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Will Eisner's The Spirit TPB 3

Rezension von Christian Endres

 

Passend zum Start von Frank Millers keineswegs unumstrittener Verfilmung von Will Eisners The Spirit bringt Panini den dritten Sammelband mit den neuen, nunmehr bei DC erscheinenden Abenteuern des Comic-Detektivs heraus, der erfreulicherweise immer noch ganz im Geiste von Comic-Legende und –Innovator Eisner steht, allerdings in Sachen Umfeld und Technik hier und da eine kleine, gar nicht mal unangenehme Frischzellenkur im Detail verpasst bekommen hat: Google und Notebooks auf dem Taxi-Beifahrersitz von Spirit-Sidekick Ebony können eben auch einem gestandenen Detektiv im Trenchcoat und mit Domino-Maske, Hut und roter Krawatte helfen.

 

Aber es sind gar nicht so sehr die Kleidung oder die Gimmicks, um die er hier gehen soll. Die große Frage, die es im vorliegenden dritten Sammelband zu klären gilt, lautet eher: Wie verkraftet die Serie den Abschied von Autor-Zeichner Darwyn Cooke?

 

Die erste Story von Glen David Gold und Eduardo Risso liefert noch keine eindeutige Antwort, da darin qualitativ – und im Guten wie im Schlechten – an Cookes gerne etwas sperrige, aber eben nie reizlose Storys angeschlossen wird. Danach aber spielen bereits Autor Dennis O’Neil und Zeichner Ty Templeton bzw. Gail Simone und Phil Hester mit zwei tollen Kurzgeschichten groß auf und geben die Richtung für diesen Band vor – und damit auch ein erstes Indiz dahingehend, wie man die Frage nach dem Verschmerzen von Cookes Weggang am Ende beantworten können wird.

 

Was der wortlosen Geschichte mit Piktogrammen in den Sprechblasen und einem in Eis und Schnee gekleideten Central City folgt, ist ein einziges Schaulaufen in Sachen Spritzigkeit in Text und Bild: Denn das neue Autoren-Duo - bestehend aus den Veteranen Sergio Aragonés und Mark Evanier – liefert in Folge bzw. Serie fünf wirklich rundum gelungene längere Storys ab.

 

Egal ob der Spirit in Paris eine Mordserie zwischen Altenheim und Studentenverbindung untersucht, auf einem Filmset in einem Mordfall ermittelt, eine Miss-Wahl überwacht und einem großen Diamantenschmuggel auf die Schlichte kommt, für eine Versicherungsagentur auf große Kreuzfahrt geht oder sich in Kairo mit seinem gesichtslosen Erzfeind, dem Octopus, und ein paar verschwundenen Mumien herum schlägt – das ist jeweils ganz große Klasse und macht diebisch Spaß. Und wenn man dann noch Bleistift-Altmeister Mike Ploog oder Paul Smith zur Verfügung stehen hat, kann das doch nur herausragend werden.

 

Am Ende muss man also nicht fragen, ob Cookes Ausstieg der Serie geschadet hat oder nicht. Viel mehr sieht es sogar danach aus, als ob die geradlinigere Erzählweise der beiden alten Hasen Aragonés und Evanier den neuen, neuzeitlicheren, aber irgendwo doch wieder klassischen Geschichten mit dem Spirit sehr gelegen kommt.

 

Keine Frage (mehr): Der bisher beste Band der Reinkarnation von Will Eisners unsterblichem Heldenvater im Noir-Gewand.

 

 

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Comic:

The Spirit Bd. 3

von S. Aragonés, M. Evanier, G. Simone, E. Risso, P. Smith u. a.

Paperback m. Klappenbroschur.

148 Seiten, Panini, Februar 2009

Erhältlich bei Panini

weitere Infos:


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Erstellt: 27.02.2009, zuletzt aktualisiert: 20.04.2019 08:40