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The Elder Scrolls V: Skyrim (PC)

Rezension von Cronn

 

Rezension:

Als ich die Höhle verlasse, blendet mich das Tageslicht der Sonne.

Unvermittelt stehe ich am Abhang einer Bergkette und schaue ins Tal hinunter. Der Anblick verschlägt mir die Sprache.

Ich sehe einen Fluss, der sich in mehreren Windungen durch das Tal schlängelt. Die Nadel- und Laubbäume säumen ihn, ziehen sich hoch bis zu mir. Auf der gegenüberliegenden Seite steigt das Gelände wieder zu einer weiteren Bergformation an, worauf ich seltsam geometrische Formen halb im Nebel versunken erkenne.

Ich beschließe ins Tal hinabzusteigen, um das Dorf zu finden, was mir mein Begleiter genannt hatte, ehe er sich von mir verabschiedete. Auf halbem Weg treffe ich einen Erzschürfer, der mit seinem Hund zusammen am Abhang steht. Der Schürfer hackt mit einem Pickel gegen den Fels. Der Kerl kann mir nicht weiterhelfen, aber ich mag seinen Hund, der treuherzig zu mir aufschaut.

Am Fluss angekommen, sehe ich weit oben auf der anderen Seite die geometrischen Formen auf der Bergflanke emporstreben. Es sind Trümmerstücke einer ehemals riesenhaften Architektur. Ich beschließe, von meinem Hauptweg abzuzweigen und dieser Ruinen-Halle einen Besuch abzustatten. Dazu springe ich in den Fluss, schwimme zur anderen Seite und erklimme den Berg.

Inzwischen wird es Abend. Der Himmel verfärbt sich, die Farben dunkeln ein und am sternenübersäten Nachthimmel wabert das Nordlicht. Fasziniert bleibe ich stehen und sehe dem Nordlicht bei seinem Farbenspiel zu.

Dann gehe ich weiter den Berg hinauf. Das Wetter ändert sich. Es wird deutlich frostiger. Der Wind treibt Schneeverwehungen herunter und bald schon stehe ich in einer Winterumgebung.

Da höre ich über mir ein Schnauben und blicke hinauf – dort steht ein Wegelagerer! Er springt zu mir herunter und schlägt mit seiner Streitaxt zu. Ich pariere mit dem Schild und attackiere mit meinem Stahlschwert. Vom Kampflärm angelockt, sprinten weitere Räuber herbei. Ich bemühe mich nach Kräften, mich ihrer zu erwehren und meine Hiebe verfehlen auch nicht ihre Wirkung. Einer nach dem anderen fallen die Räuber zu Boden. Am Ende stehe ich mit vom Blut benetzten Schwert als Sieger da.

Ich durchsuche die Schergen und nehme mir, was mir als Sieger zusteht. Anschließend inspiziere ich die Bogenhalle, die sich vor mir erhebt. Das Dach ist schon vor langer Zeit eingefallen und nur noch die Rippenbögen und Säulen stehen noch. Am Ende der Halle wurde eine Tür in den Fels eingelassen, was zu einem Tempel führt. Neugierig geworden öffne ich sie, nur um gleich darauf in ein noch gefährlicheres Abenteuer zu schlittern...

 

SKYRIM heißt das lang erwartete Rollenspiel von Bethesda, das dieser Tage erschienen ist. Das Spiel ist im The-Elder-Scrolls-Universum angesiedelt und zeigt das Geschehen in einer Fantasy-Umgebung. Nach den weltbekannten Vorgängern der Spieleserie war der Erwartungsdruck und die Erwartungshaltung der Fans sehr hoch. Ob die Entwickler rund um Todd Howard dem gerecht werden konnten?

 

Hintergrund:

Die The-Elder-Scrolls-Serie ist eine der langlebigsten Fantasy-Rollenspiel-Gameserien der Welt. Bereits im Jahr 1994 erschien mit „The Elder Scrolls: Arena“ das erste Spiel der Serie, was einen gigantischen Erfolg und viele weitere Spiele nach sich zog. Mit zu den berühmtesten Ablegern gehört „Morrowind“, das die Messlatte der Reihe weiter anhob, gefolgt von „Oblivion“ im Jahr 2006. Dann war es lange Zeit ruhig um die Serie. Mit „Skyrim“ kehrt The-Elder-Scrolls ins Bewusstsein und in die Läden zurück.

Man spielt – wie von der Serie gewohnt – zu Beginn einen Gefangenen, der sich aus seiner misslichen Lage erst befreien muss. Dies geschieht sehr schnell durch einen Drachenangriff, der die Bewacher dezimiert und das ganze Dorf in Chaos und Panik versetzt. Anschließend wird festgestellt, dass der Spieler der Dovahkiin ist, der die Seele von getöteten Drachen absorbieren kann. Er soll die Bedrohung durch die Drachen für die Region Skyrim (Himmelsrand) bannen.

Die Hauptquest ist wie schon in „Oblivion“ nicht allzu stark ausgeprägt, fesselt aber dennoch für viele Stunden. Aber weitaus packender sind die Nebenquests. Und hier hat das Entwicklerteam rund um Todd Howard eine gewaltige Aufgabe für den Spieler geschaffen!

Schätzungsweise zweihundert Realstunden dauert es, bis man alle Quests gelöst hat und alle Orte (300) gesehen hat. Damit ist SKYRIM das mit Abstand größte Abenteuer der letzten Jahre. Die Quests sind auch sehr gelungen gestaltet. Wenn man zunächst mit einfachen Bring-Gegenstand-von-A-nach-B Aufträgen rechnet, wird im Laufe der Quest durch überraschende Wendungen plötzlich etwas gänzlich anderes daraus!

Alle Nebenaufträge sind mehrfach geschichtet und bieten beste Unterhaltung für Abenteurer. Man muss den Spaß am Sandbox-Prinzip von SKYRIM mitbringen, um es völlig genießen zu können. Der Spieler sollte das Erforschen der Welt mögen, sich neugierig in das Herstellen von Gegenständen und Waffen einbringen und so weiter. Die Welt von SKYRIM ist so vielfältig, dass man sich darin lange ohne Langeweile aufhalten kann. Wer möchte, spielt die Haupt- oder Nebenquests, aber auch das Herumstreifen ohne Auftrag macht einen Riesenspaß, weil es an jeder Ecke etwas zu entdecken gibt.

 

Gameplay:

SKYRIM setzt den Spieler in eine offene Welt, die es zu erforschen gilt. Dabei sieht der Spieler die Welt aus den Augen der Spielfigur, spielt also in der Ego-Perspektive. Man kann aber auch in eine andere Perspektive wechseln, in der man den Helden dann von hinten sieht.

Aus zehn verschiedenen Rassen kann man wählen, dabei Gesicht, Haarfarbe und so weiter verändern. Der Phantasie des Spielers ist hier kaum eine Grenze gesetzt.

Für das Töten von Gegnern und andere Aktionen erhält man Erfahrungspunkte, die sich addieren. Steigt man im Rang auf, darf man seine besonderen Skills aufwerten. Das geschieht mit einem Sternzeichen-System, das den Skill-Baum darstellt. Was auf den ersten Moment gewöhnungsbedürftig klingt, geht schon bald in Fleisch und Blut über und man kann dadurch den Helden so spezifizieren, wie es einem passt. Zudem verbessern sich seine Fähigkeiten wieder durch den Gebrauch derselben, was eine real einleuchtende Weise der Verbesserung darstellt. Wer also beispielsweise öfter mit dem Bogen schießt, wird in dieser Disziplin logischerweise auch besser im Laufe der Zeit.

Das Inventar wurde im Vergleich zu „Oblivion“ versachlicht, wirkt dadurch übersichtlicher, aber auch weniger „fantasyartig“. Es ist sicher Geschmacksache, ob man das Letztere mag oder nicht. Allerdings sollte man die neue Übersichtlichkeit begrüßen, die das mit sich bringt.

Gegenstände können selbst hergestellt werden in den Dörfern. Zusätzlich kann man sie durch Zauber aufwerten.

Immer wieder trifft man auf die Drachen, welche in einem Zweikampf besiegt werden müssen. Am Ende erhält man die Seele des Drachen, was einen stärker macht. Auch die Worte der Drachen sind in Dungeons zu finden. Sie wirken besonders starke Zauber, welche dabei helfen, die Drachen zu besiegen.

 

Grafik und Sound:

War „Oblivion“ im Jahr 2006 eine Grafikrevolution, stellt SKYRIM im Jahr 2011 eine Grafikevolution dar. Die offenen Kinnläden bleiben außen vor, grafisch setzt SKYRIM keine Maßstäbe. Das heißt nicht, dass das Spiel schlecht aussähe, ganz im Gegenteil.

SKYRIM sieht wunderschön aus und beeindruckt besonders durch seine Weitsicht. Aber beim Näherkommen merkt man, dass die Texturen nicht allzu hoch aufgelöst sind.

Dafür hat SKYRIM andere Qualitäten. Wenn man zum ersten Mal auf einem von Schneewehen umwobenen Weg steht, den Nachthimmel betrachtet und vom wabernden Nordlicht schwärmt, ist alle Durchschnittlichkeit der Texturierung vergessen.

Das Spiel atmet eine Komposition von Planung in der Welterstellung, die ihres gleichen sucht. SKYRIM ist mehr als die Summe seiner grafischen Einzelteile. Die glaubhafte Welt, die das Spiel erschafft, ist das bedeutsame grafische Werk.

Im Sound ist bei SKYRIM alles im grünen Bereich. Die Übersetzer agieren auf hohem Niveau, allerdings ist die englische Sprachausgabe noch einen Tick besser und daher für im Englischen versierte Gamer vorzuziehen.

 

Fazit:

SKYRIM ist tatsächlich die lang erwartete Abenteuer-Bombe geworden, auf die man gewartet hat. Für lange Winterabendstunden bietet das Spiel für Rollenspiel-Solisten genau den Stoff, den sie suchen: eine stimmige, wenn auch nicht brillante Hauptquest, eine Vielzahl an packenden Nebenquests mit Erinnerungscharakter, glaubhafte Personen und den heimlichen Star von SKYRIM – die glaubwürdige Welt, ein Sandkasten für alle Abenteurer!

SKYRIM ist im Fantasy-Rollenspielbereich momentan das Beste, was man spielen kann!

Eure Meinung:


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Game:

The Elder Scrolls V: Skyrim

von Bethesda Softworks (ZeniMax)

Plattform: Windows 7 / Vista / XP

USK-Einstufung: USK ab 16 freigegeben

Medium: Computerspiel

Erhältlich bei: Amazon


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Erstellt: 04.12.2011, zuletzt aktualisiert: 18.06.2019 11:05