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Leseprobe: Succubus

Succubus

Succubus

Autor: Guido Krain, Dorée Hirsch, Illona Etu

Homepage: guido.krain.de

Taschenbuch - 140 Seiten - videel

Erscheinungsdatum: Oktober 2000

ISBN: 3935111223

Der Roman kann hier bezogen werden: Amazon

 

Disclaimer:

Freigabe zur Weiterveröffentlichung der Leseprobe besteht, soweit vom Autor nicht anders angegeben nur für "FantasyGuide.de". Für alle weiteren Veröffentlichungen ist die schriftliche Zusage des Autors erforderlich.

 

 

Leseprobe:

“Göttermenschen” hatten wir sie genannt, doch kein Wort konnte die unnahbare Aura aus Anmut beschreiben, die sie an jenem Tag in unser Dorf trugen. Ihre Chromfarbenen Körper gleißten im Licht der Mittagssonne und ließen sie als die Herren der sechs Ebenen erscheinen. Sie waren zum Herrschen geboren.

Stolz und aufrecht schritten sie durch das alte Tor und überquerten den Marktplatz, als würden sie ihn in Besitz nehmen. Die in der Ferne auf ihren dämonischen Pferden wartenden Reiter waren wie eine Erinnerung daran, daß die Fremden genau das tun konnten, wann immer es ihnen beliebte. Die Volari waren – zumindest so lange Tramans Auge am Himmel stand - die unumschränkten Herrscher der Geisterwüste; wir nur eine kleine Minotauren-Gemeinde im nördlichen Culsor-Tar.

Eine junge Weibliche führte die dreiköpfige Gruppe. Ihr dickes Haar schien aus dem gleichen überirdischen Material wie ihre Haut zu bestehen und peitschte wie ein lebendiges Wesen ungeduldig von einer Schulter zur anderen. Sie trug einfache, aber meisterhaft gefertigte Lederkleidung, die ihre Arme und Beine unbedeckt ließ. Ihre fein gearbeiteten Sandalen unterstrichen die erhabene Linie ihres Fußes, ohne tatsächlich mehr als ein praktisches Kleidungsstück zu sein. Der einzige Schmuck, den sie trug, war ein prächtiges Diadem aus einem roten, mir nicht bekannten Metall.

Ohne zu zögern führte sie ihre kleine Gruppe zum Gründerstein und betrat den Kreis der Alten. Als verlange sie seinen Thron stand sie vor Watork, meinem Vater und erstem des Clans. Das Licht erstrahlte auf ihrer blitzenden Haut, brach sich in die Farben des Regenbogens und schien wie Wasser von ihrem glatten Körper herabzuperlen. Rin ist mein Zeuge wenn ich sage, daß sie schöner war, als es einer Sterblichen zusteht. Und ich, der ich nicht viel mehr als ein Kind im Körper eines Mannes war, nicht wirklich für die Dinge verantwortlich sein konnte, die folgen sollten.

Sie war gekommen, um als eine Art Botschafterin für ihr Volk zu dienen, doch nichts schien diesem Wesen so fremd wie Dienerschaft zu sein. Mit stolz erhobenem Kopf verweigerte sie Vater den obligatorischen Kniefall und musterte ihn aus pupillenlosen Augen reinsten Chroms. Sie war ebensowenig eine Diplomatin, wie mein Kriegshammer und wartete voller Arroganz darauf, begrüßt zu werden. Doch auch wenn Vater den Stolz unserer Rasse in vollem Umfang teilte, war er doch niemand geringeres als Häuptling Watork, der für seine Klugheit ebenso gefürchtet wurde, wie für seine Kraft. Ohne das kleinste Schnauben erhob er sich und verbeugte sich so tief vor der zierlichen Volari, daß sie die grauen Strähnen auf seinem kräftigen Nacken sehen konnte.

 

(Aus der Geschichte “Chromblume” von Guido Krain)

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Erstellt: 28.04.2005, zuletzt aktualisiert: 24.02.2015 11:06