Torpedo Bd.4
 
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Torpedo Bd.4

Rezension von Björn Backes

 

Inhalt:

Ein gut bestückter Revolver, eine lässige Zigarette und immer den frechsten Spruch auf den Lippen: Torpedo ist überall dort, wo es besonders schmierig zugeht, und wo Ärger an der Tagesordnung ist. Dieser warte heuer in einem Nachtclub für Homosexuelle, in dem der Killer sich mit den Bediensteten anlegt, dafür aber bitter büßen muss. Aber auch Einbruchsdelikte und die Bekanntschaft mit dem elektrischen Stuhl sind dem kaltschnäuzigen Revolverhelden plötzlich nicht mehr fremd. Dennoch ist Torpedo glücklich, zufrieden und vor allem selbstbewusst, schließlich lauern mancherorts auch einige nette Damen, die nur auf die passende Gelegenheit warten…

 

 

Rezension:

Auch im vierten Sammelband der nunmehr schon legendären Film Noir-Adaption bietet das Zweigespann Bernet & Abuli wieder absolut stimmige Unterhaltung in bester Frank Miller-Tradition. In Sachen Atmosphäre können sich die Geschichten um den anrüchigen Anti-Helden nämlich größtenteils mit dessen Meisterwerk „Sin City“ messen, wobei dies sowohl für den absolut perfekten Zeichenstil als auch den Inhalt der Kurzgeschichten angeht. Und alleine dieser Umstand sollte schon einmal ein ziemlich breites Publikum ansprechen.

 

Dabei werden manche potenziell Interessierte zunächst mal stutzen, da „Torpedo“ sich keinen klassischen Comic-Schemen unterwirft. Die einzelnen Bände gliedern sich nämlich in rund 15 Kapitel mit einigen knappen, manchmal sogar richtig spärlich umfassenden Handlungssträngen, die allesamt Potenzial für ein langfristiges Eigenleben hätten, aber aufgrund der vorgegebenen Strukturen oftmals einen radikalen Cut erfahren. Allerdings ist diese Fähigkeit, genau am spannendsten Moment auf den Punkt zu kommen und quasi mittendrin abzubrechen, eine Qualität, die „Torpedo“ auch hier wieder auszeichnet. Ganz gleich welche Geschichte man sich nämlich aussucht: Jederzeit sind alle wichtigen, prägenden Elemente und darüber hinaus noch ein bisschen mehr enthalten, und obschon die Überraschungen ob der krassen Story-Breaks manchmal recht groß sind, so vermisst man letztendlich nichts, was die Spannung weiter anheizen könnte.

 

Inhaltlich unternimmt Autor Enrique Sanchez Abuli indes einige markante Schlenker: Grundsätzlich ist alles erlaubt, was sich unter den Oberbegriffen ‚schmierig’, ‚dreckig’, ‚lässig’ und ‚cool’ zusammenfassen lässt, so dass mancher Plot eine durchaus unkonventionelle Entwicklung durchmacht. Im Zuge dessen sind Gewalt und ein dementsprechend zwielichtiger Sprachschatz natürlich an der Tagesordnung, dort aber auch dringend angebracht, um die Authentizität der Geschichte mit ihren Charakteren und ihrem sphärischen Umfeld in Harmonie zu bringen. Genau diese Elemente mögen zwar polarisieren, gehören aber letztendlich zu jedem Retro-Thriller wie der Sand in die Wüste und sind auch in „Torpedo“ gerne gesehene Gäste einer richtig guten Film Noir-Fassung im Comic-Design. Denn auch wenn nicht alle Episoden der vierten Ausgabe herausragend sind, so gehören sie doch zur Krone der s/w-Comics – sowohl inhaltlich als vor allem auch zeichnerisch!

 

 

Fazit:

„Torpedo“ ist cool, richtig cool, und wenn es sein muss sogar noch ein Stückchen cooler gerade deswegen aber der vielleicht ernsthafteste Konkurrent für den unangefochtenen Thron, den Millers „Sin City“ nun schon seit einer halben Ewigkeit innehat. Sammelband Nr. 4 bietet wieder alles, was das Retro-Herz begehrt und darüber hinaus einige der besten Illustrationen, die das Genre bis dato hervorgebracht hat. Liebhaber sollten sich daher nicht lange bitten lassen und hier unbedarft zugreifen!

 

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Oje, das hat nicht geklappt, Elfenwerk! 202406150105425069f593
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Torpedo Bd.4

von Enrique S. Abuli

Gebundene Ausgabe: 124 Seiten

Verlag: Cross Cult; Auflage: 1 (21. März 2008)

Sprache: Deutsch

ISBN-10: 3936480478

ISBN-13: 978-3936480474

Erhältlich bei: Amazon


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Erstellt: 23.04.2008, zuletzt aktualisiert: 28.12.2022 16:07, 6343