Tochter des Blutes (Autorin: Licia Troisi; Die Feuerkämpferin; Bd. 2)
 
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Tochter des Blutes von Licia Troisi

Reihe: Die Feuerkämpferin; Bd. 2

Rezension von Christel Scheja

 

Licia Troisi macht es richtig. Nachdem ihre Trilogie im „Die Drachenkämpferin“ erfolgreich war, setzte sie diese gleich fort, um ihre Welt weiter auszubauen. Ihre neue Saga um „Die Feuerkämpferin“ spielt zwei Generationen nach „Die Schattenkämpferin“ und wartet neben neuen Bedrohungen auch mit vielen Schatten der Vergangenheit auf.

Denn nun zeigt sich, dass vieles, was die „Aufgetauchte Welt“ in den letzten Jahrzehnten erschütterte auch jetzt noch Nachwirkungen und Folgen hat.

 

Die Elfen sind mit der Absicht zurückgekehrt, das Land, das einst ihnen gehörte, zurückzuerobern und die Rassen, die sich inzwischen dort ausgebreitet haben, zu vertreiben. Allerdings machen sie sich erst einmal nicht die Finger schmutzig. Zunächst senden sie eine Seuche, die das Leben vieler Menschen fordert. Alleine Nymphen und Wesen mit deren Blut scheinen dagegen immun zu sein – und werden daher zu einem Ziel für die verzweifelten Kranken, da allein ihr Lebenssaft sie heilen kann.

In dieser Zeit taucht auch Adhara auf, ein Mädchen, das nicht weiß, wer sie ist und woher sie kommt. Der junge Drachenreiter Amhal bringt sie an den Hof des Landes der Sonne, wo sie schon bald das Vertrauen der Herrscherfamilie gewinnt – vor allem das der Tochter Amina.

Doch mit der Ankunft von San, dem Enkel Nihals, kommt das Grauen nun auch an den Hof von Dubhe und Learco, die das Vorrücken der Elfen ohnehin schon mit Sorge betrachten und sich zum Krieg rüsten.

Als sich die Ereignisse überschlagen erkennt der von San zum bösen verführte Amhal, dass seine Zukunft eine andere ist, als bei den Drachenreitern zu dienen. Er beginnt gegen seine Freunde zu arbeiten und sie zu verraten, tötet schließlich den nach dem Tod seines Vaters und der Krankheit seiner Mutter zum Herrscher gewordenen Prinzen Neor und flieht mit San, um sein Schicksal als Marwash an der Seite der Elfen zu erfüllen.

Derweil wird Adhara zur Beschützerin der jungen Amina. Zudem tritt ein geheimnisvoller Fremder namens Adrass auf sie zu, und behauptet, dass sie die Sheireen sei, die Auserwählte, die allein dazu fähig sein, den Untergang der Völker der „Aufgetauchten Welt“ aufzuhalten. Vor allem sei sie kein Mensch, sondern aus den Leibern von Toten erschaffen.

Adhara, die das nicht glauben kann, flieht mit der Prinzessin an ihrer Seite. Doch dann entdeckt sie selbst Zeichen einer Krankheit an sich. Doch es ist nicht die Seuche und allein Adrass scheint ihr helfen zu können...

 

Wie in jedem Mittelband ihrer Trilogien nutzt Licia Troisi die Gelegenheit, die Weichen für das Finale zu stellen. Zwar kommt die Handlung dann nur geringfügig voran, dafür erfährt man aber weit mehr über die Motive und Pläne der Gegner, die Machenschaften der Gruppen, die ihre Finger noch mit im Spiel haben und nicht zuletzt den Hintergrund der Heldinnen.

Wie Nihal und Dubhe so wird auch Adhara alias Chandra mit unangenehmen Wahrheiten konfrontiert, die sie betreffen und muss damit fertig werden um am Ende voll und ganz in ihre Rolle aufzugehen. Das alles ist mit einem schmerzhaften Prozess und großen Opfern verbunden.

Es ist erstaunlich, dass die Autorin dem doch sehr vertrauen Handlungsablauf wieder neue Facetten abgewinnt, was daran liegen mag, dass Adhara diesmal etwas ganz besonderes ist. Und auch andere Figuren machen einen Wandel durch. Am deutlichsten ist das wohl bei Amhal zu spüren – auch wenn man bereits ahnen kann, das sein Wechsel zur „dunklen Seite“ nicht unbedingt endgültig sein muss.

Die Geschichte ist gefällig geschrieben, da die Autorin inzwischen die nötige Reife und Erfahrung besitzt um die Handlung gefällig und spannend aufzubauen. Auch wenn sie wie immer die gängigen Klischees und Handlungsmuster der All-Age-Fantasy bedient, so bietet sie doch wieder einige interessante Variationen und macht Veränderungen spannend genug, um den Leser bei der Stange zu halten, auch wenn die Figuren selbst eher oberflächlich bleiben und nur wenig Entwicklung erfahren.

 

Alles in allem ist „Tochter des Blutes“ aus der Reihe „Die Feuerkämpferin“ eine gelungene Fortsetzung von „Im Bann der Wächter“ und dürfte vor allem den Lesern gefallen, die junge Helden in spannenden Abenteuern auf einer farbenprächtigen Fantasy-Welt erleben wollen.

 

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Tochter des Blutes

Reihe: Die Feuerkämpferin Bd. 2

Autorin: Licia Troisi

gebunden, 414 Seiten

Heyne, erschienen Februar 2011

Übersetzung aus dem Italienischen von Bruno Genzler

Titelbild von Paolo Barbieri

ISBN-10: 345326620X

ISBN-13: 978-3453266209

Erhältlich bei: Amazon


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Erstellt: 24.04.2011, zuletzt aktualisiert: 31.03.2024 20:18, 11743