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Spyborgs (Wii)

Rezension von Cronn

 

Als das Türschott sich öffnet, stürmen mein Freund Bouncer und ich in den dahinterliegenden Raum. Feuer und Lava spüre ich schon, ehe ich sie vor mir sehe.

Die Landschaft öffnet sich weithin. Ich sehe Lavaströme fließen und dazu einen Vulkan, der beständig neue Magma aus dem Inneren des Planeten heraufbefördert.

Mein Kollege Bouncer sieht sich um, entdeckt eine versteckte Kiste und entzaubert sie mittels Handbewegung seiner Klaue.

Doch da beginnt es! Von überall her klettern kleine Roboter-Wesen auf die schmale Landbrücke, die sich über das Lavameer spannt. Ich gehe in Angriffsstellung, Bouncer neben mir ebenfalls. Und sofort stürmen die Roboter-Hunde auf uns ein.

Mit kräftigen Kung-Fu-Schlägen und Tritten erwehren wir uns unserer Haut. Einen nach dem anderen der Roboter-Hunde können wir abwehren. In einer kleinen Explosion vergeht Metall um Metall.

Aber die Übermacht scheint unbezwingbar. Plötzlich taucht ein größeres Exemplar auf, gesellt sich zu seinen Kumpanen und bekämpft uns ebenfalls mittels seiner Klauen und Zähne.

Hier kann ich allein nicht viel ausrichten. Da müssen wir beide, Bouncer und ich, zu einem geheimen Trick greifen.

Wir konzentrieren uns auf einen Gegner und gestalten einen Kombinationsangriff. Mit dem richtigen Timing gesetzt gelingt er uns auch. Und der Mega-Roboterhund ist nur noch Altmetall!

Nach und nach entledigen wir uns der restlichen Feinde und stehen alsbald als Sieger auf der Landbrücke.

Geschafft!

Doch nicht für lange, fürchte ich. Bis wir die Weltherrschaftspläne des Spyborgs Jackal und seiner Kumpane Colt und Eighty-Six vereitelt haben werden, gehen sicherlich noch einige Stunden ins Land.

 

SPYBORGS ist der neue Titel von Capcom, der für die Wii erscheint. Aus heiterem Himmel, nahezu ohne, dass er im Radar der Kritiker war, taucht SPYBORGS auf. Entwickelt wurde SPYBORGS von Bionic Games, einem Studio, das in North Hollywood, Kalifornien seinen Stammsitz hat und für Top-Publisher Spiele entwickelt.

So also auch für Capcom. Aber ist SPYBORGS denn auch ein Top-Spiel?

 

Hintergrund:

„Spyborgs“ ist eine Namenszusammensetzung aus „Spy“ und „(Cy)borg“ und bezeichnet einen kybernetisch erweiterten Menschen/Organismus, der zu Zwecken der Spionage eingesetzt wird. So jedenfalls erschließt sich der Name dem Kritiker.

In unserem Zusammenhang hier ist SPYBORGS genauer gesagt der Name des Spiels und gleichzeitig der Organisation, die als eine Art Polizeitruppe die Menschheit beschützt und aus ehemaligen Soldaten besteht, die auf dem Schlachtfeld verletzt wurden und nun nicht ausgemustert werden, sondern mit kybernetischen Mitteln erweitert werden und der Spyborg-Initiative dienen.

In letzter Zeit verschwinden auf mysteriöse Weise immer wieder Spyborg-Agenten. Es gilt nun herauszufinden, wohin sie verschwinden und wer hinter dem Ganzen steckt...

Die Story wird in Zwischensequenz-Videos forterzählt.

 

Gameplay:

In der Rolle eines der Spyborg-Agenten geht der Spieler auf Erkundungstour. Zur Auswahl stehen drei Charaktere: die Kampfsportexpertin Clandestine, der erfahrene Soldat Stinger oder Roboter Bouncer. Alle drei besitzen unterschiedliche Vor- und Nachteile, die sich im Kampf auswirken. Später kann man durch Upgrades die Nachteile abschwächen und die Stärken ausbauen.

In SPYBORGS geht es vor allem um eines: Prügel-Action im großen Stil. Dazu benutzt man den Nunchuck-Controller, um die Charaktere zu bewegen und die Tasten auf der Wiimote, um Attacken auszuführen. Zerstörte Gegner und Kisten hinterlassen rote, blaue, gelbe und grüne Funken, die unterschiedliche Dinge bewirken. Blaue Funken heilen den Spielcharakter, rote sammelt man für Upgrades am Levelende, gelbe füllen die Energieanzeige auf für die K-O-Schläge oder Kombo-Schläge (im Multiplayer) und grüne machen eine Zeit lang unverwundbar.

All das hört sich zunächst wenig innovativ an. Warum ist aber dennoch SPYBORGS ein extrem unterhaltsames Spiel? Es liegt vor allem am Multiplayer-Modus!

Der zweite Spieler kann jederzeit in das Geschehen einsteigen und den NPC-Charakter übernehmen und mitspielen. Dabei werden die gefundenen Bonus-Funken gerecht auf beide Spieler verteilt. Das System funktioniert wunderbar und damit entfällt die nervige Punkte-Sammelgier, wie sie beispielsweise bei anderen Multiplayer-Titeln auf der Wii vorherrscht. Jeder gönnt dem anderen die Punkte – das ist ein lobenswertes Gamedesign-Element.

Was grandios umgesetzt wurde ist auch der Schlag-Zähler. Für jeden innerhalb einer bestimmten Zeit gesetzten Schlag erhält man einen Punkt auf der internen Zähleruhr. Bei einer festgelegten Grenze wird dann die erreichte Schlagzahl auf dem Schirm angezeigt. Das motiviert enorm. Ständig möchte man beim nächsten Kampf noch mehr zusammenhängende Schläge haben – das gilt auch und vor allem für den Coop-Modus.

Hat man genügend Energie beisammen, kann man einen Kombo-Schlag ausführen, was man tunlichst bei größeren Gegnern tun sollte: dazu färbt sich der Bildschirm ein und der erste Spieler muss eine bestimmte Wii-Mote-Bewegung durchführen, dann der andere. Nur wenn beide klappen, funktioniert auch der Kombo-Schlag! Grandiose Szenen sind die Folge und lustige Statements vor dem Bildschirm, wenn man seinen Kumpel im Spaß zusammenschnauzt, weil er wieder mal die Kombo verhunzt hat oder ihn lobt, weil er es geschafft hat. In jedem Fall ist im kooperativen Modus für Kurzweil gesorgt.

Sehr empfehlenswert!

 

Grafik und Sound:

Die Wii ist ja bei Grafikfetischisten als Gurke verschrien, doch SPYBORGS zeigt, wie man es als Entwickler anstellen muss, dass dennoch die Grafik ansehnlich bleibt, obgleich die hardwaretechnischen Voraussetzungen gelinde gesagt mager sind.

Die Entwickler von SPYBORGS setzten auf die kunterbunten Grafiken im comicartigen SF-Stil einen Weichzeichner-Effekt. Das hat zur Folge, dass die eh schon recht detaillierten Grafiken verwischt werden und man den Eindruck hat, dass die Auflösung höher ist, da die hässlichen Kanten nicht so auffallen. Super gemacht! Hut ab! Das sollte sich so manch anderer ebenfalls auf die Agenda-Liste schreiben.

Im Soundbereich kracht und scheppert es, dass es eine helle Freude ist. SPYBORGS macht da alles richtig.

 

Fazit:

Wie man schon an den vorherigen Zeilen sieht, ist SPYBORGS eine Spaßgranate im Multiplayer. Der kooperative Modus macht große Laune.

Das Prügelspiel nimmt sich selbst nicht bierernst, so dass die Gewaltdarstellung auch für Kinder erträglich ist. Das Spiel ist ab zwölf Jahren freigegeben.

SPYBORGS stellt sich als ein Überraschungshit heraus, der endlich wieder mal etwas für Wii-Besitzer ist, die abseits des Fitness-Wahns und der Fuchtel-Minispiele sich austoben möchten.

Hardcore-Gamer greifen bedenkenlos zu und haben viel Spaß bei SPYBORGS!

 

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Eure Meinung:


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MEDIUM:

Spyborgs

von Capcom

Plattform: Nintendo Wii

USK-Einstufung: USK ab 12 freigegeben

Erscheinungsdatum: 25. September 2009

Erhältlich bei: Amazon


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Erstellt: 06.10.2009, zuletzt aktualisiert: 30.01.2015 15:01