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Sternenkrone 5 + 6 von Kate Elliott

Rezension von Carmen Huber

 

Noch immer ist Prinz Sanglant von seiner einjährigen, grausamen Gefangenschaft bei Blutherz geprägt, und es fällt ihm unglaublich schwer, sich wieder an ein normales Leben zu gewöhnen. Immer wieder fällt er in das Verhalten eines Hundes zurück, was ihm von vielen Seiten Spott einbringt, doch er hat sich auch ansonsten sehr verändert. Für ihn stehen nicht mehr die Wünsche seines Vaters an erster Stelle, sondern für ihn zählt nur noch eines: Liath. Doch die junge Frau steht als Adler immer noch in den Diensten des Königs, und zudem beginnt auch Hugh wieder vermehrt, sie zu bedrängen. Noch dazu hat König Henry andere Pläne mit seinem Erstgeborenen: Er will ihn zu seinem Erben machen und ihn deshalb mit der Königin von Aosta verheiraten. Als Sanglant sich widersetzt und entgegen seines Vaters Befehl Liath heiratet, ist König Henry außer sich vor Zorn. Und dann taucht plötzlich Liaths todgeglaubte Mutter auf und bietet ihr an, sie in der Magie zu unterrichten. Liath und Sanglant nutzen die Gelegenheit, um König Henrys Zorn und all den höfischen Intrigen zu entkommen und begleiten die geheimnisvolle Frau, wobei sich so für Liath endlich die Möglichkeit ergibt, die Kontrolle über ihre Fähigkeiten zu erlernen und ihren unglaublichen Wissensdurst zu stillen ... Doch auch ihre Mutter verbirgt viele Geheimnisse vor ihr ...

 

Währendessen geht Alains sehnlichster Wunsch in Erfüllung: Er wird mit Prinzessin Tallia vermählt, die er über alles liebt. Doch sein Glück ist nur von kurzer Dauer, denn Tallia ist überzeugt davon, als Gottes reines Gefäß erwählt zu sein und ihre Jungfräulichkeit erhalten zu müssen, und sie lässt sich von ihrem religiösen Wahn nicht abbringen. Zugleich aber braucht Alains Vater Graf Lavastin einen Erben, und schon bald befindet sich Alain in einem schweren Gewissenskonflikt ... Und dann wird der Graf auch noch vom Fluch Blutherz’ verfolgt, der Tod mit Tod vergelten will ...

 

 

„Sternenkrone 5 + 6“ enthält die beiden Einzelbände „Der brennende Stein“ und „Das Rad des Schicksals“ und ist mit seinen über 1000 Seiten ein superfettes Taschenbuch, dass trotz der riesigen Länge nie langweilig wird. Als Unterstützung gibt es wieder eine kleine Karte, eine Übersicht über die ehemaligen Herrscher und einen kleinen Anhang, wobei es allerdings schade ist, dass es kein Personenregister oder eine kurze Zusammenfassung der ersten Bände gibt, denn bei einer derartig verzweigten Handlung ist es nicht immer leicht, sofort wieder in das Geschehen einzusteigen bzw. den Überblick zu bewahren. Die Fortsetzung lässt leider wieder ein wenig auf sich warten: „Sternenkrone 7 & 8“ erscheint wieder als Sammelband, allerdings erst im Februar 2007, und enthält die beiden Bücher „Kind des Feuers“ und „Schatten des Gestern“, obwohl die beiden für besonders Ungeduldige bereits als Einzelbände erhältlich sind. Bis jetzt umfasst die Reihe schon zehn Bände, womit also fürs erste für Lesenachschub gesorgt ist.

 

Mit jedem weiterem Band wird die Geschichte immer komplexer, und geschickt baut Kate Elliott ihre Reihe zu einem immer größer werdenden Monumentalwerk aus. Trotz der Tatsache, dass man schon mehr als 2500 Seiten gelesen hat und dass einen sicherlich noch einmal so viele erwarten, weiß „Sternenkrone“ immer noch zu faszinieren und zu fesseln – und im Gegenteil, mit jedem weiteren Band wird die Spannung größer, die Geschichte vielschichtiger und die Protagonisten interessanter, wobei es der Autorin jedes Mal von Neuem gelingt, zu überraschen und zu begeistern. Immer wieder werden viele neue Fäden von ihr geschickt in das Geschehen eingeflochten und verfließen so zu einer äußerst gelungenen und mitreißenden Handlung. Was eigentlich nur mit zwei Personen begann – Liath und Alain – wird immer facettenreicher und geheimnisvoller. Es gibt unglaublich viele parallel verlaufende Handlungsstränge, die alle für sich das Schicksal von völlig verschiedenen Menschen erzählen: Liath, stets voller Rätsel, von denen sie nicht einmal selbst genau weiß, was sie bedeuten und Alain, der ebenfalls von einem Geheimnis umgeben ist und dessen Schicksal plötzlich ein völlig anderes zu sein scheint als das, was man bisher vermutet hätte. Hanna, Liaths beste Freundin und inzwischen ebenfalls ein Adler, König Henry, stolz und einsam, und seine Kinder – sein Bastardsohn Sanglant, die temperamentvolle und oft unbedachte Sapienta, die kluge und stets beherrschte Teophanu und der jüngste, kaum den Kinderschuhen entwachsene Ekkehard. Prinzessin Tallia, die in ihrem religiösen Wahn regelrecht gefangen ist, und vier Mönche, die ihren Überzeugung teilen, wobei auch einige oft mit sich selbst hadern. Die gutherzige Schwester Rosvita, die – angestachelt durch ihre Neugierde – einem großen Geheimnis auf der Spur ist, und der Aikha-Prinz Fünfter Sohn des Fünften Wurfes, mit dem Alain immer noch verbunden ist und der mit viel Gerissenheit um die Vorherrschaft über die einzelnen Stämme seines Volkes kämpft. Und erstmals taucht auch Sanglants Mutter auf, eine der Aoi, der Verborgenen, und auch Liaths Identität wird endlich gelüftet – auch wenn sich immer wieder herausstellt, das nicht alles so ist, wie es sein schien. Unglaublich viele einzelne Schicksale werden erzählt, die berühren und einen nicht mehr loslassen, und alle zusammen verschmelzen zu einem unglaublich komplexen Geschichte, die zugleich das Schicksal eines ganzen Volkes schildert ... Endlich werden auch viele Rätsel enthüllt, doch trotzdem liegt noch immer unglaublich vieles im Dunkeln – man hat das Gefühl, das für jedes gelüftete Geheimnis weitere neue auftauchen. Immer erbarmungsloser werden die Machtkämpfe der Herrscher untereinander, während Magie eine immer größer werdende Rolle zu spielen beginnt – und das in einer Welt, die stark von Religion bestimmt ist. Konflikte sind unvermeidlich, und zugleich wird alles von einer weitaus größeren Gefahr überschattet, die alles zu vernichten droht – und die allerdings immer noch im Dunkeln bleibt ...

 

Fazit: „Sternenkrone“ hat einfach alles, was man sich von einer guten Geschichte nur wünschen kann: charismatische, geheimnisvolle Charaktere, eine gut durchdachte Story vor einem lebendigen Hintergrund, das Schicksal Einzelner und die Machtkämpfe zwischen Königen, Magie und fremdartige Völker, und all das überschattet von einer noch ungreifbaren Bedrohung – Kate Elliott schafft es, selbst nach über 2500 Seiten immer noch zu fesseln und den Leser in den Bann zu ziehen!

 

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Sternenkrone 5 + 6

Autorin: Kate Elliott

Broschiert: 1088 Seiten

Verlag: Blanvalet; Auflage: 1 (Juni 2006)

ISBN: 3442244072

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 26.07.2006, zuletzt aktualisiert: 18.04.2019 10:40