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Sternental von Steve Whitton

Reihe: Sacred - Die Chronik von Ancaria Bd.2

Rezension von Carsten Kuhr

 

Im ersten Teil des Romans (Engelsblut, ISBN 3-8332-1149-0) lernten wir unsere vier Streiter kennen. Die engelsgleiche Seraphim Jael, die mit einer Seele ausgestattete Vampirin Zara, der Wolf Thor und der sympathische Gauner Falk stiessen in einer abgelegenen Ansiedlung auf schwarzmagische Bestien. Die erste Schlacht war geschlagen, doch der Krieg begann sich erst abzuzeichnen. Der dunkle Kult von Sakkara, der vor Jahrhunderten ausgerottet schien, erhebt sein Haupt erneut, die Spur weist nach Sternental. In das abgelegen, kaum zu erreichende Tal wurden einst die Magier verbannt, und ihnen, unter Androhung des Todes, die Ausübung ihrer Kunst untersagt. Hier, und nur hier kann daher die Ursache der beschworenen Dämonen liegen. Nach einer entbehrungsreichen, strapaziösen Reise stossen unsere Helden dort allerdings auf eine Mauer des Schweigens. Schnell wird klar, dass einige der Verbannten etwas zu verbergen suchen. Anschläge von Zombies und ins Riesenhafte mutierten Spinnen gilt es zu überstehen, bis der perfide Plan ans Tageslicht kommt. Das Tor zur Hölle soll aufgestossen werden und die Chancen, den Plan zu vereiteln sind denkbar schlecht.

 

 

Beginnen wir mit dem Positiven. Die Handlung ist spannend aufbereitet, und der Text liest sich flüssig. Der Autor hat darüber hinaus versucht seine Erzählung mit ein paar wenigen Bonmots auszustatten. So kommt der seit seinem Tod immer wieder gesichtete Geist des Barden Elvarius vor, Anspielungen auf die Mythenwelt des H. P. Lovecraft sind auch enthalten.

 

Allerdings lässt die Ausgestaltung des Romans selbst sonst zu wünschen übrig. Die Personen bleiben schablonenhaft und flach, obwohl man aus diesen durchaus etwas hätte machen können. Ein Engel der sich von seinen Göttern abgewandt hat, und mit ihrer alten, bluttrinkenden Feindin gemeinsame Sache macht, das scheint auf den ersten Blick durchaus interessant. Wenn man nun aber annimmt, dass sich die beiden aneinander reiben, dass das zusammenwirken Konflikte aufwirft, der sieht sich getäuscht. Scheinbar ohne grössere Probleme vergessen die ungleichen Verbündeten ihre Animositäten, wirken als Team zusammen. Dazu kommt dann ein Götterpantheon, das einfacher nicht gestrickt sein kann. Die bösen Götter wurden von den Engeln in die Hölle verbannt, die Guten haben das Interesse an ihrer Schöpfung verloren (was ich bei dem Buch versteh kann), und sich andere, interessantere Spielplätze gesucht. Dafür taucht plötzlich der eine, gütige Gott auf, der auch den Engel bekehrt. Zwar wissen wir nicht, warum Ancaria in den Genuss seiner allumfassenden Liebe gelangt, aber dies ist wohl auch nicht interessant genug, um Erwähnung zu finden.

Über den Handlungsort erfahren wir, wie kann es anders sein, ebenfalls kaum etwas. Ein paar verlassene Landstriche mit dörflichen Gemeinschaften, ein unwirtliches Gebirge und das Tal der Zauberer, alles Handlungsorte die keinerlei Leben ausstrahlen, oder irgendetwas Faszinierendes, etwas Markantes zu bieten hatten. Der Plot selbst bleibt über die gesamte Länge des Werks vorhersehbar und unglaubwürdig. Die Krönung dann, das logisch nicht nachvollziehbaren Finale. Hier gelingt es unseren Helden nicht nur sich, mittels magischer Kräfte, die vorher in keinster Weise Erwähnung fanden, an den Ort des Geschehens zu versetzen, sondern auch den Kampf gegen das Böse durch das unglaubwürdige Eingreifen der höheren Macht für sich zu entscheiden. Das strotzt dann nur so vor Unlogik und hat mir letztlich die Lesefreude vergällt.

Nach einem Auftakt, der mehr versprach, enttäuschte mich vorliegender Roman leider auf der ganzen Linie.

 

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Titel: Sternental

Reihe: Sacred - Die Chronik von Ancaria Bd.2

Autor: Steve Whitton

Verlag: Dino Panini Verlag

Seitenzahl: 283

ISBN: 3833212764

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 05.11.2005, zuletzt aktualisiert: 18.04.2019 10:40