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Sturm der Dämonen von Rachel Caine

Reihe: Weather Warden Bd. 1

Rezension von Christian Endres

 

Joanne ist eine ganz gewöhnliche junge Frau. Okay, sie steht auf alte Mustang-Oldtimer und gibt ihrem sogar Namen - aber ansonsten mag sie knackige Kerle, hübsche Bikinis, guten Kaffee und guten Sex. Naja, und sie kann mit ihren außergewöhnlichen Fähigkeiten das Wetter manipulieren. Was sie, kaum dass sie eine nicht ganz so normale Pubertät hinter sich gebracht hat, in die Kreise jener mächtigen Männer und Frauen bringt, die sich selbst die Wächter nennen - und die mit den Elementen spielen und hantieren, als wäre von Gottes schöpferischer Knetmasse noch etwas übrig geblieben. Ein Hurrikan streift nur die Küste, anstatt alle Städte am Meer dem Erdboden gleich zu machen? Das Werk der Wächter. Ein Blitzeinschlag fackelt nur eine Scheune ab, anstatt einer ganzen Siedlung? Das Werk der Wächter. Ein Dorf wird überschwemmt, doch das Nahrungsversorgunsdepot bleibt heil? Richtig. Das Werk der Wächter. Auch Rachel kämpft fortan für das Wohl der Welt gegen die Elemente. Eines Tages gerät sie jedoch in einen sprichwörtlichen Sturm aus Intrigen und Verrat - und muss plötzlich sogar vor denen fliehen, die sie einst als Freunde und Kollegen bezeichnet hat. Vor ihnen, magischen Stürmen, Dschinn und sogar Dämonen. Und einem Verrat, der besonders schmerzt ...

 

Der stürmische Auftakt zu Rachel Caines Reihe um Wetterwächterin Jo folgt dem Spirit der großen filmischen wie literarischen Road Movies: Gemeinsam mit der flüchtenden Protagonistin fährt der Leser Meile um Meile - Seite um Seite - der Auflösung entgegen, Turbulenzen inklusive. Allerdings belebt Caine diese klassische und bewährte Struktur, indem sie immer wieder Versatzstücke aus Rachels Leben und »Karriere«, also aus älterer wie jüngerer Vergangenheit, einstreut und die Karten nur Stück für Stück aufdeckt. Zum Ende hin wird es mit den vielen plötzlichen Enthüllungen, Intrigen, Verrate und Wendungen zwar ein bisschen undurchsichtig und ist des Guten dann gerne auch einmal zu viel - ein bisschen weniger Eskalation hätte es dann doch sein dürfen -, doch davon abgesehen entwickelt sich »Sturm der Dämonen«, sobald das schöne Cover und die ersten Seiten einmal überwunden, von einem lauen Leselüftchen schnell zu einem stürmischen Pageturner, der durch lebendige Charaktere, ein unglaublich innovatives Setting und die oben schon erwähnte Road-Movie-Atmosphäre besticht.

 

Auch ist es recht angenehm, dass ein Auswuchs des inzwischen fast schon ein wenig überstrapazierten Trends zur femininen Urban Fantasy einmal ganz ohne Vampire und dergleichen auskommt und sich dafür auf moderne Wettermagier, Dschinn, Dämonen und metreologische und elementare Magie konzentriert. Caines erster Weather Warden-Band überzeugt trotz einiger kleinerer Schwächen zum Ende hin also durchaus und bietet spritzig erzählte Abwechslung auf der literarischen Schönwetterkarte.

 

 

 

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Buch:

Sturm der Dämonen

Autorin: Rachel Caine

Paperbak, 320 Seiten

Festa, November 2007

ISBN: 3865520650

Erhältlich bei Amazon


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Erstellt: 10.12.2007, zuletzt aktualisiert: 16.07.2019 19:30