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The Kiss of Blood

Rezension von Christel Scheja

 

Makoto Tateno hat sich zwar auf Boys Love Mangas spezialisiert, das hindert sie aber nicht daran, sich auch der derzeitigen Modethemen anzunehmen und diese mit ihrer Spezialität zu verbinden. Daher entstand im Jahr 2009 der vorliegende Oneshot „The Kiss of Blood“.

 

Um sich ein wenig Taschengeld zu verdienen, jobbt der Schüler Riku nebenbei im Blumenladen einer alten Dame. Meistens bringt er die von Kunden bestellten Sträuße zu den gewünschten Adressen. So ist nichts ungewöhnliches daran, dass eines Tages ein geheimnisvoller junger Mann in den Laden kommt und einen Strauß Rosen bestellt, der erst später ausgeliefert werden soll.

Doch als Riku die entsprechende Adresse erreicht, wird ihm mulmig zumute, hat die Villa, in der Keito, der Kunde, zusammen mit zwei anderen Männern lebt, doch einen sehr düsteren und unheimlichen Touch. Daher ergreift er lieber die Flucht, so schnell er kann.

Doch damit ist es noch nicht vorbei, denn in den kommenden Nächten wird er von so unheimlichen wie lustvollen Träumen gequält. Der Kunde, der die Rosen bestellt hat, taucht unversehens in seinem Zimmer auf und fällt über ihn her, bereitet ihm leidenschaftliche Gefühle. Wenn er erwacht, liegt er nackt da und fühlt sich ziemlich ermattet. Das geht mehrere Tage so.

So ist Riku nicht sonderlich davon begeistert, schon bald wieder in die Villa zu müssen, um einen weiteren Strauß zu überbringen und das auch an den folgenden Tagen. Er hat immer das Gefühl, wie Frischfleisch taxiert zu werden. Und vielleicht liegt er damit nicht einmal so falsch, denn schon bald kommt die grausige Wahrheit ans Licht.

 

Schöne aber düster wirkende junge Männer in einer Kulisse, in der die Zeit stehen geblieben zu sein scheint, ein Hunger, der nicht nur als Leidenschaft bezeichnet werden kann und ein Geheimnis, das schon bald überraschend ans Licht kommt, sind die Zutaten von Makono Tatenos neustem Werk, das allerdings nicht so ganz überzeugen kann.

Da es noch eine Bonusgeschichte gibt, in der einer der Gefährten des Vampirs Keito einen Partner findet, kommt die Entwicklung der Beziehung zwischen Riku und seinem dunklen Gönner viel zu kurz. Der Anfang ist zwar noch sehr vielversprechend, die Geschichte flacht allerdings gehörig ab, als die Geheimnisse nach und nach enthüllt werden, denn es bleiben trotz der Antworten noch einige Fragen offen. Warum sind Keito und Riku so eng miteinander verbunden? Welche Vergangenheit teilen zumindest ihre Seelen miteinander? Hier hätte die Autorin lieber auf die Bonusgeschichte verzichten und mehr Einblicke in frühere Leben des jungen Mannes geben sollen.

So bleibt alles sehr oberflächlich und vage. Ein paar leidenschaftliche Sex-Szenen und düstere Andeutungen reichen einfach nicht aus, um die oberflächliche und gerade zum Ende hin sehr schwache Geschichte zu kaschieren, auch wenn die Zeichnungen natürlich sehr ansprechend und ausgereift sind.

 

Wer nicht unbedingt eine ausgereifte Story erwartet, sondern sich einfach nur an den schönen Männern und ihren leidenschaftlich-düsteren Beziehungen ergötzen will, kann „The Kiss of Blood“ genießen, wer mehr erwartet, wird eher enttäuscht sein, weil der Inhalt nach dem vielversprechenden Anfang stark nachlässt.

 

Eure Meinung:


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Comic:

The Kiss of Blood

Autorin & Künstlerin: Makoto Tateno

Aus dem Japanischen von Costa Caspary

Koyoi ha kimito chino kisu wo, Japan 2009

Manga-Taschenbuch, 192 Seiten

Egmont Manga & Anime, 03/2010

ISBN-10: 3770471687

ISBN-13: 978-3770471683

Erhältlich bei Amazon


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Erstellt: 10.05.2010, zuletzt aktualisiert: 20.04.2019 08:39