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Spiel der Wölfe von Patricia Briggs

Reihe: Alpha & Omega, Bd. 2

Rezension von Christel Scheja

 

Während Mercy Thompson nicht wirklich eine Werwölfin ist und nur bedingt etwas mit deren Clans zu tun hat, weil sie ihren eigenen Weg geht, sind Charles und Anna ganz in die Rangfolge und Gemeinschaft des Rudels integriert. Die Serie „Alpha und Omega“ beschreibt ihre Abenteuer mit, im und für den Clan. War der erste Band „Schatten des Wolfes“ noch ganz dem intensiven Kennenlernen und Zusammenfinden der beiden gewidmet, die unterschiedlicher nicht sein konnten, so leitet „Spiel der Wölfe“ nun die nächste Ebene der Beziehung ein.

 

Leicht hatte es der Alpha-Werwolf Charles nicht, Anna für sich zu gewinnen, denn die ruhige und sanfte Frau ist eine der seltenen Omega-Werwölfinnen, die sich ganz und gar unterordnen können. Doch das macht sie nicht unbedingt schwach. Als ausgleichendes Element zur Aggressivität der Alpha-Werwölfe ist Anna zum Bespiel in der Lage aufgebrachte und wütende Clanmitglieder allein durch ihre Ausstrahlung zu beruhigen. Selbst Anführer wie Charles kommen an ihrer Seite zur Ruhe.

Allerdings wurde sie in ihrem früheren Rudel gequält und gedemütigt, so dass es lange brauchte, bis sie ihre Angst und Vorsicht loslassen konnte. Nun ist sie aber Charles und seinem Clan um so mehr verbunden und hat schon viel Gutes bewirkt.

Der Marrok , Anführer der Werwölfe Nordamerikas und Vater von Charles, ist jedenfalls sehr zufrieden mit ihr. Aber er fasst nun auch einen Plan, der das Leben aller Wesen auf der Erde erschüttern könnte – er will den einfachen Menschen die Existenz der Werwölfe enthüllen, weil er genug von der Heimlichtuerei hat.

Da er dies aber nicht übers Knie brechen und die Rudel anderer Kontinente und Länder vor vollendete Tatsachen stellen will, informiert er diese und akzeptiert auch ein Treffen, als die Werwölfe Europas dies fordern. Charles und Anna sollen bei den Gesprächen mithelfen, doch das könnte zu ziemlichen Komplikationen führen, da der Sohn des Marroks zahlreiche Feinde unter den Werwölfen der alten Welt hat. Auch deren Anführer ist nicht gerade ohne – Jean Chastel, der den Menschen gegen Ende des 18. Jahrhunderts schon einmal Angst und Schrecken eingejagt hat. Und welche Absichten hat eigentlich der Engländer Arthur Madden? Das Treffen steht damit unter keinem günstigen Stern, und auch wenn gerade Anna alles tut, um Konflikte zu vermeiden, kommt es doch schon bald zu einem Mord.

 

„Spiel der Wölfe“ führt weiter in die Welt der Werwölfe ein, zeigt mehr Aspekte ihrer Gesellschaft in Vergangenheit und Gegenwart oder beleuchtet das teilweise sehr unterschiedliche Selbstbild. Wieder können Anna und Charles zeigen, was in ihnen und ihren Fähigkeiten steckt. Nun bekommen auch die Figuren selbst ein wenig mehr Farbe, wenn es auch noch nicht viel ist.

Die Handlung wird durch die vielen zwischenmenschlichen (oder besser –werwölfischen) Interaktionen sehr in die Länge gezogen und ist im Prinzip einfacher und schlichter als sie im ersten Moment wirkt, so dass es gerade am Anfang einige Längen gibt, da die Geschichte einfach nicht in Gang kommen will. Die Bedrohungen selbst sind für die Helden nicht ganz so ernst wie für die Nebenfiguren, was dem ganzen auch ein wenig Wind aus den Segeln nimmt. Dennoch ragt der Roman deutlich aus der Masse ähnlicher Titel heraus, da es glücklicherweise noch am wenigsten um die Weiterführung der Liebesgeschichte geht, sondern mehr um die Beschreibung der werwölfischen Gesellschaft. Fans der Romane um „Mercy Thompson“ werden sich noch am meisten über die Geschichte freuen, da sie hier Informationen erhalten, die in den vorgenannten Romanen nur gestreift werden, dafür die Welt ein wenig runder und lebendiger machen.

Auf jeden Fall sollte man „Schatten des Wolfes“ kennen, da im zweiten Roman einige Dinge bereits als bekannt vorausgesetzt werden, die wichtig sind, um das werwölfische Wesen zu verstehen.

 

„Spiel der Wölfe“ ist wie sein Vorgänger vor allem für diejenigen interessant, die bereits die andere Reihe von Patricia Briggs kennen und so mehr über die Werwolfsgesellschaft erfahren kann, die bei Mercy Thompson zwar immer wieder angesprochen, aber nicht wirklich ausführlich beschrieben wird. Leider sind auch diesmal Figuren und Handlung eher schlicht gestrickt, so dass der Roman wie sein Vorgänger kaum für sich alleine stehen kann, sondern nur als Ergänzung betrachtet werden sollte.

 

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Spiel der Wölfe

Reihe: Alpha & Omega, Band 2

Autorin: Patricia Briggs

broschiert, 416 Seiten

Heyne, erschienen September 2010

Übersetzung aus dem Englischen von Vanessa Lamatsch

Titelbild von Animagic

ISBN-10: 3453526791

ISBN-13: 978-3453526792

Erhältlich bei: Amazon

 

weitere Infos:


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Erstellt: 27.10.2010, zuletzt aktualisiert: 18.01.2019 08:39