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Suicide Squad, Megaband 1 von Adam Glass, Fernando Dagnino u. a.

Rezension von Ingo Gatzer


 

Rezension:

Viele Comics, in deren Zentrum Personen mit Superkräften stehen, bieten hinsichtlich der Grundkonstellation weniges Neues, indem sie den klassischen Kampf zwischen "Gut" und "Böse" bemühen. So war es 1987 eine kleine Revolution, als sich der Verlag DC mit der Serie "Suicide Squad" entschloss, Feuer mit Feuer bzw. Böses mit Bösem zu bekämpfen. Statt Superhelden werden bei der Suicide Squad - auch Task Force X genannt - Superschurken auf gefährliche Missionen geschickt. Panini hat nun die ab November 2011 erschienen US-Hefte über die neue Suicide Squad - es handelt sich um die Folgen 0 bis 13 - in einem Megaband zusammengefasst.

 

Regierungsagentin Amanda Waller ist nach einem einschneidenden Erlebnis nicht länger gewillt, das Leben von Helden oder Agenten auf gefährlichen Missionen zu riskieren. Deswegen rekrutiert sie dafür eine Reihe von gefangenen Superschurken und stellt Ihnen einen Straferlass in Aussicht. Damit diese nicht auf dumme Gedanken kommen, wird ihnen eine Bombe in den Körper implantiert. So bilden Superschurken wie Harley Quinn, King Shark, Black Spider, El Diablo oder Deadshot eine schlagkräftige Einheit, die sich wenig um Regeln schert.

 

Hauptautor der Serie "Suicide Squad" ist Adam Glass. Lediglich die Handlung von Heft 11 stammt von Dan Abnett und Andy Lanning. Glass, der auch durch seine Arbeit an "Flashpoint: Legion of Doom" bekannt ist, gelingt es, eine abwechslungs- und actionreiche Story zu konstruieren, die sich wohltuend von dem Geschichten der klassischen Superheldengruppen abhebt. Das gilt einerseits für die heftigen Reibereien in der Squad. Nicht jeder ist trotz der Aussicht auf Straferlass freiwillig dabei oder legt auf das Überleben der Kollegen gesteigerten Wert. Zudem sind auch die Missionen selbst alles andere als "political correct". Wenn es also dreckig, blutig und unethisch wird, übernehmen weder Avengers noch X-Men, sondern die Task Force X. Insgesamt erinnert der Blick auf die Welt etwas an den Film Noir. Das gilt nicht nur für die Figuren, bei denen es sich fast ausschließlich um Antihelden handelt, sondern auch für typische Stilmittel wie etwa Rückblenden. Diese werden hier vor allem benutzt, um die überzeugend gestaltete Vorgeschichte von Harley Quinn zu erzählen. Das wirkt stimmig, verleiht der Figur Tiefe und macht sie interessant. Leider widmet sich Adam Glass den anderen Charakteren nicht im gleichen Maße und verschenkt dadurch unnötig Potenzial.

 

Zehn verschiedene Zeichner illustrieren die Geschichten zu "Suicide Squad". Ausgezeichnet gelingt das Fernando Dagnino, der auch schon DCs Prunkstücke "Superman" und Batman - in "Batman and the Outsiders" - aufs Papier gebannt hat. Der Spanier ist insgesamt für die Zeichnungen in vier Heften verantwortlich. Er gestaltet die Schauplätze nicht nur sehr detailreich, sondern verleiht den Figuren auch eine sehr expressive Mimik. Nicht ganz so ansprechend ist im Vergleich die Leistung von Carlos Rodriguez, der auch nur für ein Heft verantwortlich "zeichnet". Vor allem die Mimik einiger Charaktere überzeugt nicht ganz und passt auch nicht immer zu der, die seine Kollegen in den vorherigen Heften gezeigt haben. Dafür hinterlässt Rodriguez allerdings beim Panel-Design den besten Eindruck. Er experimentiert hier immer wieder, bietet Abwechslung und findet sehenswerte Lösungen.

 

Fazit:

 

Wer Abwechslung von Superhelden-Storys braucht und auf der Suche nach einer interessanten Story mit schrillen Charakteren und reichlich Action sowie einem Schuss Gewalt ist, ist mit dem ersten Megaband von "Suicide Squad" bestens bedient.

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Comic

Suicide Squad, Megaband 1 - Mission: Basilisk

Autor: Adam Glass u. a.

Zeichner: Fernando Dagnino u. a.

Erscheinungsdatum: Juni 2013

Panini - 296 Seiten - Softcover

ISBN-10: 3862016145

ISBN-13: 978-3862016143

 

Erhältlich bei: Amazon

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Erstellt: 11.07.2013, zuletzt aktualisiert: 20.08.2019 17:15