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StarCraft: Frontline (Bd. 1)

Rezension von Cronn

 

Im Jahr 1998 wurde von Blizzard Entertainment ein Echtzeit-Strategiespiel geschaffen, das auf dem Spielesektor einschlug wie eine Bombe. Die Rede ist von „Starcraft“.

„Starcraft“ erhielt durchwegs sehr gute bis hin zu exzellente Kritiken und gilt bis heute als das am besten ausbalancierteste Echtzeit-Strategiespiel.

In Südkorea hat sich „Starcraft“ dermaßen etabliert, dass man es dort sogar als eine Art Volkssport ansehen kann. Es finden regelmäßige Turniere statt, die auch auf dem Fernsehen übertragen werden. „Starcraft“-Spieler werden wie sonst nur Sport-Helden, Schauspieler oder Pop-Stars verehrt und genießen Kultstatus.

Inzwischen wurde von Blizzard Entertainment der Nachfolger „Starcraft 2“ angekündigt, was von den Spielern überall auf der Welt sehnsüchtig erwartet wird.

Die Story von „Starcraft“ ist unter Gamern hinlänglich bekannt. Alles dreht sich um die Auseinandersetzung dreier Völker: die Terraner, die Zerg und die Protoss. Die beiden letzten Rassen sind aus Experimenten einer anderen Rasse entstanden, die sog. Xel’Naga. Die Zerg haben ihre Schöpfer allerdings vernichtet und assimilieren nun alles, was sich ihnen in den Weg stellt.

„Starcraft“ hat seinen Weg gefunden, vom Computerbildschirm hin zu anderen Formen der Medienunterhaltung. „Starcraft“ gibt es inzwischen auch in Buchform und nun im Hause Tokyopop auch als Comic-Taschenbuch. Mit „Frontline“ wird nun der erste Band einer Serie etabliert, welche im Starcraft-Universum angesiedelt ist. Eine ganze Reihe von bekannten Autoren und Zeichnern haben sich versammelt, um dem PC-Spiel eine Hommage zu entbieten.

 

Inhalt:

Bevor der Band insgesamt kritisch gewürdigt wird, soll ein Blick auf den Inhalt geworfen werden. „Starcraft Frontline 1“ ist ein Band, der keine durchgängige Storyline beschreibt, sondern vier eigenständige und bis auf eine in sich abgeschlossene Kurzgeschichten-Comics bietet.

Es beginnt mit einem Comic, betitelt: „Warum wir kämpfen“, von Josh Elder (Autor), Ramanda Kamarga (Zeichnungen). Hier wird in drei parallelen Ebenen der Kampf der drei Rassen beschrieben, wobei auf zwei Individuen näher eingegangen wird. Am Ende überschneiden sich alle drei Storylinien. Zeichnerisch gelungen, ist das Format aber ein Hindernis für diesen Comic. In der kleinen Unterteilung der Panels kommen die Zeichnungen nicht deutlich genug heraus und es geht viel an Detail verloren. Schwierig ist auch das Verfolgen der Storylinien, die sich teilweise über eine Doppelseite parallel hinwegziehen, was man aber nicht sofort bemerkt.

„Donnergott“, von Richard A. Knaak (Text) und Naohiro Washio erzählt die Geschichte des Terraners Sandin Forst, der mit Hilfe seiner beiden Freunde abseits der Hauptkampftruppe eine geheime Installation infiltrieren und dort reiche Beute machen will. Dass dies nicht so einfach zu bewerkstelligen ist, muss er bald feststellen. „Donnergott“ erzählt eine interessante und spannende Geschichte. Leider passen die Bilder nicht immer so gut dazu. Immer, wenn der Zeichner sich an der Darstellung von Personen versucht, gelingt es nicht allzu gut. Maschinen, Gebäude oder anderes technisches Gerät hingegen sieht exzellent aus. Unter diesem Zwiespalt leidet aber die Story, welche sehr auf die Charaktere bezogen ist. Schade.

„Kriegswaffe“, von Paul Benjamin/Dave Shramek (Autoren) und Hector Sevilla (Zeichnungen) schildert den heldenhaften Kampf einer Gruppe von Terranern, die auf einer Minenstation leben, welche von Zerg überrannt wird. Dabei erweist sich die PSI-Fähigkeit eines Jungen gleichzeitig als Fluch und als Segen. „Kriegswaffe“ ist ein exzellent gelungener Comic, der eine Melange aus Handlung und Zeichnung schafft, die bemerkenswert ist. Beides unterstützt sich gegenseitig. Die Handlung ist finster und auch die Zeichnungen sind vom Stil her drückend schwer. Perfekt!

Den Abschluss bildet „Der Schutzpanzer“ von Simon Furman (Text) und Jesse Elliot. Hier dreht sich alles um einen Terraner, der in seinem Mech sitzt und auf Zivilisten schießt. Der durchgedrehte Psychopath war einst ein gefeierter Kriegsheld. Aber nun hat ihn das immerwährende Töten und die übermäßige Nutzung von Stimpacks durchdrehen lassen.

Die Story hört in der Hälfte auf und wird im zweiten Comic-Band fortgesetzt, so dass sich nur wenig über den Grad an Perfektion hinsichtlich der Handlung sagen lässt. Die Zeichnungen jedenfalls überzeugen und sind auf hohem Niveau.

Der Band wird von einem Werbecomic für „Warcraft“ abgeschlossen, gepaart mit einer Biographie der beteiligten Autoren und Zeichner.

 

Fazit:

„Starcraft Frontline 1“ ist ein Band, der mit seinen vielen unterschiedlichen Autoren und Zeichnern naturgemäß ein durchwachsenes Bild bietet. Dabei ist vieles darunter, was einem Starcraft-Fan gefallen kann. Am überzeugendsten ist die Story „Kriegswaffe“ gelungen, die in ihren besten Momenten von der Atmosphäre her an den Film „Aliens“ von James Cameron erinnert.

„Starcraft Frontline 1“ ist durchaus gelungen, macht Laune auf den zweiten Band und ist für Hardcore-Starcraft-Fans ein Pflichtkauf. Alle anderen werfen mal einen Blick hinein und lesen probe.

 

Cronn

 

Eure Meinung:


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Comic:

StarCraft: Frontline (Bd. 1)

von: Josh Elder, Daniel Cross, Richard Knaak, Naohiro Washio, Paul Benjamin, Dave Shramek, Nam Kim, Simon Furman, Jesse Elliot

Broschiert: 176 Seiten

Sprache: Deutsch

Verlag: Tokyopop

Erschienen: September 2008

ISBN-Code (13):

978-3-86719-423-5

ISBN-Code (10):

3-86719-423-8

Erhältlich bei Amazon

weitere Infos:


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Erstellt: 09.09.2008, zuletzt aktualisiert: 20.04.2019 08:39