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The Heart Guy – Staffel 1

Rezension von Christel Scheja

 

Normalerweise schaffen es Serien aus Australien nur selten bis nach Europa. Meistens picken sich die Sender nur die heraus, die wirklich erfolgreich sind und damit auch hier ein Publikum für sich gewinnen können. Oft laufen diese allerdings auch nur auf dem Pay-TV und kommen dann überraschend schnell auch auf DVD heraus, so wie „The Heart Guy“, dessen ersten Staffel bisher in Deutschland nur bei Sky lief.


Hugh Knight ist ein begnadeter Herzchirurg und weiß das leider auch nur zu gut. Deshalb hat das Genie mit den magischen Händen mittlerweile auch den Boden unter den Füßen verloren und benimmt sich dementsprechend. Er hält sich für unfehlbar und ignoriert sämtliche Krankenhausregeln – schafft es wichtige Patienten zu beleidigen. Ausgerechnet durch einen Skandal auf einer der zahlreichen Partys, die er als Lebemann und Playboy besucht, bricht er sich das Genick.

Um seine Approbation nicht ganz zu verlieren, wird er als Landarzt in die Provinz verbannt. Er muss sich mindestens ein Jahr dort bewähren, wenn er nicht ganz auf der Straße stehen will. Zähneknirschend nimmt Hugh die Herausforderung an und ist gar nicht begeistert darüber, dass er nicht nur in einem abgelegenen Kaff im Outback landet, sondern auch in seiner eigentlichen Heimat Wyhope.

Denn das bringt all die Probleme mit seiner umtriebigen und durchweg eigenwilligen Familie, den Freunden aber auch den ehemaligen Geliebten wieder mit sich, vor denen er eigentlich davon gelaufen ist …


Neu ist das Thema sicherlich nicht, denn Hugh Knight dürfte nicht der erste begabte Arzt sein, der auf die Nase fällt und wieder neu anfangen muss, auch wenn es ihm schwer fällt. Neu ist nur, dass er glücklicherweise von einem Kunstfehler verschont bleibt, und deshalb auch noch kein Blut an den Händen kleben hat, sondern nur unangenehm auffiel.

So dient die Versetzung aufs Land zwar als Bestrafung, um die gegnerischen Parteien zufrieden zu stellen, ist für ihn aber natürlich auch eine Chance, wieder an Bodenhaftung zu gewinnen und vernünftig zu werden.

Natürlich ist die Hauptfigur erst einmal gar nicht davon begeistert, dass er da landet, wo er eigentlich am wenigsten hin will und sich mit Arbeiten beschäftigen muss, die weit unter seinem Niveau sind. Auch mit seinen Kollegen verscherzt er es sich ganz ordentlich … aber dazu ist das ganze ja da – es muss Spannung erzeugt werden.

Denn die bezieht die Geschichte in erster Linie aus dem Zwischenmenschlichen. Hugh bekommt die Gelegenheit, die Trümmer aufzuräumen, die er vor seinem Weggang hinterlassen hat und zugleich alte Bande wieder neu zu knüpfen. Dann muss er nach und nach zurückschalten und verstehen lernen, was einen Landarzt wirklich ausmacht, gerade wenn die Technik in dem kleinen Krankenhaus nicht die Beste ist.

Die eigentlichen Fälle sind eher Nebensache – mehr Bedeutung haben die unterschiedlichen Beziehungen, die er kitten oder neu aufbauen muss, die Freundschaften, deren Wert er erst jetzt erkennt, einschließlich der Entscheidungen, die daraus resultieren. Allerdings geschieht das alles in einem heiteren, etwas locker gehaltenen Ton. Wirklich bitter wird es erst zum Ende hin,a sl Hugh eine ernste Entscheidung treffen muss.

Bis dahin ist der Ton aber eher locker, die Hauptfigur erinnert ein wenig an eine Mischung aus den Ärzten, die in „Royal Pains“ und „Doktor House“ ihr Unwesen treiben, nur das Hugh sich auch noch mit seiner sehr eigenwilligen Familie herumschlagen muss.

Insgesamt überwiegt der muntere Wohlfühl-Ton – man schmunzelt immer wieder über die schrägen Ideen und das Verhalten der Figuren und hat nicht das Gefühl, dass wirklich schreckliches passiert. Letztendlich ist die Serie wirklich etwas fürs Herz, mit allem was dazu gehört – Liebe und Streit, Hoffnung und Kampf und das Leben und die Gefühle anderer.

Bild und Ton sind auch hier auf der Höhe der Zeit und an Extras finden sich insgesamt 14 min an Featurettes, von denen das Making of die meisten Minuten einnimmt.



Fazit:


The Heart Guy“ ist eine unterhaltsame Arztserie aus Australien, die zwar weniger mit besonderen medizinischen Fällen punkten kann, wohl aber mit sehr eigenwilligen Figuren und ihrem munteren Miteinander. Eine Wohlfühlserie, die man gut zwischendurch ansehen kann, wenn man Beziehungskisten und zumeist witzige Dialoge mag, vor allem wenn das Setting noch nicht so abgelutscht ist wie viele amerikanische.

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DVD:

The Heart Guy – Staffel 1

Original: Doctor Doctor, 2016

Format: Dolby, PAL, Region 2

Sprache: Deutsch (Dolby Digital 2.0), Englisch (Dolby Digital 2.0)

Bildseitenformat: 16:9 - 1.77:1

Umfang: 3 DVDs

FSK: 12

Polyband/WVG, 25. August 2017

Spieldauer: 468 Minuten

 

ASIN: B072C3VMJK

 

Erhältlich bei: Amazon

DarstellerInnen:

  • Rodger Corser
  • Nicole da Silva
  • Ryan Johnson
  • Tina Bursill
  • Hayley McElhinney

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Erstellt: 13.09.2017, zuletzt aktualisiert: 12.11.2017 11:30