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The final Loop (Oneshot)

Rezension von Christel Scheja

 

Aoi Makino, die Künstlerin von „Hal“ präsentiert mit „The final Loop“ ihre erste Kurzgeschichtensammlung in denen es ganz irdisch zugeht. Vier Geschichten sind in der Sammlung zu finden.

 

In der Titelgeschichte überredet Tamako ihre kleine Schwester Miki dazu, sich in einen Rollstuhl zu setzen und als behindertes Mädchen an den sechzehnjährigen Riku heran zu machen, um ihm das Herz zu brechen. Denn sie ist der Ansicht , dass er, der den Selbstmord ihres Verlobten verursacht hat, noch viel zu wenig dafür gebüßt hat. Als Miki den Jungen, der in einer Bücherei jobbt, ein bisschen besser kennen lernt, spürt sie, dass mehr hinter der ganzen Sache steckt als ihr ihre Schwester erzählt hat.

„Und da warst du“ erzählt von Asuka, die eine sehr leise Stimme hat, und sich nicht traut, dem lebhaften Basketballstar Shun ihre Liebe zu gestehen, zumal er ihr gegenüber einmal geäußert hat, dass seine einzige große Liebe der Sport sei. Doch manchmal sind auch die leisen Töne nicht zu überhören und es gibt Leute, die sie wahrnehmen

„Watercolour Girl“ erzählt von der schüchterne Aki Sudo, die nur bei den Tieren der Schule, wie dem Hasen Pyonta, Frieden findet, denn .die Mitschüler machen sich nur über sie lustig und mobben sie, weil sie anders ist als sie, so sehr sich Aki auch anzupassen versucht. Dann taucht eines Tages ein geheimnisvolles Mädchen auf, dass ihr wichtige Erkenntnisse vermittelt.

„Gorbatschows Kern“ erzählt von Naya und Shota, die gute Freunde sind, wenn auch noch nicht mehr. Der Hauptgewinn in einer Lotterie – eine ganze Kiste voller Blumensamen, lässt das Mädchen verzweifeln, aber ihr Vater hat eine interessante Idee, was sie damit anstellen könnte. Ausgerechnet Shota ermuntert sie, die Idee, den Mitschülern eine Freude damit zu bereiten, auszuprobieren und hilft tatkräftig mit – etwas, was auch ihnen beiden zugute kommt.

 

Auch wenn die Geschichten sich auf den ersten Blick nicht sehr von den üblichen Highschoolgeschichten zu unterscheiden scheinen, so zeigt sich doch, dass die Künstlerin nicht nur heitere Romantik verbreiten will, sondern sich auch mit sehr ernsten Themen beschäftigt.

Mit Mobbing und Ausgrenzung haben fast alle der jungen Mädchen zu kämpfen, selbst Miki ist davor geflohen und auf die andere Schule gewechselt. Sie schlüpft jetzt allerdings selbst in die Rolle eines Täters. Interessant zu sehen ist, wie sie selbst erst nach einer Weile merkt, was sie da tut, obwohl ihr nicht wohl bei der Sache ist, und welche Konsequenzen sie daraus zieht. Berührend ist „Und da warst du“, durch seine stille und zarte Erzählweise.

Auch in den anderen Geschichten findet man solche Momente, die zeigen, wie feinfühlig die Künstlerin mit den Themen umgeht und wie nah sie an der Realität bleibt. Deshalb gehen auch die Botschaften zu herzen und prägen sich tief in den Kopf ein.

 

Aus diesem Grund hebt sich „The final Loop“ angenehm aus der Masse ähnlicher Titel heraus und könnte auch erfahrenere Leser in den Bann schlagen, da weder die Geschichten noch ihre Botschaften seicht oder gar albern sind.

 

Eure Meinung:


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Comic:

The final Loop (Oneshot)

Autor & Künstler: Aoi Makino

Original: Saishu Loop, Japan, 2011

Aus dem Japanischen von Rosa Vollmer

Taschenbuch, 192 Seiten

Tokyopop, Hamburg, erschienen September 2011

ISBN-10: 3842003021

ISBN-13: 978-3842003026

Erhältlich bei Amazon


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Erstellt: 27.03.2012, zuletzt aktualisiert: 20.04.2019 08:39