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Sturm der Dämonen von Rachel Caine

Reihe: Weather Wardens Band 1

Rezension von Carsten Kuhr

 

Geschichten in denen phantastische Wesen neben und mit den normalen Menschen leben haben Hochkonjunktur. Was im deutschen Markt mit den Erzählungen um Anita Blake begann, mit Sookie Stockhouse, Rachel Morgan oder Mercy Thompson, um nur ein paar zu nennen, seine Fortsetzung fand, das findet immer mehr Käufer quer durch alle Schichten.

Verbindendes Glied der unterschiedlichen Romanzyklen, der wie sie Neudeutsch so schön heisst Urban Fantasy sind in aller Regel starke Frauen, die sich entweder als normaler Mensch in einer Welt voller übernatürlicher Wesen oder als talentierte Fairie gegen ihre übermächtigen Gegner und Verehrer durchsetzen müssen.

 

Als nun auch der engagierte Festa Verlag eine auf den ersten Blick entsprechende Serie ankündigte, hatte ich zugegebenermassen meine Bedenken. Würden sich die Geschichten wirklich von dem fast schon austauschbaren Allerlei das quer durch die Häuser alle Publikumsverlage offerieren unterscheiden, oder würde mich die gewohnte Mischung erwarten?

 

Nun Joanne Baldwin, die Hauptperson dieses Bandes gleicht zunächst den üblichen Verdächtigen. Sie verfügt über eine besondere Gabe. Mit ihrem Luft- und Wassertalent vermag sie mässigend oder auch anspornend in die atmosphärischen Vorgänge einzugreifen. Nur den Kräften der Wächter, verborgen unter uns lebenden Menschen mit besonderen Gaben, ist es zu verdanken, dass sich unser blaue Planet nicht schon längst seiner menschlichen Bewohner entledigt hat. Seien es Wirbelstürme, Überschwemmungen, Erdbeben oder verheerende Waldbrände, all diese Naturkatastrophen werden nur durch den unermüdlichen und selbstlosen Einsatz der Wächter in für Menschen noch erträglichen Grenzen gehalten.

 

Bei all dieser Verantwortung, die natürlich auch entsprechend honoriert werden, ist die Verführung der Macht allgegenwärtig. Nur den mächtigsten der Wächter werden Dschinn verliehen, die deren Kräfte potenzieren, die Verbindung mit Dämonen ist streng verboten.

 

Wir lernen Joanne auf der Flucht kennen. Sie, die auf schnelle Luxusoldtimer steht, die mit einem Schraubenschlüssel unter ihrem Wagen ihre Entspannung findet, braucht Hilfe, ziert doch das Mal eines Dämonen ihre Brust. Dabei hat sie sich nicht einmal freiwillig dem Dämon geöffnet, ist ein unschuldiges Opfer, das nun auch noch wegen eines Mordes an dem eigentlichen Täter verfolgt wird. Nun macht nun die gesamte Wächterorganisation Jagd auf sie, um ihr die durch die erzwungene Übernahme eines Dämonmals verstärkten Kräfte auszubrennen, und so die drohende Gefahr zu bannen.

Helfen kann ihr nur ein anderer Renegat - Lewis Orwell, ein Freund aus Jugendtagen, der vor einigen Jahren aus den Reihen der Wächter geflüchtet ist und dabei gleich noch drei Dschinn hat mitgehen lassen. Und nur solch einem Dschinn kann sie ihr Dämonenmal weitergeben, und damit ihr eigenes Leben retten.

Auf ihrem Weg quer durch die Staaten verfolgen sie Wirbelströme und Feuerlohen, sie trifft auf freie und gebundene Dschinn und muss letztlich erkennen, dass man auf Freundschaft selten bauen kann ...

 

 

Rachel Caines erster Band um die Wetterwächter liest sich zunächst fast wie ein amerikanisches Road Movie. Ohne uns zu Beginn viel zu verraten begleiten wir eine junge, attraktive Frau auf ihrer rasanten Flucht quer durch die Staaten. Ständig wird sie gejagt, verfolgen sie Agenten der Wächter und die Mutter aller Stürme, ein Actionhighlight jagt das nächste.

 

Nach und Nach erfahren wir dann in Flasbacks mehr von ihr und ihrem Schicksal. Geschickt weckt die Autorin hier Interesse an ihrer Person, man rätselt als Leser unwillkürlich mit, warum sich wohl diese Frau auf der Flucht befindet, was ihr passiert ist. Durch diesen schriftstellerischen Trick gelingt es Caine uns ihre sonstige Ich-Erzählerin über ihre Handlungen, durch Menschen denen sie auf ihrem Weg begegnet zu beschreiben. Das Bild das sich abzeichnet zeigt uns eine humorvolle Frau mit dem Herz auf dem rechten Fleck, die impulsiv ist, die ihre Schwierigkeiten mit Autoritäten hat, einen Dickkopf erster Güte, mit einem Faible für schnelle Autors und einer Gabe, sich in Schwierigkeiten zu bringen.

Besonders die witzigen, rasanten Dialoge voller sarkastischer Seitenhiebe und einer gehörigen Portion Selbstironie prägen das Buch. Durch und über diese stellen sich uns die jeweils interessanten Personen vor, erhalten wir einen Einblick in die ganz eigene, magische Welt der Autorin, die allerdings (noch) nicht in allen Einzelheiten sichtbar wird. So erhalten die Wächter ihre Ausbildung an öffentlichen Universitäten, üben sie ihren Beruf aber im Geheimen aus. Aber auch langanhaltende Dürreperioden mit Hungersnöten lassen sich angesichts scheinbar müheloser Fähigkeiten, für Regen zu sorgen, kaum erklären.

 

 

 

Insgesamt bietet sich das Bild einer Welt, die ein wenig anders ist, als die sonstigen Urban Fantasy Welten, mit einer Heldin voller Drive und Sexappeal und einem phantastischen Thema - den Dschinns - das bislang abgesehen von P.B. Kerr kaum genutzt wurde. Das liest sich temperamentvoll und interessant, das sorgt für Spannung mit jeder Menge Action und weckt Appetit auf die Fortsetzungen, die, glaubt man amerikanischen Kritikern, sogar noch kurzweiliger und rasanter daherkommt als vorliegender Roman. Da heisst es – mach vorwärts Frank mit den nächsten Bänden!

 

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Sturm der Dämonen

Reihe: Weather Wardens Band 1

Autor: Rachel Caine

Festa Verlag, November 2007

FORMAT broschiert, 318 Seiten

ISBN-10: 3865520654

ISBN-13: 978-3865520654

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 22.12.2007, zuletzt aktualisiert: 18.01.2019 08:39