Spider-Man 5000 – Vol. 1
 
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Spider-Man 5000 – Vol. 1

Rezension von Thomas Pichler

 

Rezension:

Peter Parker, eine radioaktive Spinne, ein Biss – wer kennt sie nicht, die Vorgeschichte von Spider-Man? Dieser Paradeheld des Marvel-Universums war auch schon Gegenstand so mancher TV-Serie, unter anderem im Jahr 1981. Die ersten sieben Folgen dieser Serie liegen hier auf DVD vor. Sie versprechen Abenteuer mit dem Superhelden und Teilzeitpressefotografen, der neben Schurken auch seine alte Tante May und den Boss um die Ohren hat.

 

Jeden Tag ein neuer Gegner

Spider-Mans Vorgeschichte habe ich schon angerissen und genau das macht auch die Verpachungsrückseite. Die Serie selbst setzt einfach mal voraus, dass der Seher schon eine Ahnung haben wird, wer der Superheld im Spinnenanzug ist und wartet daher einfach mit einer Reihe von Folgen auf, in denen er sich mit verschiedenen Schurken auseinandersetzen muss. Viel Zusammenhang besteht zwischen den Episoden nicht.

 

Erster Gegner ist ganz klassisch Dr. Octopus, der zunächst nur durch uncharakteristisch kleine Diebstähle auffällt. Doch bald zeigt sich, dass er nur daran gearbeitet hat, seine mechanischen Arme ein wenig aufzuwerten und sein eigentliches Ziel die Ölvorräte der Welt sind. Zunächst sieht es so aus, als könne er Spider-Man dank eines neuen Tricks tatsächlich aus dem Weg schaffen, doch am Ende behält freilich der Held die Oberhand.

 

In den weiteren Folgen muss es Spider-Man mit sechs weiteren Marvel-Schurken aufnehmen. Sinniger Weise korreliert dabei das Kaliber der Gegner auch mit dem Ausmaß ihrer Pläne. Dr. Doom beispielsweise ist in gewohntem Größenwahn direkt auf die Weltherrschaft aus, während die Echse einfach nur ein reptilenüberranntes Dschungelparadies anstelle New Yorks errichten will. Black Cat als Juwelendiebin nimmt überhaupt mit wertvollen Antiquitäten und einem angekratzten Spinnenego vorlieb.

 

Der Sandmann wiederum sucht, seine Kräfte zu verstärken, um sich dann leichter bereichern zu können, während ein Schurke vom Kaliber Magnetos selbstverständlich gleich die Nationen dieser Welt mit einem totalen Kommunikationsblackout auf Unsummen zu erpressen sucht. Da kann ein Mysterio nicht ganz mithalten, obwohl er immerhin versucht, mittels manipulierter Musik eine Armee gedankenkontrollierter Sklaven aufzustellen.

 

Die spinnt doch, die Spinne

Dieser Spider-Man ist nie um einen Witz verlegen, wobei die Sprüche mal flott und gelegentlich auch etwas dümmlich wirken. In letzterem Fall kann man dann richtig nachvollziehen, warum sich Dr. Doom von den ewigen Scherzen unbeeindruckt gibt. Doch das gehört einfach zum Charakter – in den Comics wirkt Peter Parker auch oft so - und geht somit voll in Ordnung. Ja, ich würde sogar behaupten, dass die Serie in dieser Hinsicht eigentlich eine sehr gute Comic-Adaption ist.

 

Ein Problem dagegen ist, wenn die Logik einer Folge selbst für Comic-Verhältnisse zum dummen Witz mutiert. Leider passiert genau das im Kampf gegen Doc Oc und sorgt somit für einen schlechten Ersteindruck. Erst funktionieren die Spinnenfäden aufgrund von Feuchtigkeit nicht mehr, doch später taugen sie sogar für ein wenig Hai-Rodeo unter Wasser? Das sogar für Comics hart. Zum Glück halten sich solch unbeabsichtigte Absurditäten in den weiteren Folgen auf einem durchschnittlichen 80er-Superhelden-Niveau..

 

Also kann der Seher in Ruhe Spider-Man-Typisches wie etwa den absurden Hass des Zeitungsverlegers J Jonah Jameson auf die Spinne genießen. Comic-Vorbildung ist dabei zu empfehlen, denn davon geht die Serie de facto aus. Weder der Superheld noch Gegner und Nebenfiguren werden im Rahmen der Serie wirklich vorgestellt. Auch Kenner werden eventuell die eine oder andere Überraschung erleben. So ist Black Cat in dieser Serie noch längst nicht reformiert und statt einer Mary Jane gibt es die Daily-Bugle-Sekretärin Betty Brant.

 

Digitalisierungs-Desaster

Das absolute Lowlight dieser DVD ist zweifellos der Technik. Einfach nur die sieben Folgen ohne Extras, das kann man ja noch verschmerzen und die sehr simplen Menüs ebenso. Dass das gut einminütige Intro einer Folge nicht einfach übersprungen werden kann, fällt bei einer modernen DVD unangenehm auf, aber auch das ist noch kein echtes Problem.

 

Wirklich übel sind die Bildfehler von Flimmern über wilde Sprünge in der Farbsättigung bis zu merkwürdig überscharfen Linien. Speziell die vierte Serienfolge würde ich als Katastrophe bezeichnen. Dass das nur an der Qualität des digitalisierten Archivmaterials liegt, kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen. Denn einige der Bildstörungen wirken sehr nach Digitalisierungsfehlern. Hat denn Clear Vision keine Qualitätskontrolle?

 

Fazit:

Wo Spider-Man drauf steht, ist in diesem Fall auch Spider-Man drin. Sprich wer die Spinne für einen dümmlichen Spinner hält, wird mit diesem Material auch nicht warm. Wer dagegen Peter Parkers nicht immer hochgeistigen Schmäh liebt, bekommt genau, was er sucht. Dann ist die Frage eher, ob man die technischen Mängel dieser DVD vergeben kann. Wer einfach nur mal Superhelden schnuppern will, sollte sich aus technischen Gründen jedenfalls anderswo im teils sehr guten „Superheroes on DVD“-Programm bedienen.

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Oje, das hat nicht geklappt, Elfenwerk! 20240422092025c3a1878a
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DVD:

Spider-Man 5000 – Vol. 1

USA 1981

Umfang: 1 DVD

Laufzeit: 153 Minuten

Sprache: Englisch

Untertitel: Deutsch, Niederländisch, Finnisch, Dänisch, Schwedisch, Norwegisch

Clear Vision, 11. Juni 2010

FSK 6

 

ASIN: B003KNVDKA

 

Erhältlich bei: Amazon


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Erstellt: 16.07.2010, zuletzt aktualisiert: 07.02.2024 17:01, 10735