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Touchmaster (DS)

Rezension von Björn Backes

 

Spielesammlungen sind derzeit besonders auf der Wii beliebt – zumindest bei den Publishern, die für Nintendos Bewegungswunder stets vermeintlich neue Ideen testen, dabei aber zuletzt häufig auf die Nase gefallen sind. Ausgerechnet Midway haben hier keine gute Vorarbeit geleistet, was die beiden fragwürdigen Editionen der „Game Party“ nachhaltig belegen. Und ausgerechnet bei Midway ist jüngst auch eine solche Sammlung für den kleinen Dualscreen erschienen, in der sich immerhin 23 mehr oder minder umfangreiche Spiele versammeln. Kann „Touchmaster“ aber nun aus dem Schatten seiner zweifelhaften Pendants heraustreten?

 

Inhalt:

An der Quantität des Titels soll eine gute Entwicklung sicher nicht scheitern. 23 größtenteils unterschiedliche Systeme warten auf den Liebhaber flotter Spielchen, dabei eine ganze Reihe Karten- und Würfelspiele, klassische Strategie-Simulationen wie Mahjongg und Solitär, und auch ein recht umfassendes Quizspiel, welches nicht weniger als 20.000 Fragen beinhaltet. Die Grenzen sind also relativ weit abgesteckt, was aber leider nur ein täuschender Ersteindruck ist. Denn wie gehabt gibt es viel Bewährtes aus der Kartenspielbranche, bekannte Ein-Mann-Spielchen und oftmals nur wenig ausgereifte Modulationen andernorts weitaus besser inszenierter Titel.

Da gibt es ein Dame-Spiel mit lebendigen Fröschen, eine dprftige Kniffel-Variante, besagtes Quiz, das unverständlicherweise in Englisch gehalten ist und dementsprechend auch viele kulturfremde Inhalte anspricht, und eben auch eine Schmalspur-Mahjongg-Version, die sich mit den gleichnamigen Vollwert-Titeln definitiv nicht messen kann.

Dabei ist das Ganze anfangs relativ viel versprechend: Abwechslung scheint geboten, und auch die Einteilung in die drei Kategorien Geduld, Geschicklichkeit und Karten ergibt insofern Sinn, dass hier für die unterschiedlichsten Geschmäcker etwas geboten wird. Allerdings merkt man allzu schnell, dass sich gerade bei den Kartenspielen viele Dinge ähneln und die Maximalzahl von 23 Spielen ein wenig eingeschränkt gehört. Interessant wird es eigentlich nur bei den Sachen, die hier ihr erstes Stelldichein geben, so zum Beispiel ein eigenartiges Basketball-Spiel namens Hot Hoops. Hier muss man einen von fünf möglichen Figürchen antippen, um den Ball tatsächlich in den Korb zu legen. Das ist wenigstens witzig und ein wenig individuell, leider aber ein echter Sonderling zwischen den vielen alten Bekannten.

Andererseits muss man einfach an seine eigene Erwartungshaltung appellieren und diese mit der Realität abgleichen. In „Touchmaster“ geht es stets bum kurzweilige Unterhaltung für zwischendurch, ohne sonderlich hohen Anspruch, ohne besondere Challenges, ohne großartige Innovationen. Kann man sich damit arrangieren, wird man mit den vielen Limitationen, die sich trotz der quantitativ anständigen Menge an Spieloptionen bieten, weniger Probleme haben. Geübte Solitär-Profis, die nach Abwechslung suchen, sind aber möglicherweise falsch beraten…

 

Technik/Grafik:

Im Hinblick auf die technische Aufbereitung ist „Touchmaster“ ebenfalls bestenfalls solide Kost. Der Name ist eben Programm: Man tippt in fast allen Spielen auf Karten oder Gegenstände, so dass kaum Variation geboten wird. Dies mag zwar gewissermaßen die Basis eines DS-Spiels sein, doch bei einer Auswahl von 23 Spielen sollte hier und dort doch mal ein anderer Mechanismus aufgegriffen werden. Sollte…

Grafisch durfte man fairerweise keinen Geniestreich erwarten. Die Farbpalette ist daher auch ein wenig eingeschränkter als in den herkömmlichen Mainstream-Titeln, die Grafik als solche ein wenig rückständig. Das geht insgesamt aber trotzdem in Ordnung, da es hier wirklich nur um Zweckmäßigkeit geht – und diese ist nun mal tatsächlich gegeben. Summa summarum bekommt man also ungefähr das, was man von der technischen Aufbereitung erwartet. Ob das nun gut oder schlecht ist, muss jeder selbst entscheiden.

 

Spielspaß:

Wie bereits angesprochen hängt bei der Langzeitfreude an einem Titel wie „Touchmaster“ fast alles davon ab, welche Ansprüche man an eine Sammlung von Mini-Spielchen erwartet. Es sind nun mal kurzweilige Zeitvertreibe für zwischendurch, aber eben nichts, was man dauerhaft verfolgt bzw. was eine Sucht auslösen könnte. Die wenigen Titel, die sich hierfür eigneten, sind schon hinlänglich bekannt und an anderer Stelle auch besser in Szene gesetzt. Einen gewissen Spielwitz kann man aber dennoch nicht so recht bestreiten. Gerade die Geschicklichkeitsspiele machen Spaß und begründen zumindest zum Teil die Entscheidung, doch einmal genauer reinzublicken. Wer indes mit der Einstellung, hier für jeden Tag eine neue Freude zu entdecken, an die Sache herangeht, wird langfristig scher enttäuscht sein, weil die meisten Spiele inhaltlich doch stark limitiert sind.

 

Fazit:

Die Kombination Spielesammlungen/Midway scheint momentan keine besonders glückliche zu sein. Nach dem Scheitern der oben angeführten Wii-Titel kann der Entwickler auch mit „Touchmaster“ keine Rehabilitation erlangen. Quantität ist nämlich trotz einiger netter Ideen noch immer nicht mit genügend Überzeugungskraft ausgestattet, um unabhängig zu überzeugen!

 

 

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Eure Meinung:


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Touchmaster

System: Nintendo DS

Entwickler: Midway Games

Publisher: ak tronic/Software Pyramide

USK-Einstufung: Freigegeben ohne Altersbeschränkung gem. 14. JuSchG

ASIN: B001F2Q24A

Erhältlich bei: Amazon


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Erstellt: 24.11.2008, zuletzt aktualisiert: 16.02.2017 13:47