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Todesangst (Abenteuerband)

Reihe: Cthulhu Now

Rezension von David Grashoff

 

Die Todesangst ist ein Zustand, mit dem jeder Cthulhu-Charakter im Laufe seines Lebens mehr als einmal konfrontiert wird. Kein schlechter Titel also für ein Abenteuerband, das die Leser und Spieler in die Welt des cthuloiden Horrors entführen will. Das Band, das in der Reihe Cthuloide Welten Bibliothek erschienen ist, widmet sich ganz dem modernen Horror von Cthulhu Now, erfreulicherweise sogar in unseren heimischen Gefilden.

 

Bevor ich mich dem Inhalt zu wende, erst einmal ein dickes Lob an Manfred Escher, der sich wieder einmal mit dem Cover zu Todesangst selbst übertroffen hat und aus verschiedenen Wahrzeichen Berlins einen Totenschädel gezaubert hat. Wirklich ein gelungenes Titelbild. Doch auch innen kann sich das 100-seitige Softcoverband sehen lassen, denn mit Jens Weber und Chris Schlicht sind zwei Zeichner dabei, die ihr Handwerk verstehen und mit ihren Bildern die Stimmung der Abenteuer gut einfangen. Auch die Karten und die Handouts sind sehr liebevoll gestaltet und kommen in der gewohnt guten Pegasus-Qualität daher.

 

Das erste Abenteuer – Die Geschichte der Katie S. – ist eine Umsetzung von Love’s Lonely Children von Richard Watts, das von Frank Heller aber nicht einfach übersetzt wurde, sondern auch nach Deutschland, in unsere schöne Hauptstadt Berlin, versetzt wurde.

In diesem Abenteuer übernehmen die Spieler die Rollen von Kriminalpolizisten, die ein besonders unappetitliches Verbrechen aufklären sollen, bei dem eine junge Prostituierte geradezu zerstückelt wurde. Dabei stoßen sie während ihrer Recherchen auf eine Punkband namens Grenzfall - für die sogar von Erdenstern eins Song komponiert wurde und eine eigene Homepage eingerichtet wurde (www.grenzfall-berlin.de) -, und schließlich auf eine abscheuliche Wahrheit.

Das Abenteuer ist ziemlich geradlinig und somit auch als Einsteigerabenteuer für Cthulhu Now gut geeignet, auch wenn die Thematik für sensible Gemüter vielleicht ein Tick zu hart sein könnte. Ein großes Manko des Abenteuers ist, dass es auf die Einheit der Kriminalpolizei zugeschnitten wurde, und nur mit ein wenig Arbeit des Spielleiters an eine bestehende Gruppe angepasst werden kann.

 

Das zweite Abenteuer (und auch das längere) trägt den Titel Kinderstimmen, stammt aus der Feder von Jens-Christian Seele und richtet sich eher an eine erfahrene Gruppe moderner Investigatoren. Die Ereignisse nehmen ihren Lauf in einer gutbürgerlichen Vorortsiedlung irgendwo in Deutschland, wo die Charaktere den Selbstmord eines kleines Mädchen untersuchen sollen, denn der Vater der Kindes glaubt nicht an einen Suizid, sondern an eine Verschwörung. Je weiter die Spieler hinter die spießige Fassade der Vorstadtsiedlung blicken, um so grausiger wird die Erkenntnis, dass diese Fassade tiefe Abgründe verbirgt. Die Schwerpunkte dieses Szenarios liegen ganz klar auf die Nachforschungen und der Detektivarbeit, doch anders als bei vielen Abenteuern in den 1920er, wird dabei nicht stundenlang in Bibliotheken oder alten Folianten recherchiert, sondern an der Front, bei der Befragung von Menschen und dem Sammeln von Indizien gearbeitet.

Keine einfache Sache, denn die Siedlung ist groß und es gibt viele dunkle Geheimnisse, denen die Spieler auf die Spur kommen müssen.

Besonders erwähnenswert ist auch hier der Einsatz ungewohnter Medien, so kann man das Tagebuch des jungen Mädchen als MP3 runterladen, was natürlich für die Atmosphäre des Abenteuers um einiges besser ist, als reines Vorlesen. Tolle Idee, toll umgesetzt, auch hier vom Erdenstern-Team, die für das Audio-Tagebuch verantwortlich sind.

Kinderstimmen ist das spannendere der beiden Abenteuer des Bandes, das sich relativ leicht auch in eine laufende Kampagne einbauen lässt. Die Recherchearbeiten sind herausfordernd, bleiben dabei aber immer nachvollziehbar.

 

Fazit:

Todesangst ist ein würdiger Vertreter der Cthuloide Welten Bibliothek, das mich vor allem durch das zweite Abenteuer – Kinderstimmen – überzeugen konnte. Die Geschichte der Katie S. ist kein schlechtes Szenario, mir aber zu geradlinig und zu einfach aufgebaut. Für Cons und als Einsteigerabenteuer ist es allerdings ganz gut geeignet. Sehr gut gefallen, hat mir vor allem der Einsatz der neuen medialen Möglichkeiten, wie dem Internet oder der runterladbaren MP3-Dateien. Ich hoffe auf jeden Fall, dass wir auch in Zukunft solche „Spielereien“ von Pegasus zu sehen/hören bekommen. Wer weiß, vielleicht gibt es ja zum nächsten Abenteuer sogar einen kurzen Film. Die technischen Möglichkeiten für so etwas sind heutzutage ja gegeben.

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Todesangst (Abenteuerband)

Reihe: Cthulhu Now

Autoren: Frank Heller, Richard Watts, Jens-Christian Seele

Softcover

100 Seiten

Verlag: Pegasus Press

Erschienen: Dezember 2007

ISBN-13: 978-3939794363

weitere Infos:


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Erstellt: 09.04.2008, zuletzt aktualisiert: 24.02.2015 00:10