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The Authority: Revolution Band 1 von Ed Brubaker

Rezension von Heiner Hink

 

Verlagsinfo:

Ein neues Zeitalter für die Authority!

 

Nachdem sie sich ins Weiße Haus geputscht haben, müssen sich die Helden mit den Folgen ihres Tuns befassen. Angestiftet von einem Superhelden-Team aus den 1940ern droht ein offener Aufstand.

 

Aber wer steckt wirklich hinter den Anschlägen, die Amerika erschüttern? Und wieso setzt der Midnighter alles daran, das Team aufzulösen? Die Antworten reichen bis weit in die Vergangenheit. Und in die ferne Zukunft.

 

Endlich – die Fortsetzung der Authority Comic-Serie! Von Ed Brubaker (Captain America, Daredevil).

 

Rezension:

Jeder auch nur halbwegs politisch interessierte Mensch, der sich obendrein die Freiheit nimmt, auch Superhelden zu mögen, hat sich sicher schon einmal die Frage gestellt: Was währe wohl, wenn die Fantastischen Vier einfach mal nach Pjön Yang in Nordkorea fliegen würden um dort dem Diktator Kim Yong Ill mal richtig deftig in den Hintern zu treten, und das Land von seiner Gewaltherrschaft zu befreien. Obwohl das eigentlich eine der nahe liegendsten Aktionen für die Gutmenschen in Strumpfhosen wäre, solcherlei Aktionen kommen gar nie, oder nur sehr selten vor. Ganz anders die Situation in diesem Band von „The Authority“, in dem besagte Superheldentruppe, kurzerhand die Regierungsgeschäfte der vereinigten Staaten übernimmt, und versucht, es besser zu machen, als jene, die das Amt bis dato innehatten. Natürlich ist der Regierungsstil einer Gruppe von Homo Superior-Wesen, die obendrein noch eine übermächtige Raumstation im Orbit über dem Planeten schweben haben, etwas anders, als man es gemeinhin gewohnt ist. Da stehen Lobbyisten plötzlich im Regen, die Vertreter der Rüstungsindustrie verspüren Gegenwind, und als das Thema Umverteilung des bestehenden Reichtums auf der Tagesordnung steht, bringt die Authority die besitzende, reiche Klasse gegen sich auf. Erstaunlicherweise sehen sich die Helden aber nicht nur denjenigen gegenüber, die bei einer Umverteilung etwas verlieren würden sondern auch jenen, die eigentlich profitieren würden, aber plötzlich unter dem Banner der Freiheit, geschmiert und geblendet gegen den eigenen Vorteil streiten. Ein erster Angriff kann abgewehrt werden, aber es zeigt sich, dass der Gegner aus dem verborgenen heraus agiert, und Menschen wie Marionetten zu lenken versteht.

Ed Brubaker hat hier ein höchst spannendes und interessantes Szenario entworfen, dass sich jeder halbwegs interessierte Superheldenfan schon einmal vorgestellt hat. Mit der Authority steht dann auch eine Truppe von Superwesen am Start, die nicht besonders zimperlich sind. Entsprechend kompromisslos ist der Führungsstil. Das es auch schwule Männer unter den Kostümträgern gibt, spannt den Bogen der kontroversen Handlungselemente noch etwas weiter und beschert dem Leser eine heftige Kussszene zwischen zwei Helden, von denen einer auch noch dem guten alten Batman schwer ähnlich sieht.

So ist dieser Band trotz der üblichen Superhelden Element weitab vom Standard, den dieses Genre sonst zu bieten hat. Hier werden genüsslich Grenzen übertreten und kontroverse Situationen erzeugt und weiterentwickelt. Mit „The Authority: Revolution“ ist die Welt der Superwesen endgültig im Alltag angekommen und das eine wie das andere wird in der anschließenden Konfrontation hinterfragt.

Eure Meinung:


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Comic:

The Authority: Revolution Bd.1

Autor und Zeichner: Ed Brubaker

Original: The Authority: Revolution 1-6

Panini, Softcover, 148 Seiten

EVT: 14.12.2006

ISBN-10: 3-86607-271-6

Erhältlich bei Panini


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Erstellt: 13.03.2007, zuletzt aktualisiert: 20.04.2019 08:40