungeschnittenen Folgen, erwarten den Zuschauer vier Episoden im Original mit Deutschen Untertitel, die noch niemals im Deutschen Fernsehen zu sehen waren. Dazu gesellt sich, ganz im Stil der ersten Prachtbox erneut als Deutsche Erstausgabe ein weiterer Hintergrundbericht vom Produzenten Michael Cox.

 

Eure Meinung:


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Film:

Sherlock Holmes - Die komplette zweite Staffel

Darsteller: Jeremy Brett, David Burke, Rosalie Williams

Regisseur(e): Derek Marlowe, Paul Annett, John Bruce, David Carson, Ken Grieve

Format: Dolby, HiFi Sound, PAL

Sprache: Deutsch, Englisch

Region: Region 2

Bildseitenformat: 4:3

FSK: Freigegeben ab 12 Jahren

Studio: Koch Media Deutschland GmbH - DVD

DVD-Erscheinungstermin: 6. Oktober 2006

Spieldauer: 566 Minuten

Erhältlich bei Amazon


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Erstellt: 29.11.2006, zuletzt aktualisiert: 22.11.2019 07:56