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The Landlord - Miet the Dead (DVD; Horror; FSK 18)

Rezension von Oliver Kotowski

 

Rezension:

Ein junges Paar schaut sich die neue Wohnung an. Das Haus ist zwar schon etwas älter, aber es sieht sehr gut aus und die Lage ist ebenfalls gut. Und die Miete ist sehr günstig. Warum also zögern? Doch schon am nächsten Morgen verhält er sich seltsam, während sie vor dem Bad wartet – was redet er für eigenartiges Zeug? Was will er mit dem Baseballschläger? Sie findet es bald heraus – nur erzählen kann sie niemanden mehr davon. Muss sie aber auch nicht, denn der nette junge Hauswirt namens Tyler weiß, was geschehen ist: Die Dämonen Rabisu und Lamashtu haben Besitz von den beiden ergriffen und sie sich töten lassen. Denn die beiden Dämonen lieben Menschenfleisch. Der Deal: Sie fressen die Mieter. Und greifen Tyler etwas bei der Beseitigung der Leichen unter die Arme. Tyler kommt nicht gut mit der Situation klar. Zumal die beiden Cops Rosen und Lopez es etwas seltsam finden, dass so viele verschwundene Menschen bei Tyler ihren letzten Wohnsitz hatten. Rosen ist scharf auf Tylers Arsch und versucht ihn einzuschüchtern. Tyler beschwert sich bei seiner Schwester Amy, die ebenfalls ein Cop ist. Sie kann aber auch nicht helfen. Außerdem hat sie genügend Probleme mit einer Bande Ghouls, die nicht immer macht, was sie soll. Als dann noch die süße Donna in die leer gewordene Wohnung einzieht, bekommt Tyler wirklich Probleme.

 

"Die beste Grundstücks-Heimsuchungs-Komödie seit Beetlejuice", befindet Damage 2.0 auf dem Cover. So schwer es mir fällt, ich will versuchen, herauszuarbeiten, wie man zu einem solchen Urteil kommen könnte.

 

Um es kurz zu machen, der Film ist ein Trash-Film. Und zwar in jeglicher Hinsicht. Niveaulos. Komplett und total. Das beginnt schon beim unfokussierten Plot. Der ist ein bisschen episodenhaft, reißt zahlreiche Themen an, die natürlich nur klischeehaft bearbeitet werden; es reicht von den paranoiden Polizisten, die unbedingt den Fall klären wollen, über die korrupten Cops, die Dämonen auf Randgruppen und Kleinkriminelle hetzen, hin zur Ehefrau, die vor ihrem gewalttätigen Ehemann flüchtet. Es spiegelt sich in den vulgären und dümmlichen Dialogen. Kostprobe?

Tyler kommt herein, sieht die Leichen und erbricht.

Rabisu: "Hör' mal, kannst du nicht jemand anderen den Appetit durch deinen Schleimkrümelhusten versauen?"

Tyler: "Ihr seid solche Feuerficker! Das war kein Monat, nicht mal 'ne Woche! Ich glaub', mein Esel singt!"

Rabisu: "Schwein pfeift. Es heißt: 'Ich glaub', mein Schwein pfeift.'"

Tyler: "Ja, genau! Ich bin Rabisu, der Klugscheißerdämon, ich trinke gerne Eselspisse und versaue Tyler sein ganzes Leben. Man, ey, halt' bloß die Fresse!"

Und so weiter.

Immerhin passen die Darsteller dazu; Michelle Courvais, die Tylers Cop-Schwester Amy spielt, scheint immerhin etwas Erfahrung, Talent oder dergleichen zu besitzen – alle anderen sind bestenfalls als bemühte Laien zu bezeichnen. Die Synchronisation hört sich ebenfalls eher laienhaft an. Die Kameraarbeit passt dazu: Es gibt keine einzige originelle Einstellung. Weiter zu den special effects. Der rasende Mann stürmt mit dem Baseballschläger auf die flüchtende Neumieterin zu. Er drischt ihr das Holz mit voller Wucht gegen den Hinterkopf. Hört ihr es krachen? Seht ihr den Kopf nach vorne geworfen, die Haut aufreißen – und Skalpwunden bluten höllisch. Wenn ihr diese Wahrnehmungen habt, dann habt ihr eine gute Fantasie, denn im Film nickt ihr Kopf kurz nach vorn, sie greift sich in die verwuschelten Haare – und hat etwas Blut an den Fingerspitzen. Grell-rot leuchtendes Blut. Bei einigen abgerissenen Gliedmaßen sieht man die Metallstützen blitzen. Und die Maske ist wohl eher symbolisch zu verstehen.

Welche Extras es auf der DVD gibt? Keine.

 

Sonst noch was? Ja. Es gibt tatsächlich ein paar nette Gags. Etwa die Dauerwerbesendung um die Powersaftpresse "Clounco" (man gibt Fleisch in die Presse und bekommt Trockenfleisch und Fleischsaft) und der gelangweilten Dämon, der sie begeistert kauft, sind ganz witzig.

 

Fazit:

Tyler und Amy haben Probleme mit menschenfressenden Dämonen und Ghoulen. Wer seinen Spaß an Trash hat, wird hier bestens bedient, denn hier waren ausschließlich Laien am Werk, die anscheinend Trash produzieren wollten – mit großem Erfolg.

Zum Abschluss noch ein Zitat: "Fickritze, wir scheißen auf dein' Hintern*." "Was?", fragt die Angesprochene verblüfft – ich habe es auch nicht verstanden.

 

* Nachtrag: Ich bin darauf hingewiesen worden, dass es nicht "Hintern", sondern "Coupon" heißt; so wird es natürlich inhaltlich verständlich. Das gibt mir die Gelegenheit, zu erwähnen, dass man gelegentlich ein wirklich gutes Gehör braucht, um das Gesagte akustisch zu verstehen.

Eure Meinung:


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DVD:

The Landlord - Miet the Dead

USA 2009

Originaltitel: The Landlord

Regisseur: Emil Hyde

Umfang: 1 DVD

Anime House GmbH, 17.12.2010

FSK: 18

Dauer: ca. 93 Minuten

Bildseitenformat: 1,78:1 (anamorph / 16:9)

Sprache: Deutsch (Dolby Digital 2.0), Englisch (Dolby Digital 2.0)

Untertitel: Keine Untertitel

 

ASIN: B0049M7JUY

 

Erhältlich bei Amazon

 

Darsteller:

Derek Dziak

Michelle Courvais

Rom Barkhordar

Lori Myers

Erin Myers

Eileen Montelione


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Erstellt: 24.01.2011, zuletzt aktualisiert: 04.06.2017 17:33