Tragödie einer Leidenschaft (DVD)
 
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Tragödie einer Leidenschaft (DVD)

Redakteur: Björn Backes

 

Inhalt:

Liuba muss bereits in frühester Kindheit einige schwere Schicksalsschläge hinnehmen: Vom Vater verlassen reist sie mit ihrer geschwächten Mutter an den Hof einer verwandten, russischen Adligen, wird dort aber schon nach wenigen Wochen zur Vollwaisen, weil ihre Mutter den Strapazen nicht mehr gewachsen ist. Der Hausdiener Pawlin nimmt sich ihrer an und zieht sie groß, muss dabei jedoch untätig zusehen, wie Liuba in ein weiteres Unglück stürzt. Der Sohn des Hauses interessiert sich für die junge hübsche Dame und verführt sie, verlangt jedoch in erster Linie nur nach seiner persönlichen Triebbefriedigung. Als Liuba diese nicht gewähren will, zeigt er ihr die kalte Schulter, spielt aber weiterhin mit ihr. Selbst als sie, hoffnungslos verzweifelt, Pawlins Heiratsangebot annimmt, kann er nicht von ihr lassen und entführt sie schließlich nach einer weiteren Intrige.

Jahre später wird Dodja im Beisein seiner neuen Gemahlin Liuba tot aufgefunden. Gerüchten zufolge soll Pawlin nach jahrelanger Abstinenz wieder aufgetaucht sein…

 

Rezension:

Tragödie einer Leidenschaft geht auf die in Russland geschätzte Literaturvorlage von Nikolaj Leskov zurück und wurde als eine der ersten relevanten Nachkriegsproduktionen in den Bavaria Filmstudios inszeniert. Die Story basiert auf einem äußerst tragischen Drama, welches in der Verfilmung gleich auf mehreren Erzählebenen vorgetragen wird und insbesondere für das frühe deutsche Kino einige ziemlich fortschrittliche Strukturen aufweist. So reihen sich die Erzählstränge in mehreren, aufeinander aufbauenden Rückblenden zusammen, verraten aber leider schon zu einem frühen Zeitpunkt des Films, auf welche Tragödie die Story später hinauslaufen wird und wer beteiligt ist. Dies nimmt gerade in der Entwicklung der Dramaturgie ein wenig Spannung, macht die Geschichte an sich aber sicher nicht schlechter.

Diese nämlich ist für eine klassische Romanze beileibe zu düster, für ein Drama fast schon zu emotional, für eine theatralische Inszenierung wiederum zu still, in gewisser weise aber eben doch besonders. Regisseur Kurt Meisel holt zu Beginn schon recht weit aus und erzählt die Geschichte eines Anwalts, der wiederum sich an einen überraschenden Mord erinnert, welcher wiederum auf die traurige Geschichte Liubas zurückgeht, deren unglückliche Kindheit und Jugend der Stein des Anstoßes in der Handlung ist. Dabei zeigt sich Meisel besonders bei der Rollenverteilung als wahrer Könner, der zudem auch auf ein gutes, wenn auch bis dato kaum nennenswertes Schauspieler-Ensemble aufschauen kann. Die verschiedenen Parts werden glaubhaft verkörpert, und ganz besonders Joana Maria Gorvin überzeugt in ihrer Rolle als Liuba vollends. Schade ist lediglich, dass das recht stabile Handlungsgerüst zum Ende hin ein wenig aus den Fugen gerät und die mühsam ausgearbeiteten Verstrickungen sich zu guter Letzt quasi im Sande verlaufen. Dies mag zwar gewissermaßen an der Form der Inszenierung, sprich der doppelten Rückblende, liegen, ist aber alles in allem weniger befriedigend.

 

Letzteres muss man leider auch für die Restaurierung des Materials sagen, die eigentlich gar nicht stattgefunden hat. Das Bild der DVD ist stark verschmutzt und nervt nach einiger zeit gehörig, zumal das ständige Flimmern und die vielen Unschärfen mit wachsender Spieldauer sogar noch schlimmer werden. Es ist zwar löblich, dass derartige Klassiker zu DVD-Ehren kommen, aber dann bitte auch in einer anständigen, optischen Verfassung. Bisweilen ist nämlich hier auch für Nostalgiker das Maß voll. Auditiv gibt es zwar nicht ganz so viel zu meckern, doch perfekt ist der Ton im Hinblick auf die damaligen Möglichkeiten sicher auch nicht.

 

Fazit:

„Tragödie einer Leidenschaft“ bietet eine richtig gute Story in einer anständigen, leider aber etwas unvorteilhaft arrangierten Verfilmung. Der Genuss des Dramas wird allerdings überschattet von den deutlichen Einschränkungen bei Bild und Ton, die bei allem Verständnis kaum mehr akzeptabel sind. Nostalgiker sollten aber dennoch einen Blick riskieren, da die Materie durchaus interessant und erstaunlich klischeefrei ist.

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Oje, das hat nicht geklappt, Elfenwerk! 20240418125608ea776a4b
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DVD:

Tragödie einer Leidenschaft

Deutschland, 1949

Regie: Kurt Meisel

Drehbuch: Emil Burri

Magic Picture/e-m-s, 2008

Format: Dolby, HiFi Sound, PAL

Sprache: Deutsch (Dolby Digital 1.0)

Untertitel: Deutsch, Englisch, Französisch, Polnisch

Region: Region 2

Bildseitenformat: 4:3

FSK: 6

Spieldauer: 83 Minuten

 

ASIN: B000VD9KJ8

 

Erhältlich bei: Amazon

 

Darsteller:

Joana Maria Gorvin

Hermine Körner

Carl Kuhlmann

Friedrich Schoenfelder

Nicolas Koline


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Erstellt: 19.07.2008, zuletzt aktualisiert: 16.03.2023 18:04, 6935