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Spieler-Handbuch Eberron

D&D Eberron Quellenband

Rezension von Christel Scheja

 

Im Jahr 2003 bot Wizards of the Coast mittels einer Ausschreibung jungen Autoren an, die nächste Kampagnenwelt für Dungeons und Dragons zu entwickeln. Keith Baker konnte die Jury damals offensichtlich mit seinem Konzept zu Eberron überzeugen, das die vertrauten Elemente des Spiels mit einer ganz anderen Stimmung als bisher verband.

Ohne den engen Rahmen der Produktpalette zu verlassen, gelangt es Baker doch, der Welt einen eigentümlich endzeitlichen Reiz zu verleihen.

 

Nach einer gewissen Vorlaufzeit erschienen dann die entsprechenden Produkte. Man begnügte sich nicht damit nur eine Weltbeschreibung herauszugeben und dann dazu passende Abenteuer heraus zu geben, die Romantrilogie „Die träumende Finsternis“ sollte die Spieler nach und nach in die wichtigsten Gegebenheiten Eberrons einführen - angefangen mit den Heldentypen und den Monstern, den sie begeben konnten. Die Romane gaben gleichzeitig auch die politische und gesellschaftliche Situation in den bekannten Ländern wieder und machte auf erste Geheimnisse aufmerksam, die eines Tages wohl auch die Kampagne beeinflussen werden.

 

In zwischen haben weitere Quellenbände die Beschreibung von Eberron vertieft. Frisch erschienen ist das Spielerhandbuch. Es wendet sich an alle Gruppen, die ihre Runden atmosphärischer gestalten und den eigenen Charakteren einen lebendigen Hintergrund verpassen wollen, der von den üblichen Standard-Szenarien abweicht und genau zu dieser Welt passt.

 

Deshalb widmet sich der erste Teil des Bandes auch der Charakterentwicklung. Was zeichnet eine typische Figur von Eberron aus? Mit welchen Eigenheiten und Berufen kann man seine gewählte Charakterklasse vertiefen - was kann er allein durch seinen Hintergrund wissen, und welche Handicaps muss er in Kauf nehmen?

Anders als erwartet findet man hier so gut wie keine Tabellen und Werte vor, die Beschreibungen lassen große Freiheiten. Allerdings machen der Autoren aber auch auf darauf aufmerksam, das manche Klischees unter Umständen die Atmosphäre des Spiels verderben könnten.

 

Der weit größere Teil des Buches ist eine Enzyklopädie. Die Autoren äußern sich zu verschiedenen und teilweise auch sehr abenteuerrelevanten Themen. Das ganze ist nicht strikt geordnet, sondern bunt gemischt, so dass das Stichwortregister manchmal recht hilfreich ist, um bestimmte Punkte zu finden.

Wirkliche Geheimnisse werden nicht verraten, aber dennoch sollte man sehr gewissenhaft mit den Informationen aus diesem Buch umgehen, da es deutlich zwischen dem Spieler und Charakter unterscheidet. Ersterer mag nach der Lektüre zwar einiges über die Gewölbe der Unterwelt Eberrons wissen und mit dem „Totlosen Hofstaat“ aus dem Elfenreich Aerenal vertraut sein, aber die in den Abenteuern eingesetzte Figur könnte nur einen Bruchteil kennen. Daher verlangt die Lektüre auch von den Spielern einiges an Disziplin.

So werden neben verschiedenen Ländern auch die Völker Eberrons und ihre Kulturen in den verschiedensten Regionen kurz vorgestellt, man geht näher auf die Geschichte der Welt bis zur Gegenwart ein, macht auf die teilweise sehr gefährlichen Hinterlassenschaften der Vergangenheit aufmerksam, beschreibt die Eigenheiten der Magie und das Wirken der Götter, Kulte und Organisationen werden ebenso vorgestellt wie einige Artefakte und die Mächte der Dunkelheit.

All das ermöglicht interessierten Spielern den Spielleitern bei der Gestaltung der Kampagne zu helfen und voll und ganz in die neue Welt einzutauchen. Die Beschreibungen sind in erster Linie dazu da, um das Erzählspiel plastischer zu machen, nur selten finden sich kleine Tabellen, die auch die regeltechnischen Vor- oder Nachteile deutlich machen.

 

Auch wenn sich das „Spielerhandbuch Eberron“ an die Gruppe selbst richtet, so sollte man sich als Spielleiter schon ganz genau überlegen, ob die Mitglieder seiner Gruppe verantwortungsbewusst genug sind, um keine Vorteile daraus zu schlagen.

Wenn man das nicht von seinen Leuten sagen kann, sollte man allenfalls Abschriften und Auszüge aushändigen und nicht mehr und das Buch lieber selbst verwenden, um sich noch fehlende Details für seine Kampagne heraus zu picken.

 

Der Quellenband ist damit für erfahrenere Gruppen zwar eine interessante Ergänzung zu den anderen Hintergrundbänden der Eberron-Kampagne, für das Spiel auf dieser Welt allerdings nicht zwingend notwendig, wenn man in seinen Runden doch eher eine regeltechnische Vorgehensweise bevorzugt und nicht so sehr viel wert auf das Setting legt.

Hat man allerdings mehr Interesse am gemeinsamen Erzählspiel, so kann man sich aus dem Band durchaus einiges an Informationen holen. Da wird das „Eberron Spielerhandbuch“ seinem Anspruch mehr als gerecht.

 

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Spieler-Handbuch Eberron

System: D&D

Eberron Quellenband

Autoren: James Wyatt, Keith Baker, Luke Johnson, Stan!

Feder und Schwert, Mannheim

FS 30205, erschienen August 2007

Hardcover, 208 Seiten

ISBN 978-3-86762-018-5

Übersetzung aus dem Amerikanischen von Daniel Schumacher

Titelbild von Wayne Reynolds, Innenillustrationen von Anne Stokes, Brent Chumley, David Michael Beck, Draxal Jump Entertainment, Eric Deschamps u. a., Karten von Lee Moyer

Erhältlich bei: Amazon

 


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Erstellt: 02.09.2007, zuletzt aktualisiert: 02.02.2015 01:43