Zurück zur Startseite


  Platzhalter

Space Dealer

Rezension von Stefan Glaubitz

 

Space Dealer ist mir zum ersten Mal bei der Spiel`06 in Essen aufgefallen. Leider war damals an den Spieltischen der Andrang so enorm, dass ich es nicht testen konnte. Deshalb freue ich mich umso mehr, dass ich es nun rezensieren und auf „Herz und Nieren“ ausprobieren darf.

Der Karton ist quadratisch (30cm x 30cm), was die Einlagerung in ein Spieleregal sehr komfortabel macht. Auf dem Cover ist ein Raumschiff im Weltraum zu sehen, das gerade beschleunigt. Drei Planeten und ein weiteres, angedocktes Raumschiff sind ebenfalls abgebildet. Im rechten oberen Viertel des Kartons ist der Titel des Spiels abgebildet während in der unteren linken Ecke das Logo von eggertspiele und der Name des Autors (Tobias Stapelfeldt) zu sehen ist. Außerdem findet sich hier ein Verweis darauf, dass es sich um ein „Echtzeitspiel“ handelt.

Die Rückseite zeigt den Ausschnitt einer Spielszene. Hier sind auch die für das Spiel wichtigen Sanduhren das erste Mal zu sehen. Weiterhin befinden sich eine kurze Beschreibung des „geschichtlichen“ Hintergrunds sowie die Alters-, Spielzeit- und Spielerzahlvorgaben auf der Rückseite. Außerdem ist auch hier wieder in der linken unteren Ecke das Logo von eggertspiele, sowie Hinweise darauf, dass die englischen Regeln beiliegen und das Spiel mit einer zweiten Ausgabe kombinierbar ist, sodass man es auch mit bis zu 8 Spielern spielen kann, abgedruckt.

 

Aufmachung

Öffnet man die Box fällt sofort auf, dass es kein vorgegebenes Spielbrett gibt. Es setzt sich nämlich aus den beigelegten Stanzteilen aus Pappe zusammen. Dabei variiert das Spielfeld je nach Spielerzahl. Die beigelegten Komponenten im Einzelnen sind:

 

 

  • 10 Sanduhren
  • 4 Planeten aus je 3 Teilen
  • 8 Orbitalfelder
  • 18 Verbindungsteile für Spiele von 3 bis 8 Spielern
  • 72 Technologiekarten
  • 12 Nachfragekarten
  • 5 Raumschiffe aus 2 Teilen
  • 88 Siegpunktemarker( jeweils 11 pro Farbe)
  • 40 Holzwürfel in 4 verschiedenen Farben
  • 10 Angriffsmarker (schwarze Würfel)
  • 1 CD, mit einem Audiotrack von 30 Minuten Laufzeit und 1 Spielregelvideo

 

 

Der Karton bietet leider nur ein großes Fach für alle Spielkomponenten. Das ist zwar schade, aber aufgrund der Größe vieler Teile leider nicht anders zu machen gewesen, sonst wäre der Karton zu groß geworden um in komfortabel zu verstauen. Allerdings liegen für die meisten kleineren Teile Klarsichthüllen bei, so dass man diese gut unterbringen kann. Alle Spielmaterialien sind von guter Qualität und es gibt keine Kleinteilchen die schnell abbrechen können mit anderen Worten, hier bekommt man was für sein Geld.

 

Ziel des Spiels

Es gewinnt der Spieler, der nach Ablauf von 30 Minuten die meisten Siegpunkte erzielen konnte. Sollte bereits vor Ablauf der Zeit ein Spieler alle seine Siegpunktmarker eingesetzt haben, endet das Spiel schon vorzeitig. Die wichtigen Siegpunkte bekommt man, indem man bei den Planeten seiner Mitspieler die „Nachfrage“ der Gebäude erfüllt. Doch aufgepasst, auch der Spieler, der das Gebäude besitzt bekommt Punkte dazu, so dass man zum Ende des Spiels taktieren sollte, ob man seinen schärfsten Konkurrenten hilft oder lieber etwas weiter fliegt um dort zu punkten.

Da die Zeit eine wichtige Komponente ist, wäre es sinnvoll eine Stoppuhr oder ähnliches auf dem Tisch stehen zu haben. Alternativ empfehle ich den auf der CD beigelegten Soundtrack zu nutzen, der genau 30 Minuten lang läuft und immer wieder die Zeit ansagt. Gerade die Idee mit dem Soundtrack halte ich für sehr gelungen. Erstens ist er eine wirkliche Spielhilfe und zweitens steuert er einiges zu einer guten Atmosphäre bei.

 

Verständlichkeit der Regeln

Space Dealer liegen zwei Regelhefte a 15 Seiten bei. Eins in Englisch und eins in deutscher Sprache. Die erste Seite listet die Spielmaterialien auf, während auf der zweiten noch einmal eine kleine Einführung in Space Dealer gegeben wird. Die Seiten 4 bis 6 beschäftigen sich mit dem Spielziel und den Vorbereitungen während die Seiten 7 bis 11 den Ablauf und das Spielende behandeln. Von Seite 12 bis 14 sind die Regeln für Fortgeschrittene aufgeführt, die Space Dealer noch etwas mehr Würze verleihen. Die letzte Seite gibt noch einmal eine kurze Regelübersicht, damit man schnell etwas nachschlagen kann. Außerdem befindet sich auf der beigelegten CD noch eine 9- minütige Einführung, die die wichtigsten Regeln und Begriffe schon einmal erläutert.

Das Regelwerk ist an sich sehr gelungen. An einigen Stellen finde ich es zwar etwas verwirrend, das wird aber durch die vielen Beispielbilder wieder wett gemacht. Außerdem empfiehlt es sich vorab erst einmal das Video anzuschauen. Hier werden die wichtigsten Themen bereits angesprochen und erklärt. Damit fällt wiederum das Lesen des Regelwerks leichter. Gerade dieses Regelvideo gefällt mir sehr gut. Ich habe so etwas schon bei ein paar anderen Spielen gesehen und finde die Idee einfach gut. So visualisiert man bereits die wichtigsten Punkte und kann sich dann leichter in die Regeln einlesen.

 

Vorbereitungen

Je nachdem wie viele Spieler an einer Partie teilnehmen fallen die Spielvorbereitungen verschieden aus.

Zuerst werden die Orbitalfelder mit den Verbindungsteilen zusammen gesteckt, so dass sie einen Rundkurs ergeben, der auf dem Tisch für alle gut erreichbar gelegt wird. Dabei ist zu beachten, dass zwischen den Spielerplaneten immer ein neutraler sein muss.

Jeder Spieler bekommt die Siegpunktmarker seiner Planetenfarbe und das dazu passende Raumschiff. Mit einer freien Spielerfarbe markiert er auf seinem Planeten den Tech-Level von 1. Weiterhin bekommt jeder Spieler 2 Sanduhren sowie einen Technologiekartenstapel der Stufe 1.

Jeder baut seinen Planet aus den 3 Planetenteilen zusammen und platziert einen Generator links oder rechts neben seinen Planeten. Dieser Generator versorgt zwei Energieanschlüsse mit Strom, so dass sie von anderen Gebäuden genutzt werden können. An einen dieser Anschlüsse deponiert jeder Spieler eine Mine, die restlichen Technologiekarten legt er verdeckt vor sich ab.

Die Karten für die Technologiestufen 2 und 3 werden gemischt und als verdeckte Stapel in die Tischmitte gelegt. Auch die farbigen Warenwürfel werden dort platziert und jeder Spieler stellt sein Raumschiff an seinem Heimatplaneten auf den Rundkurs. Da genau dieser Rundkurs auch als Siegpunktezähler dient, wird noch von jedem Teilnehmer jeweils ein Siegpunktestein auf dem Feld vor dem roten Pfeil gelegt; dann kann es endlich losgehen.

 

Spielablauf

Da es sich bei Space Dealer um ein Echtzeitspiel handelt gibt es keine Runden, in die sich das Spiel einteilen lässt. Deswegen ist der Spielverlauf auch hier anders als bei „normalen“ Brettspielen. Während der 30 Minuten Spielzeit können alle Spieler mehrere verschiedene Aktionen tätigen.

Als erstes können sie Technologiekarten auslegen. Dafür gibt es über jedem Planeten 2 Plätze auf die die Spieler ihre zukünftigen Bauobjekte legen können. Zum Anfang stehen den Spielern nur Karten der Stufe 1 zur Verfügung. Bei steigender Aufwertung der Technologie können auch Karten der Stufe 2 und 3 genutzt werden.

Als zweites können die Spieler ihren Sanduhren Aktionen zuteilen. Dies ist das wichtigste Element des Spiels, zumal man durch die Sanduhren den Technologielevel der Planeten erhöhen, eine Technologiekarte bauen, eine Technologiekarte benutzen und sein Raumschiff bewegen kann. Will man zum Beispiel eine Miene (Technologiekarte) benutzen, platziert man eine seiner Sanduhren auf dieser Karte und wartet bis der Sand einmal durchgelaufen ist. Dies dauert 1 Minute. Zeit seine andere Sanduhr zu platzieren und mit ihr eine Aktion durchzuführen. Ist diese Minute abgelaufen darf man sich die auf der Mine abgebildete Ware nehmen und in sein Raumschiff, so es beim Planeten ist, oder in ein gebautes Depot, legen. Sollte weder Depot noch Raumschiff vor Ort sein, kann man auch nichts produzieren. Raumschiffe werden auf ähnliche Art bewegt. Der kontrollierende Spieler platziert es einfach am nächsten Planeten des Rundkurses und stellt eine seiner beiden Sanduhren hinzu. Ist die Sanduhr durchgelaufen, so ist das Raumschiff bei diesem Planeten angekommen und es darf weiterbewegt oder mit seinen Waren dort gehandelt werden. Will man seine Sanduhr dazu benutzen um den Technologielevel des Planeten zu erhöhen, stellt man sie einfach auf dem Planeten ab und wartet bis der Sand durchgelaufen ist. Schon kann man seinen Marker eine Position höher auf die Technologieleiste legen. Will man eine Technologiekarte bauen, stellt man seine Sanduhr auf eine der beiden, über dem Planeten ausliegenden, Technologiekarten. Ist die Bauzeit abgelaufen, kann man sein Gebäude an seinen Planeten anbauen. Wichtig ist aber das man genügend Generatorplätze frei hat, denn ohne Strom kann man sein Gebäude nicht nutzen.

Sollten sich zwei Raumschiffe bei einem Planeten treffen, dürfen natürlich Rohstoffe getauscht werden. Das geht ebenfalls, wenn ein Raumschiff an einem Spielerplaneten ankommt dessen Besitzer des Planeten ein Depot mit Rohstoffen hat. Dieses Tauschen kann jeder Zeit bei einem solchen Kontakt geschehen, man bracht dafür keine Sanduhr zu opfern.

Die vierte und letzte Möglichkeit ist es mit seinen Raumschiffen die Warennachfrage an anderen Planeten zu erfüllen. Die meisten Technologiekarten haben am unteren Ende einen „Nachfrageteil“. In diesem sind die Waren abgebildet die erwünscht sind. Hat man nun diese in seinem Raumschiff sollte man schnellstmöglich zu dem gewünschten Planeten fliegen und dort die Waren abladen. Die im Nachfrageteil abgebildeten Siegpunkte werden dann dem Lieferanten und dem Besitzer des Planeten gutgeschrieben.

 

Erweiterbarkeit

Im Regelwerk von Space Dealer sind bereits Fortgeschrittenenregeln integriert. Abhängig von der Spieleranzahl kommen weitere, interessante Technologiekarten hinzu. So kann man nun zum Beispiel eine Orbitalstation bauen. Der Vorteil liegt auf der Hand. Da 5 Raumschiffe mitgeliefert worden sind, aber nur 4 Spieler spielen können, bekommt der Spieler, der die Orbitalstation baut das 5te Raumschiff zur Verfügung gestellt. Praktisch ist auch die neue Roboterfabrik, die dem Besitzer eine weitere Sanduhr einbringt. Aber auch für die Freunde von handfesteren Dingen wird hier gesorgt. Mit Sabotagesonden und Interstellarraketen kann man seinen Konkurrenten das Leben schwerer machen und sie behindern und Tauschsonden verschicken Waren vom Heimatplaneten an das eigene Raumschiff, egal wo es sich in den Weiten des Weltalls gerade befindet. Auch der Technologientausch wird in den erweiterten Regeln erlaubt und auf den neutralen Planeten fängt ebenfalls das Leben an zu erblühen, was sich in auftauchenden Nachfragekarten wiederspiegelt.

 

Wem die Grundregeln von Space Dealer nicht reichen, findet also eine ganze Menge sinnvoller Erweiterungen im Regelwerk. Alle diese Erweiterungen machen wirklich Sinn und bereichern das Spiel gewaltig. Das soll nicht heißen, dass die Grundregeln langweilig wären, ich für meinen Teil hab mit denen schon eine ganze Menge zu tun gehabt.

 

Spielvorgaben

Das Space Dealer- Regelwerk gibt 30 Minuten als Spielzeit vor. Vergisst man nicht auf die Uhr zu schauen, oder überhört die im Hintergrund laufende CD, hält man sie auch ein, nein, eher gesagt ärgert man sich, dass die Zeit schon vorbei ist. Schließlich hatte man ja noch so viel Unerledigtes zu tun. Dass das Spiel auf 3 bis 4 Spieler begrenzt ist, ärgert mich schon etwas. Ich mag solche engen Grenzen einfach nicht. Ich bin da ein Freund von der 2 bis 6 Spieler- Variante. Aber nun gut, wenn das alles ist was einen stört ist es nicht so schlimm. Schließlich kann man sich ja noch ein weiteres Spiel kaufen und dann mit bis zu acht Spielern dem Weltraumhandel frönen. Das Mindestalter von 10 Jahren halte ich allerdings für zu niedrig. 12 Jahre sollten die Kinder schon sein, schließlich ist Space Dealer selbst in der „Grundversion“ sehr anspruchsvoll. Ich glaube nicht, dass der „normale“ 10- jährige da so ohne weiteres mitkommt.

 

Spielspass und Fazit

Ich bin doch sehr skeptisch gewesen, was das Element der „Echtzeit“ betrifft. Bei PC-Spielen bin ich ehrlich gesagt kein großer Fan davon, mir gefallen rundenbasierende Spiele einfach besser. Echtzeitbrettspiele kannte ich bis Space Dealer überhaupt nicht und deswegen war ich umso gespannter wie das Konzept funktionieren würde.

Unterm Strich lässt sich sagen, dass ich absolut begeistert von Space Dealer bin! Es gibt wirklich kaum Spiele bei denen ich nach einer Partie am liebsten sofort wieder eine neue Runde starten würde. Bei Space Dealer ist das so! Das Konzept der Echtzeit ist voll und ganz aufgegangen. Vor allem merkt man hier, wie schnell 30 Minuten vergehen können. Man möchte am liebsten sechs Hände und Sanduhren haben, um alles gleichzeitig machen zu können.

Einziger Wehrmutstropfen ist die eng eingegrenzte Spielerzahl. 3 bis 4 Spieler sind mir persönlich etwas zu wenig pro Box. Aber ansonsten kann ich Space Dealer wirklich jedem Freund von Wirtschaftsspielen wärmstens ans Herz legen. Die Ausstattung stimmt, die Regeln sind schlüssig, die beigelegte Hintergrundmusik passt sich sehr gut in den Spielablauf ein und die Motivation sowie der Spielspass werden bei mir noch für sehr viele Runden Space Dealer vorhanden sein.

 

(zum vergrößern anklicken)

Eure Meinung:


Keine Einträge
Keine alten Kommentare vorhanden.

Zum Seitenanfang

Platzhalter

Space Dealer

von Eggert Spiele

Spieler: 3-4

Spieldauer: 30 Min.

Sprache: Deutsch

Altersempfehlung: ab 10 Jahre

ASIN: B000MQYIDC

Erhältlich bei: Amazon

oder Eggert Spiele

 

Inhalt:

 

  • 10 Sanduhren
  • 4 Planeten aus je 3 Teilen
  • 8 Orbitalfelder
  • 18 Verbindungsteile für Spiele von 3 bis 8 Spielern
  • 72 Technologiekarten
  • 12 Nachfragekarten
  • 5 Raumschiffe aus 2 Teilen
  • 88 Siegpunktemarker( jeweils 11 pro Farbe)
  • 40 Holzwürfel in 4 verschiedenen Farben
  • 10 Angriffsmarker (schwarze Würfel)
  • 1 CD, mit einem Audiotrack von 30 Minuten Laufzeit
  • 1 Spielregelvideo

 

 

Die FAQ zu Space Dealer finden sie hier!


Platzhalter
Platzhalter
Erstellt: 27.06.2007, zuletzt aktualisiert: 02.03.2016 11:40