The Twilight Zone – Die gesamte fünfte Staffel (DVD; TV-Serie; FSK 12)
 
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The Twilight Zone – Die gesamte fünfte Staffel

Rezension von Christel Scheja

 

Mit der letzten Box liegt nun die gesamte klassische „The Twilight Zone“-Serie auch in Deutschland vor Koch Media hat die für Deutschland synchronisierten Folgen mit denen ergänzt, die hierzulande niemals gelaufen sind. Gelegentlich kann der Fan der Serie auch bekanntere Gesichter erkennen, denn wieder einmal hat auch der junge William Shatner einen auftritt, kurz bevor er mit „Raumschiff Enterprise“ endgültig zum Star wurde. Andere bekannte Schauspieler sind James Coburn und Telly Savalas.

 

Die fünfte Staffel umfasst die 36 Episoden aus dem Jahr 1964, vier davon wurden nicht für Deutschland synchronisiert, unter ihr auch „An Occurance at Owl Creek Bridge“, die diesmal nicht von Rod Serling und seinem Team stammt, sondern von französischen Filmemachern, aber den Stil der Serie passend einfängt.

Ansonsten gibt es wieder einmal eine bunte Mischung von Themen und Geschichten, die immer einen phantastischen Zug haben. Sei es nun bei dem ängstlichen Reisenden, der auf der Tragfläche des Flugzeugs mit dem er reist, ein Monster sieht, dass an der Abdeckung zerrt und die anderen Passagiere zu warnen versucht. Thomas McNuilty verscherzt es sich mit den meisten Menschen durch sein konstantes angeberisches Gerede. Als er eine Uhr in die Hand bekommt, mit der er die Zeit anhalten kann, scheint er unaufhaltsam zu sein.

Dann ist da der Mann, der seinen in Vietnam schwer verwundeten Sohn noch einmal sehen will, den sterbenden alten Mann, der am Ende seines Lebens Rache an der gierigen Verwandtschaft nimmt und ihnen einen Denkzettel verpasst oder die zeitlos schöne Filmdiva, die die „Königin vom Nil“ nicht nur einmal verkörperte.

Colonel Cook ist der letzte überlebende Mann der Menschheit und trifft auf dem unbekannte Planeten, auf dem er landen musste, eine wilde Frau. In einer zukünftigen Gesellschaft werden alle Menschen normiert und in schöne Hüllen gesteckt. Ein Mädchen will so bleiben wie sie ist – aber kann sie ihrem Schicksal entrinnen? Ein alter Mann sucht einen Jungbrunnen auf, um endlich wieder Anteil am Leben seiner jungen Frau zu haben – aber das Schicksal sieht es anders. Und viel zu lange richtet ein alter Mann sein Leben nach einer Standuhr aus, ein Bauchredner muss erfahren, dass seine Puppe ein unheimliches Eigenleben entwickelt.

 

Dies sind nur einige der halbstündigen Episoden, die sich immer irgendwo zwischen düsterer Phantastik und Science Fiction bewegen und so manches interessante Gedankenspiel anregen. Natürlich ist die Serie aber auch ein Kind ihrer Zeit, denn während bestimmte Bereiche der Gesellschaft durchaus kritisiert werden, kratzen weder Rod Serling noch seine Autoren die Rollenklischees der damaligen Zeit an.

Gerade Frauen kommen oft in der Serie schlecht weg oder sind auf ihre Rolle als Schönheit, Ehefrau und Mutter oder beschützenswerte Tochter reduziert – wann immer sie aktiv werden dürfen nehmen sie auch gleichzeitig eine eher negative Rolle ein.

Auch bei den Männerrollen finden sich nicht selten Archetypen, oft bestimmt schon der erste Auftritt, ob man die Hauptfigur mag oder nicht – und welches Schicksal sie am Ende erleiden darf.

Immerhin durchbrechen die Autoren oft genug auch die Klischees und überraschen mit einer Auflösung oder einem Ende, das nicht so ganz dem entspricht, was man erwartet hat. Die Serie bleibt in der Hinsicht ihrer Atmosphäre treu – die Zuschauer sollen sich gruseln und über so manches nachdenken, sich gelegentlich auch schon mal an ihrer Schadenfreude verschlucken. Spannung entsteht nicht durch Action – auch wenn es diese gelegentlich gibt, sondern durch hintergründige Dialoge und manchmal zweideutige Bilder.

Einiges mag davon sicherlich heute nicht mehr so zünden wie vor fünfzig Jahren, anderes wieder ist zeitlos … und nicht selten erkennt man in den alten Folgen Themen und Motive wieder, die Autoren in späteren Jahren erneut aufgegriffen haben, man denke dabei nur an „Chucky die Mörderpuppe“.

Alles in allem sind die Folgen der fünften Staffel unvermindert abwechslungsreich, oft gruslig und manchmal auch noch zeitlos nachdenkenswert. Bild und Ton entsprechen dem, was man von einer Serie aus den 1960er erwarten darf, dazu kommt auf den fünf DVDs wieder einiges an Bonusmaterial wie Audiokommentare oder Hörspiele.

 

 

Fazit:

 

Man soll Abschied nehmen, wenn es am Schönsten ist – das trifft wohl auch auf die fünfte und letzte Staffel von „The Twilight Zone“ zu, die ein letztes Mal beweisen darf, warum die Serie einen solchen Kultstatus besitzt.

Wieder einmal kann der Fan viele Elemente erkennen, auf die sich spätere Sci-Fi und Horrorautoren beziehen und intelligente Variationen vertrauter Themen anschauen. Vielleicht ist die Serie inhaltlich dabei manchmal etwas in die Jahre gekommen, aber das macht sie um so mehr zu einem interessanten und manchmal sehr kritischen Spiegel des Zeitgeists der Sechziger, der auch nicht ohne ist.

Es lohnt sich also durchaus einen Blick zu riskieren, gerade wenn man ein wenig Abstand von den heutigen hochglanzpolierten und eher actionorientieren Serien des 21. Jahrhunders Abstand gewinnen will.

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DVD:

The Twilight Zone – Die gesamte fünfte Staffel

USA, 1964

Format: Dolby, PAL, RC 2

Sprache: Deutsch (Dolby Digital 2.0), Englisch (Dolby Digital 2.0)

Untertitel: Deutsch

Bildseitenformat: 4:3 - 1.33:1

Umfang: 5 DVDs

FSK: 12

Koch Media, 10. September 2015

 

Spieldauer: 879 Minuten

 

ASIN: B010PCV13M

 

Erhältlich bei: Amazon

DarstellerInnen:

  • Rod Serling

  • William Shatner

  • James Coburn

  • Telly Savalas

  • Robert Keith

  • Ann Blyth

  • Don Gordon

  • Robert Lansing

  • Ed Wynn

  • Ruta Lee

  • Cedric Hardwicke

  • Constance Ford

Oje, das hat nicht geklappt, Elfenwerk! 202404232246443862cbb9
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Erstellt: 17.01.2016, zuletzt aktualisiert: 07.02.2024 17:01, 14272