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Süßer als Blut von Suzanne McLeod

Rezension von Christel Scheja

 

Die britische Autorin Suzanne McLeod, die heute mit ihrer Familie an der Südküste Englands lebt, hatte viele Berufe, bis sie mit dem Schreiben anfing. Unter anderem war sie auch als Barkeeperin und Mitglied einer Tanzgruppe tätig und kennt sich somit ein wenig im Nachtleben aus. „Süßer als Blut“ ist ihr Debüt und vermutlich der Auftakt einer ganzen Serie über ihre Heldin Genevieve Taylor, die nicht nur eine noble Fee ist, sondern noch ein wenig mehr.

 

In einer Welt ähnlich der unseren verstecken sich die magischen Wesen nicht mehr. Elfen und Feen, Satyre und Kobolde sind ebenso unter den Menschen aktiv wie Vampire und Hexen oder Werwölfe. Sie werden zu Film- und Musikstars, modeln – oder arbeiten als Gesetzeshüter wie Genevieve Taylor, die als Sidhe über besondere Kräfte verfügt, die sie für ihre Agentur „Spellcrackers.com“ besonders interessant machen. Ihre Magie kann Flüche und Beeinflussungen aufdecken und teilweise sogar aufheben.

Eines wissen aber weder ihre Auftraggeber noch der Hexenrat oder die magische Polizei. Weil sie als Kind gebissen wurde, verwandelt sich Genevieve langsam aber sicher selbst in einen Vampir.

Sie hält das bewusst vor allen geheim, da sie das damit zusammen hängende Trauma noch immer nicht überwunden hat. Und so ist sie zunächst auch nicht davon angetan, einen Mord aufzuklären, der an einem Menschen begangen wurde und für das erfolgreiche Model Mr. Oktober übel ausgehen könnte, wenn nicht der wahre Täter gefunden wird? Gerade bei der vertrackten Situation könnten ihre Fähigkeit entscheidend bei der Suche nach dem oder den wahren Schuldigen sein.

Unerwartet findet sich Genevieve im Interesse vieler Leute wieder und dann auch noch solcher, die sie eigentlich nicht in ihrer Nähe haben möchte, denn Schatten der Vergangenheit erwachen ebenso wie diejenigen, die ihr langsam aber sicher auf die Schliche kommen.

 

„Süßer als Blut“ ist tatsächlich weniger eine Liebesgeschichte als ein Urban-Fantasy-Roman, dem ein typischer Kriminalfall zu Grunde liegt, nur dass diesmal eben Ermittler und Täter nicht ganz von dieser Welt sind und über besondere Fähigkeiten verfügen. Im Mittelpunkt steht die selbstbewusste junge Heldin, die es gar nicht gerne mag, wenn man sie zum Spielball der Interessen anderer macht und dementsprechend zurückbeißt, und das im wahrsten Sinne des Wortes.

Ebenso wie sie wird auch ihre Welt ausführlich vorgestellt und der Vampirismus erhält durch die infektiöse Note eine interessante neue Note, die man bisher so gut wie gar nicht in Romanen um die Blutsauger hatte. Menschen und Zauberwesen, die nach einem Biss bereits süchtig nach dem ganz besonderen Kick sind und sich wie Junkies auf Entzug benehmen, wenn sie nicht bekommen, was sie suchen, das hat man selten.

Feen, Elfen und Kobolde sind auch nicht so wirklich nett und entsprechen eher dem alten Bild der Mythen und Sagen, in denen sie als kaltherzige Wesen dargestellt wurden, und die Vampire spinnen ohnehin ihre ganz eigenen Intrigen, die es in sich haben.

Das alles wird in einem lebendigen und flüssigen Stil erzählt, der die Geschehnisse sehr anschaulich macht. Allerdings vergisst die Autorin darüber hin und wieder ihre eigentliche Geschichte, was zu kleineren Brüchen und im Mittelteil auch zu Längen im Handlungsverlauf führt.

 

Alles in allem ist „Süßer als Blut“ vielleicht kein neues Meisterwerk des Genres, aber eines der Bücher um Zauberwesen und Vampire, dass sich angenehm von der Masse der Liebesgeschichten abhebt, da es sich doch mehr auf die magischen Momente als eine Romanze konzentriert.

 

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Süßer als Blut

Autorin: Suzanne McLeod

broschiert, 444 Seiten

Goldmann, München, erschienen September 2009

Übersetzung aus dem Englischen von Gertrud Wittich

Titelbild von gettyimages

ISBN-10: 3442471036

ISBN-13: 978-3442471034

Erhältlich bei: Amazon

 

weitere Infos:


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Erstellt: 07.11.2009, zuletzt aktualisiert: 18.01.2019 08:39