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Spur der Nacht von Patricia Briggs

Reihe: Mercy Thompson, Bd. 3

Rezension von Christel Scheja

 

Zu den „Urban Fantasy“ – Reihen, die auch für Genrefans interessant sind, gehören die Romane um die Skinwalkerin Mercy Thompson. Hier geht es immerhin nicht nur um Liebe und Romantik, wie in vielen andere Romanen um die Wesen der Nacht, sondern um handfeste Abenteuer. Nach „Ruf des Mondes“ und „Bann des Blutes“ ist nun endlich der dritte Band „Spur der Nacht“ erschienen.

 

Schon im letzten Band erinnerte ihr alter Mentor Zee, Mercy daran, dass sie dem Feenvolk etwas schuldig sein würde. Damals gab er ihr ein Messer, das sie für ihren Kampf brauchte. Und nun ist die Zeit gekommen, in der die Wesen der Anderswelt ihren Preis einfordern. Schon seit einer ganzen Weile erschüttert eine Mordserie das Reservat des Feenvolkes.

Mercy, die als Skinwalkerin vor allem in ihrer Koyotengestalt sehr feine Sinne hat, soll sich die Wohnungen der Opfer genauer ansehen. Vielleicht findet sie Hinweise auf den Täter. Aber dieser hat seine Spuren nur all zu gut verwischt. Nur eines kann Mercy heraus bekommen: ganz offensichtlich hüteten alle, die gestorben sind, mächtige Artefakte des Feenvolkes, wie einen Wanderstab oder einen Kelch.

Da bald ihr Mentor plötzlich unter Verdacht gerät und verurteilt werden soll, gibt Mercy die Suche nicht auf, wie sie es eigentlich geplant hat, nachdem eine Vertreterin des Feenvolkes sie so herablassend behandelte. Statt dessen versucht sie einen anderen Ansatz zu finden und beginnt mit Hilfe eines Bibliothekars und alten Freundes von Zee über die Sagen und Legenden, die sich um die Artefakte ranken, nach neuen Anhaltspunkten zu suchen. Sie ahnt nicht, dass sie gerade damit den Mörder auf sich aufmerksam machen könnte.

Stattdessen wird sie ein wenig von Adam, dem Anführer des hier ansässigen Werwolfrudels abgelenkt. Er hat es immer noch nicht aufgegeben, um sie zu werben und versucht ihr auch weiterhin klar zu machen, dass er sie trotz aller Unterschiede an seiner Seite braucht. Doch Mercy ist noch nicht bereit, ihre Unabhängigkeit aufzugeben. Erweist sich das vielleicht als Fehler?

 

„Spur der Nacht“ ist wie seine Vorgänger eine Mischung aus Fantasy-Roman, was man an der Magie und den Wesen aus der Anderswelt merkt, die sich unerkannt zwischen den Menschen bewegen, und Thriller, denn immer liegt der Handlung auch eine Kriminalgeschichte zu Grunde. Romantische Beziehungen finden nur am Rande statt und sorgen für die zusätzliche Würze, was den Umgang der Hauptfiguren miteinander angeht.

Diese sind sehr sympathisch geschildert, aber ihre Charakterisierung geht nicht wirklich in die Tiefe. Das sorgt dafür, dass der flotte und unterhaltsame Erzählstil über den ganzen Roman erhalten bleibt, und die Entwicklung der Figuren nicht zu viel Raum ein nimmt.

Insgesamt bietet das Buch eine gesunde Mischung aus Action, Fantasy und Drama, dem eine Messerspitze Humor und Romantik beigefügt ist.

Der Fall steht im Vordergrund und entwickelt sich glaubwürdig, so dass man das Buch erst am Ende wirklich aus der Hand legen kann. Im Gegensatz zu „Bann des Blutes“ stimmen diesmal Tempo und Auflösung.

 

„Spur der Nacht“ bietet wieder einmal den von Patricia Briggs gewohnten Mix aus liebevoller Personenschilderung, kryptischen Geheimnissen und Action geliefert und kann diesmal vor allem durch das interessante Ende punkten, dass wesentlich gelungener ist als das von „Bann des Blutes.

 

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Spur der Nacht

Reihe: Mercy Thompson, Bd. 3

Autorin: Patricia Briggs

broschiert, 416 Seiten

Heyne, erschienen Januar 2009

Übersetzung aus dem Amerikanischen von Regina Winter

Titelbildgestaltung von Animagic, Karte von Andreas Hancock

ISBN-10: 3453524780

ISBN-13: 978-3453524781

Erhältlich bei: Amazon

 

weitere Infos:


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Erstellt: 14.03.2009, zuletzt aktualisiert: 18.01.2019 08:39