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Sturmträume von Nicole Schuhmacher

Reihe: Der zweite Sturmwerkerkrieg, Bd. 1

Rezension von Christel Scheja

 

Manchmal kann es sehr vorteilhaft sein einen bekannten und beliebten Autoren in seinem Bekannten- oder Freundeskreis zu haben. Seine oder ihre Empfehlung öffnet Türen, die sonst nicht unbedingt offen stehen würden. So kann auch Nicole Schuhmacher davon profitieren, dass sie viele Jahre in der Rollenspielgruppe von Markus Heitz mitgespielt hat. Wie dieser hat sie sich in ihrem Debüt auch der Fantasy zugewandt. „Sturmträume“ ist der Auftakt zu einem längeren Zyklus.

 

Nicht ganz im Einklang mit den Wünschen ihrer Familie hat Rika vor vielen Jahren ihre Heimat verlassen, um in einem Kloster eine Ausbildung zu machen und so ihrem Freiheitstrieb Rechenschaft zu zollen.

Doch nun rufen sie beunruhigende Nachrichten wieder in die Heimat zurück. Gerüchte sprechen von krieg und marodierenden Soldatenhorden. Sie kann nur hoffen, dass davon nichts wahr ist.

Aber leider wird sie bitter enttäuscht. Zu Hause angekommen findet sie nur noch die verbrannten Ruinen des elterlichen Hofes und die Leiche ihres Vaters vor.

Was Rika jetzt noch bleibt ist allein die Rache. Sie ahnt nicht, dass das eine uralte Macht weckt, die über Äonen – und auch in ihr geschlummert hat. Fortan erscheint immer wieder ein geheimnisvoller Fremder in ihren Träumen, der ihr die Richtung weist und versucht ihr zu helfen.

Auf der Suche nach den Mördern ihres Vaters schließt sich Rika zwei jungen Männer namens Micail und Shoran an und gerät mit ihnen immer tiefer in Intrigen, die die Völker und Reiche der Welt in einen gefährlichen Krieg zu stürzen drohen. Dabei lernt Rika Wesen kennen, von denen sie bisher nur gehört hat und muss feststellen, dass mechanische Puppen nicht immer nur zur Unterhaltung dienen müssen.

Als sie schließlich in einen Hinterhalt geraten, zeigt der Fremde aus Rikas Träumen, dass er durchaus eine reale Macht ist. Er ergreift Besitz von dem jungen Mädchen und entfesselt die Kräfte des Sturmgottes, der er eigentlich ist.

 

„Sturmträume“ ist ein moderner High Fantasy –Roman, der weniger auf altvertraute Rassen und Mächte setzt, sondern diese mit einigen Elementen versetzt, die man eher aus den heutigen Rollenspielen kennt, seien es nun die exotischen Rassen, die an bestimmte Tierwesen angelehnt sind oder aber die magischen Automaten, die einen Hauch von Steampunk in die Geschichte bringen.

Ansonsten nimmt die Geschichte einen eher klassischen Verlauf. Die Heldin verliert ihre Familie und will Rache nehmen. Auf ihrer Suche findet sie nicht nur eine Menge von Freunden und Hinweisen, sondern wird auch noch in ein Netz von Intrigen verwickelt, in deren Mittelpunkt sie bald steht – weil ungeahnte Kräfte in ihr schlummern.

Das alles wird nicht an vielen Schauplätzen zugleich, sondern mehr aus der Sicht der einzelnen Charaktere erzählt. Die Saga mag zwar wieder weitreichende Folgen haben, aber sie ist nicht episch. Statt dessen verstrickt die Autorin ihre nur all zu menschlichen Charaktere immer tiefer in die Machenschaften der Kräfte, die die Macht an sich bringen wollen und lässt sie eine Reihe von kleineren Abenteuern erleben, so wie man es vom Rollenspiel eher kennt. Die Verbindungen zeigen sich allerdings erst am Ende.

 

Nicole Schuhmacher erfindet mit „Sturmträume“ zwar das Rad nicht neu, aber sie liefert eine sehr solide Arbeit ab, eine abwechslungsreiche Abenteuergeschichte mit sympathischen Helden, interessantem Hintergrund und einer guten Mischung aus Beschreibung und Action, bei der die Romantik wie die Magie nur sehr sparsam eingesetzt werden.

 

 

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Eure Meinung:

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Hermann
Donnerstag, 21. Januar 2010 14:26 Uhr
Der Fantasyroman handelt von der jungen Rika, die ihren Vater verloren hat. Auf ihrer Reise trifft sie den jungen Micael sowie die Soldaten Shoran und Max. Leider gelingt es der Autorin nicht, diese Figuren lebhaft zu beschreiben. Sie bleiben allesamt seltsam leblos.
Man merkt deutlich, dass es sich um das Erstlingswerk der Autorin handelt, denn der Schreibstil ist sehr einfach und erinnerte mich über viele Seiten hinweg an Schulaufsätze und die darin vorkommenden Stilblüten. Atmosphäre entsteht eigentlich gar keine. Gefühle werden nur mit wenigen Worten beschrieben. Selbst dramatische Ereignisse werden wie Nebensächlichkeiten beschrieben und von den Betroffenen emotionslos aufgenommen.
Die Autorin hat einige sehr interessante Ideen, hat sich unterschiedliche Rassen und eine Kultur ausgedacht. Eigentlich finde ich es schade, dass ihre Gedankenwelt nicht beim Leser ankommt.

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Sturmträume

Reihe: Der zweite Sturmwerkerkrieg, Bd. 1

Autorin: Nicole Schuhmacher

Heyne, erschienen Oktober 2009

496 Seiten

Titelbild von Jan Balasz

ISBN-10: 3453525728

ISBN-13: 978-3453525726

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 03.01.2010, zuletzt aktualisiert: 18.04.2019 10:40