Zurück zur Startseite


  Platzhalter

Thunderstone von Mike Elliot

Rezension von Ingo Gatzer

 

Rezension:

Bei Thunderstone lenken die Spieler die Geschicke von Heldengruppen. Diese haben die Aufgabe, Monster zu bekämpfen, die im finsteren Dungeon lauern und einen der sagenumwobenen Donnersteine zu finden. Um diese Kämpfe zu bestehen, sollte man als Spieler nicht nur eine schlagkräftige Truppe von Abenteurern aussenden, sondern diese auch gut ausrüsten. Denn erst mit den geeigneten Waffen oder Zaubern ist einigen Kreaturen beizukommen. Dafür kann man durch den Sieg gegen manche Monster wertvolle Schätze erringen, mit denen man seine Truppe noch schlagkräftiger ausstatten kann und für die Endabrechnung entscheidende Siegpunkte erhält.

 

Angesichts der beachtlichen Ausmaße des Kartons liegt anfangs die Vermutung nahe, dass man es bei "Thunderstone" mit einem Brettspiel zu tun hat. Doch im Inneren der Verpackung befinden sich lediglich Karten als Spielmaterial. Allerdings gleich 580 Stück. Zu Beginn bekommt jeder Spieler ein sogenanntes Kommandodeck. Aus diesem werden in jeder Runde zufällig sechs Karten gezogen. Nun kann sich der Spieler entscheiden, ob er das Dorf besucht, um dort einzukaufen und Kämpfer anzuwerben, im Dungeon gegen Monster kämpft oder seinen Helden eine Ruhepause gönnt. Einkäufe, rekrutierte Helden und erbeutete Schätze werden Teil des Kommandodecks, sodass der Spieler in späteren Runden von ihnen profitieren kann.

 

"Thunderstone" gefällt durch seine sehr große Variabilität. Da die im Dungeon hausenden Monster gegen welche die Heldengruppen antreten müssen, bei jedem Spiel per Zufall neu bestimmt werden und sich auch die unterstützenden Karten immer ändern, ist praktisch keine Partie wie die andere. Ein weiterer Pluspunkt sind die verschiedenen strategischen Möglichkeiten, die sich auf Basis der verfügbaren Karten anbieten. So kann der Spieler primär auf Magie setzen, um der Dungeonkreaturen Herr zu werden oder seine Truppe besonders schlagkräftig ausrüsten oder die Abenteurer zu immer hochstufigeren Helden auszubilden oder... Dabei scheinen die Strategien relativ gut ausbalanciert zu sein. Es gibt per se keine überlegene Vorgehensweise. Diese hängt vielmehr davon ab, gegen welche Typen von Monstern man kämpfen muss. Denn auch die Monster verursachen eine Vielzahl von Effekten. Manche sind etwa gegen bestimmte Angriffe resistent oder weniger empfindlich oder töten sogar automatisch einen Helden des Spielers. Für eine noch größere Langzeitmotivation sorgen außerdem die alternativen Spielregeln, die sich für Thunderstone im Internet finden lassen.

 

Positiv hervorzuheben ist auch das tolle Fantasy-Artwork. Hier zahlt sich eindeutig aus, dass man bei Pegasus einen talentierten Künstler wie Jason Engle verpflichtet hat, der vor allem im Bereich Fantasy schon eine Reihe von ansprechenden Werken vorzuweisen hat. Besonders überzeugen können die abwechslungsreichen Bilder der zu bekämpfenden Monster, die wunderschön grausig gestaltet sind.

 

Allerdings hat die Kartengestaltung - gerade während der ersten Partien - auch seine Schattenseiten. Denn die Karten sind mit diversen Zahlen beschriftet, die je nach ihrer Position eine andere Rolle spielen. Ja nach Kartentyp und der Position auf der Karte kann eine solche Zahl für den Goldwert, die Stärke, den Preis, das Gewicht, den Lichtwert, die Stufe, die Sieg-, die Erfahrungs- oder die Lebenspunkte stehen. Zwar hat man versucht, dieses durch eine farbige Hinterlegung kenntlich zu machen. Aber auch hier sehen sich einige Farbtöne noch recht ähnlich. Hier wäre eine deutliche Beschriftung auf der Karte sinnvoller gewesen, auch wenn diese dadurch nicht mehr so sytlisch gewirkt hätte. Zum Glück findet man sich aber nach einigen Partien besser zurecht.

 

Ein schwerwiegenderer Kritikpunkt ist aber, dass die Kämpfe bei "Thunderstone" zu deterministisch ablaufen. Man erkennt schon vor der eigentlichen Auseinandersetzung - durch Vergleich der Stärkepunkte von Helden und Monsters sowie unter Berücksichtigung von Modifikatoren - ob der Kampf siegreich enden wird. Hier würde der zumindest partielle Einfluss eines stochastischen Elements - etwa durch einen Würfelwurf - für mehr Spannung sorgen. Verrechnet man sich dann aber doch einmal, wird der Spieler für verlorene Kämpfe nicht ausreichend bestraft. Schön wäre es auch gewesen, wenn man sich direkter mit Mitspielern auseinandersetzen könnte und Ihnen beispielsweise erbeutete Schätze stehlen oder womöglich die Monster sogar heimlich unterstützen könnte. Hier wurde etwas Potenzial verschenkt.

 

Fazit:

"Thunderstone" ist - nach einer gewissen Eingewöhnungszeit - ein vielseitiges Kartenspiel für alle, die sich für Fantasy-Strategiespiele begeistern können. Kleinere Schwächen lassen sich gegebenenfalls durch die Verwendung alternativer Spielregeln und Erweiterungen ausmerzen.

 

 

 

Zum Seitenanfang

Eure Meinung:


Keine Einträge
Keine alten Kommentare vorhanden.

Zum Seitenanfang

Platzhalter

Kartenspiel

Thunderstone

Autor: Mike Elliot

Grafik: Jason Engle

Verlag: Pegasus Spiele

Erscheinungsdatum: September 2010

geeignet für 2-5 Spieler ab 12 Jahren

ASIN: B0040QE4NO

 

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


Platzhalter
Platzhalter
Erstellt: 28.02.2011, zuletzt aktualisiert: 02.03.2016 11:40