Zurück zur Startseite


  Platzhalter

The Break – Jeder kann töten

Rezension von Christel Scheja

 

The Break – jeder kann töten“ ist eine zehnteilige belgische Fernsehserie, die hierzulande nur im Pay-TV, nämlich auf Sky lief und nun bereits auf DVD erscheint. In den Episoden wird – ausgehend von einem harmlos erscheinenden Mordfall eine komplexe Geschichte voller Intrigen, Lügen und Widersprüche geschaffen, die durchaus an Kult-Klassiker wie „Twin Peaks“ erinnern.


Im Mittelpunkt steht Yoann Peeters, der sich in seiner alten Heimatstadt Heiderfeld eine Auszeit nehmen will, um nach beruflichen und privaten Tragödien wieder zur Ruhe zu kommen und Fuß zu fassen. Ihn begleitet seine Tochter Camille, die zunächst ihr Kratzen mit dem kleinen Ort in den Ardennen hat.

Kaum hat er sich niedergelassen, erschüttert jedoch böse Kunde den Ort, denn aus dem nahen Fluss wird die Leiche des aus dem Togo stammenden Fußballers Driss M'boma gezogen. Der Polizeichef der Region sieht einen Selbstmord schnell als erwiesen an, aber der Polizist Sébastian Drummer, der schon bei den ersten Ermittlungen Peeters zu Rat gezogen hat, bleibt misstrauisch und zieht den Kommissar so tiefer in die Sache mit hinein.

Schon bald muss Peeters feststellen, dass die Wahrheit um einiges vielschichtiger als der Augenschein ist und der Mord an dem jungen Sportler letztendlich nur die Spitze eines Eisbergs und ein Punkt von einem engmaschigen Netzwerk aus Lügen, Intrigen und Verstrickungen, das nicht wenige Menschen in der Kleinstadt in Mitleidenschaft ziehen könnte, wenn es aufgedeckt wird.


Kennt der Zuschauer es nicht schon, dass sich Kommissare eine Auszeit gönnen, wenn sie durch Beruf und Privatleben ausgebrannt sind? Auf jeden Fall ist die Entscheidung eine ganz normale und keine, die Überraschungen und Besonderheiten bietet – nur was man daraus macht – das ist es, was über die Güte einer Serie entscheidet.

In der ersten Folge sieht es noch nicht ganz danach aus – die Figuren und auch die Geschichte kommen sehr steif und sperrig daher, auch der Auftakt ist eher klassisch. Doch schon in den Episoden danach relativiert sich der Eindruck, entwickelt sich die Geschichte doch auf interessanten Ebenen weiter.

Auf der einen Seite werden brisante Themen wie Fremdenfeindlichkeit und die Vertuschung von Verbrechen, die daraus resultieren, aufgegriffen, auf der anderen finden sich auch so klassische Elemente wie Leidenschaft und Eifersucht. Nur ziehen die Ermittlungen keine all zu großen Kreise, denn die Figuren aus der Kleinstadt sind eher durch Einzelschicksale miteinander verbunden und gehören keiner großen Verschwörung an.

Außerdem darf man gelegentlich auch an dem Geisteszustand von Peeters zweifeln, denn dieser führt sich immer wieder seltsam auf, reagiert über und zieht vorschnell Schlüsse, etwas was vor allem dem jungen Kollegen unangenehm auffällt und ihn in seiner Unerfahrenheit reifen lässt. Nach und nach fügen sich aber die Fäden zu einem Gesamtbild zusammen und bis es so weit ist, darf der Fall Hacken schlagen, den Zuschauer in die Irre führen und zum Nachdenken anregen.

Die meisten Nebenfiguren entwickeln kaum Profil, dafür lernt man die wichtigeren in all ihren unterschiedlichen Facetten kennen, so dass bald auch ein rundes Bild entsteht.

All das ist in eine doch eher ruhige und sehr detailverliebte Handlung eingebettet, die nur gelegentliche Ausbrüche von Gewalt zeigt. Vordergründige Action bleibt Mangelware, dafür werden Motive und Verstrickungen genau auseinander genommen und ausgearbeitet, wie man es aus den skandinavischen Krimis kennt.

Am Ende ist die Geschichte in sich abgeschlossen, die meisten Fragen wurden angemessen beantwortet, so dass man sich zufrieden im Sessel zurück lehnen kann.

Bild und Ton sind natürlich auf der Höhe der Zeit, was heutige Fernsehproduktionen angeht, an Bonus-Material gibt es leider nur ein recht kurzes Making-of von 12 min.


Fazit:


The Break – Jeder kann töten steht am ehesten in der Tradition der klassischen skandinavischen Krimis, mit einer leicht distanzierten und erst kühlen Erzählweise, die aber mit der Zeit aufweicht uns leidenschaftlicher wird. Der Fall bleibt angenehm nah bei den Menschen und sehr realistisch – auch was die aktuellen Themen wie Fremdenfeindlich betrifft und nicht nur die üblichen zwischenmenschlichen Motive.



Zum Seitenanfang

Eure Meinung:

Keine Kommentare
Kommentar hinzufügen

* - Pflichtfeld

*
*
*
Platzhalter

DVD:

The Break – Jeder kann töten

Original: La trêve, 2015

Regisseur: Matthieu Donck

Format: Dolby, PAL, RC 2

Sprache: Deutsch (Dolby Digital 2.0), Französisch (Dolby Digital 2.0)

Bildseitenformat: 16:9 - 1.77:1

Umfanf: 4 DVDs

FSK: 16

Polyband/WVG, 28. Juli 2017

Spieldauer: 500 Minuten

 

ASIN: B07255Q2GQ

 

Erhältlich bei: Amazon

DarstellerInnen:

  • Yoann Blanc
  • Guillaume Kerbush
  • Anne Coesens

Empfehlen:


Platzhalter
Platzhalter
Erstellt: 13.08.2017, zuletzt aktualisiert: 09.12.2017 17:18