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Taluva

Rezension von Marcus Krug

 

Taluva heißt das neue Spiel von Marcel-Andre Casasola Merkle. Auf den ersten Blick erinnert das Spiel sehr an Java, den Spieleklassiker. Der Eindruck der Ähnlichkeit wird besonders durch die Spielplättchen hervorgerufen, die Zug um Zug von den Spielern gesetzt eine dreidimensionale Spielfläche ergeben. Wie es mit der Ähnlichkeit des restlichen Spielablaufes steht, wird im Rest der Rezension festzustellen sein.

 

 

Aufmachung

Die Optik des Spiels ist wie immer Geschmacksache. Mir persönlich gefielen die Bodenplättchen jedoch sehr gut. Sie sind sehr schön gestaltet und vermitteln hervorragend den Eindruck einer Vulkaninsel. Die einfachen Holzfiguren für Häuser, Tempel und Türme fügen sich schön ins Gesamtbild ein. Das Material ist hochwertig. Besonders wichtig für die Spielidee ist die außergewöhnliche Dicke der Bodenplättchen, da sie eben eine dreidimensionale Spielfläche erzeugen sollen.

 

Verständlichkeit der Spielregeln

Die Spielregel ist sehr gut strukturiert und angenehm knapp geschrieben. Es bleiben eigentlich keine Fragen offen und alle wichtigen Spielsituationen werden im Beispiel dargestellt.

 

Spielziel

Das Spielziel bei Taluva ist denkbar einfach. Jeder Spieler hat drei verschiedene Gebäudearten, Häuser, Türme und Tempel. Diese gilt es nun taktisch klug und schnell auf der Insel unterzubringen. Gewonnen hat, wer zuerst alle Gebäude von 2 dieser Typen verbaut hat. Sollten die Bodenplättchen erschöpft sein, bevor dies der Fall ist, gewinnt der Spiler mit den meisten Tempeln. Bei Gleichstand werden auch noch die Türme gezählt. Herrscht auch hier Gleichstand, zählen die Häuser.

 

Spielvorbereitung

Taluva ist ein kurzweiliges Spiel, was sich auch in der gegen Null gehenden Vorbereitungszeit niederschlägt. Bodenplättchen mischen und verdeckt auslegen, Spielsteine an die Spieler ausgeben, anfangen.

 

Spielablauf

Wenn ein Spieler an der Reihe ist, muss er immer ein Bodenplättchen anlegen. Dazu hat er verschiedene Möglichkeiten.

 

1. Er kann das Plättchen beliebig an ein anderes bereits auf dem Tisch befindliches Plättchen anlegen.

 

2. Er kann das Plättchen auf mehrere schon auf dem Tisch befindliche Plättchen drauflegen, so dass eine neue Ebene entsteht. Hierfür ist Folgendes wichtig: Jedes Plättchen besteht aus drei Bereichen in hexagonalform, die im Dreieck angeordnet sind. Dies sind verschiedene Landschaftstypen und, ganz wichtig, immer ein Vulkan. Nur durch diesen ist das Bauen auf höheren Ebenen möglich. Will man ein Plättchen auf Ebene 2 oder höher legen, muss man nämlich dem Vulkan des neuen Plättchens auf den Vulkan eines bereits auf dem Tisch befindlichen Plättchens legen, es geht da schließlich darum, dass Vulkanausbrüche das Aussehen der Insel verändern. Dabei dürfen nie 2 Plättchen exakt deckungsgleich aufeinander gelegt werden, sondern das neue Plättchen muss leicht verdreht auf das alte Plättchen gelegt werden. Zuletzt darf keine Seite des neuen Plättchens überstehen.

 

Hierbei können eigene und fremde Häuschen, nicht aber Tempel oder Türme, vom Plättchen überdeckt werden und kommen dann aus dem Spiel. Betrifft das Überbauen ein Dorf (alle Ansammlungen von gleichfarbigen Gebäuden ohne räumliche Trennung, aber auch schon ein Haus), so muss mindestens ein Häuschen stehen bleiben.

 

Hat der Spieler sich für einen Ort entschieden uns sein Plättchen gelegt, muss er mindestens ein Gebäude bauen. Kann er dies nicht, hat er sofort verloren und scheidet aus. Die Gebäude müssen nicht auf das neu ausgelegte Plättchen gebaut werden, sondern können auf irgendein im Spiel befindliches Plättchen gelegt werden.

 

Auch hier hat der Spieler verschiedene Möglichkeiten.

1. Er kann ein Häuschen setzen. Dies immer nur auf ein Feld des Plättchens und immer nur auf Ebene eins.

2. Er kann ein Bereits bestehendes Dorf erweitern. Hierzu benennt er einen Geländetyp, der an ein bereits auf dem Tisch befindliches eigenes Dorf angrenzt und setzt auf jedes Feld dieses Typs, das an dieses Dorf angrenzt Häuser. Dabei wird auf Ebene eins ein Haus, auf Ebene 2 werden 2 Häuser usw. gesetzt.

3. Er kann statt Häusern auch Tempel bauen. Dies geht nur, wenn der Tempel an ein bereits bestehendes Dorf angebaut wird, das eine Fläche von mindestens drei hat.

4. Zuletzt kann er einen Turm bauen. Dies geht jedoch nur auf Ebene drei oder höher und nur unmittelbar an ein eigenes Dorf angrenzend.

 

Fazit:

Taluva ist ein schön gestaltetes Taktikspiel, das nur die Grundidee des Bauens eines dreidimensionalen Spielfeldes mittels Bodenplättchen bestimmter Form mit Java gemeinsam. Sonst ist es deutlich weniger komplex und vom Spielfluss sehr viel angenehmer. Java verleitet doch sehr dazu ausgenommen lange über seinen Zug nachzudenken, so dass eine Partie sehr lange dauern kann und sich das Spiel insgesamt sehr zäh spielt.

 

Ganz anders ist da Taluva. Die Spieler haben deutlich weniger bei Ihren Zügen in Betracht zu ziehen und auch wesentlich weniger Möglichkeiten. Das ist jedoch bestimmt kein Kritikpunkt, sondern macht Taluva angenehm schnell und auch für Anfänger leicht zugänglich. Langzeitstrategien sind eher nicht gefragt, sondern das taktische Reagieren auf sich verändernde Umstände.

Das Spiel spielt sich, besonders mit weniger Spielern, wie ein aufregendes Rennen. Wer schafft es zuerst alles Notwendige auf den Tisch zu bringen, um zu gewinnen. Kann ich den Gegner so lange blockieren, bis ich es selber schaffe? Lohnt sich das Blockieren überhaupt oder sollte ich nicht versuchen selber so schnell wie möglich ans Ziel zu kommen. Gerade diese Entscheidungen machen Taluva interessant. Im 4-Personenspiel kommt dann noch ein gewisser Ärgerfaktor hinzu, wenn man fremde Häuser überbaut, denn hier kommt es deutlich öfter dazu, dass die Bodenplättchen ausgehen, bevor ein Spieler 2 Gebäudetypen verbaut hat. Da können ein paar Häuser dann unter Umständen den Sieg ausmachen. Sonst ist es meist so, dass man auf Teufel komm raus versucht seine Gebäude aufs Brett zu bekommen. Ob dabei eigene Häuser überbaut werden ist da egal. Geschwindigkeit ist alles.

 

Taluva spielt sich meiner Erfahrung nach besonders gut auch mit 2 Personen. Mit 3 Spielern gefiel es mir nicht ganz so gut, da es fast immer darauf hinauslief, dass sich 2 Spieler bekriegten und der dritte Gewann. Eine Balance zu finden war schwierig. Insbesondere wenn ein Spieler sehr auf Blockieren spielt und man zur Reaktion gezwungen ist, passiert dies. Probleme gibt es auch, wenn ein neuer oder schwacher Spieler am Tisch sitzt. Dies führt fast immer dazu, dass der Spieler gewinnt, der unmittelbar danach am Zug ist, da er extrem von den Fehlern profitieren kann. Zu viert tritt dieses Problem ebenfalls auf, jedoch können die Spieler hier in Teams spielen, zumindest aber gibt es genug Konfliktmöglichkeiten für alle.

 

Taluva spielt sich angenehm schnell und ist in etwa 30 bis 45 Minuten gut spielbar. Ich empfehle als schnelles Spiel für zwischendurch, insbesondere auch für zwei Spieler.

 

 

Eure Meinung:


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Taluva

Verlag: Hans im Glück

Autoren: Marcel-Andre Casasola Merkle

Grafik: Manuel Casasola Merkle

Spielerzahl: 2-4

Spielbar ab: 10 Jahren

Spielzeit: 30 - 45 Minuten

Preis: ca. 26 Euro

Erhältlich bei: Amazon

 

 

  • Bodenplättchen
  • je 20 Häuser in 4 Farben
  • je 3 Tempel in 4 Farben
  • je 2 Türme in 4 Farben

 


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Erstellt: 11.02.2007, zuletzt aktualisiert: 16.02.2018 17:50