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Silberfeuer - Die Flammen Hereons von Nicolas Galani

Rezension von Marion Kraft

 

Dunkle Zeiten brechen an für das Königreich Yenaïr: Eine Anomalie bringt gefährliche Dinge in Gang, die den mächtigen, aber vom Leben müden Magier Walorn vor riskante Entscheidungen stellt. Doch nicht nur dieses Ereignis nährt die Besorgnis. Die Arcuriar, ein Volk, welches an Technik und Wissenschaft viel stärker gebunden ist als an Magie, beginnt das Antlitz der Welt zu wandeln. Der Krieg mit Herëon sorgt für neue Bedrohungen, als der leicht zynische Richter Kalem dorthin entsandt wird, um das Land von der patriarchischen Regierung zu befreien. Ein heißer Tanz beginnt im Königreich, der bald den Zwist und den Hass der Menschen anstachelt ...

 

Die Welt, die Nicolas Galani dem Leser in einer recht bilderreichen Sprache nahebringt, ist nicht nur reich an klimatischen Gegensätzen, sondern auch an unterschiedlichen Charakteren, die im Laufe der Handlung sehr häufig wechseln und unter anderem grundverschiedene Wesenszüge (und Ziele) aufweisen: Da ist der alte Magier Walorn, der zwar Macht besitzt, aber dem Leben mit all seinen Unannehmlichkeiten allmählich überdrüssig wird und der sich nun plötzlich neben der Pflicht, seine drei jugendlichen Schüler zu unterrichten, einer Anomalie in der Natur bewusst wird, gegen die zu kämpfen er so gar keine Lust verspürt. Derweil wird Richter Kalem zusammen mit seiner Geliebten Richtung Herëon geschickt, um in dem frauen- und fremdenfeindlichen Reich nach dem Rechten zu sehen. Und dann ist da auch noch Cleo, die Prinzessin der Arcuriar, die sich vorgenommen hat, einst die beste und mächtigste Königin aller Zeiten zu werden ...

Dem Autor gelingt es gut, die verschiedenen Charaktere in ihren unterschiedlichen Wesenszügen zu beschreiben und ihre guten (meist in den aus ihrer Sicht geschriebenen Teilen) und schlechten (durch die Augen anderer Personen) Eigenschaften ins rechte Licht zu rücken. Manchmal mag der Autor dabei übers Ziel hinausschießen (manche Personen werden nur für einige Seiten oder ein Kapitel eingeführt und verschwinden gleich darauf wieder ins Nichts), aber bei den Charakteren handelt es sich zweifellos um einen der großen Vorzüge des Buches.

Genauso wirr wie die zahlreichen Personen hin und wieder wirken mögen, ist anfangs auch die Handlung. Tatsächlich verbinden sich in ihr mehrere Handlungsstränge und Motive, die dann zum Teil miteinander verflochten werden, zum Teil aber auch lose nebeneinander herlaufen – stellenweise scheint die Geschichte vor Ideen nur so zu sprühen. Was auf den ersten Blick ungewohnt wirken mag, liest sich jedoch bald leichter und die Story an sich hält auf jeden Fall einige Überraschungen und spannende Momente bereit.

Silberfeuer ist dabei in einem recht nüchternen Stil gehalten, der dann aber stellenweise von aufdringlichen Beschreibungen unterbrochen wird, fast so als hätte der Autor das plötzlich wieder wettzumachen versucht. Hier hätte ich mir zumindest ein wenig Ausgleich gewünscht.

Was dem Buch jedoch definitiv fehlt, ist ein ordentliches Lektorat oder zumindest eine gründliche Überarbeitung von seiten des Autors. Tippfehler, fehlende Buchstaben und Wörter und grammatikalische Verrenkungen häufen sich leider, vorallem am Anfang. Schade, denn Silberfeuer hat definitiv Potential.

 

Fazit:

Ich kann jedem potetiellen Käufer nur ans Herz legen, sich von den Fehlern nicht abschrecken zu lassen, denn Silberfeuer bietet nebst farbenprächtigen Charakteren und einer interessanten, außergewöhnlichen Handlung auch vieles an philosophischen Anregungen und Amüsement.

 

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MEDIUM:

Silberfeuer - Die Flammen Hereons

Autor: Nicolas Galani

Verlag : edition nove

ISBN : 978-3-85251-824-4

Einband : Paperback

Seiten/Umfang : 21,5 x 13,5 cm

Erschienen : 26.08.2009

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 21.10.2009, zuletzt aktualisiert: 16.07.2019 19:30