Sliders: Das Tor in eine fremde Dimension - Season 3 (DVD)
 
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Sliders: Das Tor in eine fremde Dimension - Season 3

Filmkritik von Christel Scheja

 

Rezension:

Zu den Science Fiction-Serien, die mit einem geringeren Budget auskamen, weil sie eine recht vertraute Umgebung – nämlich unsere Erde – benutzten, gehört die Fernsehserie „Sliders“. Zwischen 1995 und 1998 entstanden fünf Staffeln, von denen die dritte nun auch auf DVD erschienen ist. Koch Media präsentiert die fünfundzwanzig Folgen auf sieben DVDs in einem Digipack, dass wie schon die Box der ersten und zweiten Staffel von einer Pappschiene zusammengehalten wird. Das Design ist ungewöhnlich, aber überraschend sehr stabil.

 

Worum geht es? Der Physikstudent Quinn Mallory (Jerry O‘Connell) entwickelt bei seinen Berechnungen zur Einstein-Rosen-Brücke- ein Gerät, den sogenannten „Timer“, das es ihm ermöglicht, ein Wurmloch in parallele Welten zu öffnen - Realitäten, in denen manchmal nur Details unterschiedlich sind, dann die Geschichte aber auch einen ganz anderen Lauf genommen haben kann, weil Amerika niemals unabhängig geworden oder von den Russen erobert worden ist.

Da der junge Mann anfangs allerdings zu blauäugig mit dem Gerät umgeht kommt es bei der Präsentation seiner Erfindung zu einem Unfall. Zusammen mit seiner Freundin Wade Wells (Sabrina Lloyd), Professor Maximilian Arturo (John Rhys Davies) und Rembrandt „Crying Man“ Brown strandet er zwischen den Dimensionen. Ihr vordringlichstes Ziel ist es nun, mit dem Timer zurecht zu kommen und bei der Reise durch die verschiedensten Realitäten endlich auch einen Weg auf ihre wirkliche Erde zu finden.

Zu Beginn der dritten Staffel haben sich die vier Gefährten an das Sliden gewöhnt und wissen sich schon besser an die Gegebenheiten der neuen Realitäten anzupassen. Immer noch träumen sie von einer Rückkehr auf ihre Erde, aber sie nehmen auch die Erfahrungen an, die sie anderswo machen.

Diesmal müssen sie sich durch ein alptraumhaftes Spielszenario kämpfen, um überhaupt zu überleben, stranden auf verwüsteten Welten, deren größtes Gut frisches und sauberes Wasser ist oder machen eine Reise in ihre eigene Vergangenheit. Quinn wird eines Tages mit einer jüngeren Version von sich selbst konfrontiert, die gerade das durchlebt, was ihm in seiner Teenagerzeit am meisten zu schaffen gemacht hat – der Tod seines Vaters und die Hänseleien von brutalen Schulkameraden. Natürlich versucht er einzugreifen, verliebt sich dabei aber in seine ehemalige Lehrerin.

Professor Maximilian Arturo leidet darunter , dass auf einer Welt bei ihm eine unheilbare Krankheit diagnostiziert wird. Er bereitet sich über mehrere Folgen auf seinen Tod vor, was sich aber bald schon wieder relativiert.

Wade Wells hat sich ebenfalls verändert. Sie ist mutiger und entschlossener geworden, deswegen bereit sich für andere einzusetzen. Das bringt mehr als einmal ziemlichen Ärger. So legen sie sich mit einem druidischen Hexenmeister an, der in Quinn Mallory einen unsterblichen Zauberer sieht oder werden in die Pyramide eines grade erst verstorbenen Pharaos eingeschlossen.

Schließlich landen sie auf einer Version der Erde, die schon bald von Pulsaren gestreift wird, deren Strahlung alles Leben auslöschen soll. Einige Menschen suchen verzweifelt nach einem Ausweg. Die Sliders geraten in die Hände des skrupellosen Colonel Rickman, der in einem militärischen Stützpunkt wie ein Diktator regiert und Wissenschaftler an der Einstein-Rosen-Brücke arbeiten lässt. Zuerst unwillig, dann aber aus freiem Willen helfen die vier Gefährten, steuerbare Wurmlöcher zu schaffen, die mehr als nur einer Handvoll Menschen die Rettung bringen könnten.

Doch als ihre Bemühungen Erfolg zeigen, kommt es zu einer Katastrophe. Rickman zeigt sein wahres Gesicht, da er nur Menschen mit einer bestimmten genetischen Struktur durchlässt. Er braucht sie um selbst zu überleben, da er sich nach einem Unfall ständig Rückenmark spritzen muss, um weiter handlungsfähig zu sein. Seine Opfer kommen dabei grausam zu Tode.

Er ermordet Professor Arturo, der hinter sein Geheimnis gekommen ist.

Von nun an versuchen die überlebenden Sliders, denen sich Captain Maggie Beckett (Kari Wuhrer) anschließt, Rickman zu finden und der Gerechtigkeit zuzuführen. Mit dem optimierten Timer können sie nun gezielter springen und Wurmlochsignaturen aufspüren, die ihr Gegner hinterlässt.

Und so verfolgen sie ihn über Welten voller Zombies, Monster und Vampire, bis sie ihn schließlich auf einer Insel voller Tiermenschen finden, die von einem verrückten Wissenschaftler beherrscht werden...

 

Auch in der dritten Staffel besuchen die „Sliders“ in jeder Folge mindestens eine neue Realität. Manchmal taucht noch eine weitere am Anfang oder Ende auf, die allerdings auch nicht mehr ein oder zwei Szenen oder einen Schlussgag hergibt. Erst ab der Doppelfolge Exodus können sie Welten gezielter anspringen und deren Koordinaten im Raum-Zeit Kontinuum auch im Timer speichern. So ist es auch möglich, irgendwann sogar die ihre Erde wieder zu finden.

Wieder werden unterschiedliche Szenarien präsentiert, allerdings fällt eines auf. Anstatt auf leise Gesellschaftskritik oder Reflektion von Missständen in unserer Zeit setzten die Macher nun mehr auf Action-Abenteuer und bedienen sich an Motiven aus Horror und Science Fiction. Die Spekulation „Was-wäre-wenn“ tritt selbst in Folgen in den Hintergrund, im denen Amerika noch eine Monarchie ist oder sich aus der ägyptischen Kultur entwickelt hat. Der Hintergrund wird nur noch oberflächlich gestreift, selbst in Mad-Max-ähnlichen Endzeit-Szenarien stehen ehr Verfolgungsjagden als interessante soziale Strukturen auf dem Programm.

Mehr als früher müssen sich die vier Helden ihrer Haut mit den Fäusten oder Waffen in den Händen wehren, manch eine halsbrecherische Flucht über Stock und Stein auf sich nehmen, oder mit emotionalen Niederschlägen zurecht kommen. Die Figuren sind nun einfacher gestrickt, die Wortwechsel zwischen dem Professor und Quinn Mallory längst nicht mehr so pointiert und intellektuell. Auch Wade Wells und Rembrand Brown, verändern sich. Gerade die junge Frau mischt sich in dieser Staffel sehr oft ein und bringt die vier Helden damit in Schwierigkeiten.

Einen Höhepunkt bietet die Doppelfolge „Exodus“, sie leitet aber auch gleichzeitig den langsamen Absturz der Serie ein. Maggie Beckett kann Professor Arturo nicht ersetzen. Zwar ist die Soldatin ein etwas anderer Typ als Wade Wells, aber ihr Zynismus und ihre Tatkraft wird von Folge zu Folge geringer. Spannung wird in den letzten fünf Episoden der Serie meistens nur noch durch Schockeffekte und wilde Action aufrecht erhalten.

Zwar tun die vier Hauptdarsteller noch ihr Bestes, aber man merkt vor allem John Rhys Davies in den Folgen kurz vor seinem Serientod die Unlust an. Ihm scheint es nicht zu behagen, dass sich „Sliders“ von intelligenten Drehbüchern mit einem Hauch von Tiefgang, weg zu platter Serienkost entwickelt hat, in der die Macher lieber auf Motive und Ideen setzen, die sich schon vielfach bewährt haben und Monster-Action, die kritische Reflektion der Erde ersetzt. Die dabei benutzten Tricks sind ausreichend, wenn auch nicht auf der Höhe des Standes ihrer Zeit. Bild und Ton sind wie in den ersten Staffeln ihrem Alter entsprechend gut, die Farben etwas blass und das Bild etwas weichgezeichnet, aber ohne Störungen.

Die Extras sind dagegen ziemlich mager, diesmal hat es nur zu einem „Gag Reel“ – das ist eine Ansammlung verpatzter Aufnahmen – gereicht.

 

 

Fazit:

Die dritte Staffel von „Sliders „ macht den Fehler, sich von intelligenten Drehbüchern zu lösen und nun lieber mehr auf actionreiche Abenteuer und große aber platte Gefühle zu setzten, die ein größeres Publikum ansprechen. Noch gleichen einige interessante Folgen das Manko aus, aber mit dem Tod einer Hauptfigur beginnt die Serie ihren langsamen aber unaufhaltsamen Abstieg in die Gefilde durchschnittlicher Serienkost.

 

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Oje, das hat nicht geklappt, Elfenwerk! 2024042320425532b572c0
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DVD:

Sliders: Das Tor in eine fremde Dimension

Season 3

Fernsehserie, USA 1995/99

Regie: Richard Compton

Idee und Drebücher: Robert K. Weiss und Tracey Tormé

Format: Dolby, HiFi Sound, PAL

Sprache: Deutsch (Dolby Digital 2.0), Englisch (Dolby Digital 2.0)

Region: Region 2

Bildseitenformat: 4:3

Anzahl Disks: 7

Spieldauer: 1066 min (25 Episoden je.ca. 43 min)

FSK: 12

Extras: Gag Reel (Outtakes) (ca. 6 min)

Studio: Koch Media GmbH - DVD

DVD-Erscheinungstermin: 20. Juni 2008

ASIN: B0015TZTVA

 

Erhältlich bei: Amazon

 

Darsteller:

Jerry O'Connell

Sabrina Lloyd

Kari Wuhrer

John Rhys-Davies

Cleaveant Derricks

 


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Erstellt: 02.07.2008, zuletzt aktualisiert: 07.02.2024 17:01, 6827