Transformers – Autobots (Nintendo DS)
 
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Transformers – Autobots (Nintendo DS)

Rezension von Björn Backes

 

Als Steven Spielberg und Michael Bay im vergangenen Jahr die dereinst populärsten Roboter des heimischen Spielzeugschranks wiederbelebten und in einem spektakulären Leinwandabenteuer gewaltiger denn je in Szene setzten, dürften viele „Transformers“-Liebhaber der ersten Stunde die Freudentränen in den Augen stehen gehabt haben. Hier spiegelte sich schließlich all das wider, was im kindlichen Rollenspiel bzw. in der damals veröffentlichen Zeichentrickreihe in dieser Vehemenz nie möglich gewesen wäre, weshalb der Streifen völlig zu Recht auch mit mehreren Preisen versehen wurde. Natürlich ließ ein soches Megaspektakel auch die Videospieldesigner nicht kalt. Gerade der kleine Dualscreen von Nintendo profitierte von dieser kreativen Phase und wurde gleich mit zwei verschiedenen Titeln beschenkt. Während man sich in „Decepticons“ auf die Seite des Bösen schlagen konnte, bekämpft man eben jene Spezies im parallel publizierten Ableger „Autobots“. Letztgenannter wird dieser Tage ein weiteres Mal auf den Markt gebracht und in der Reihe „Software Pyramide“ zum Freundschaftspreis von 20€ in die Läden gestellt.

 

 

Das Spiel:

 

Erwartungsgemäß wird im Duell zwischen Gut und Böse bei den Transformers reichlich Schrott angehäuft, sei es nun in den direkten Zweikämpfen der beiden Fraktionen. Man schmeißt mit Bäumen, schleudert Polizeiautos auf die ungeliebten Gegner, vergreift sich am Inventar der Straße und benutzt natürlich auch seine Fäuste, um das jeweilige Missionsziel zu erreichen. Währenddessen schlüpft man in die Rolle eines Nachwuchsroboters, der sich der Fraktion der Autobots angeschlossen hat und nun dort um Anerkennung kämpft, was ihm angesichts seiner jeweiligen Triumphe über die Decepticons auch sehr leicht gelingt.

 

So prügelt man sich Level für Level durch die sehr freizügig gestalteten Straßenlandschaften, wähnt sich aufgrund des nicht-linearen Aufbaus zwischenzeitlich sogar in einer Art Rollenspiel und genießt unterdessen auch die Adventure-Anteile des Spiels, da man sich abgesehen von der individuellen Aufgabe nicht an allzu strikte Vorgaben halten muss. So kann man problemlos seinen Erkundungszug lostreten, alles aus den Angeln reißen, was nicht niet- und nagelfest ist und immer mal wieder testen, was den ungeheuren Kräften des eigenen Charakters gewachsen ist.

 

Damit das Ganze auch nicht langweilig wird, wird man bei erfolgreichem Abschneiden stets mit neuen Waffen versorgt und kann auch das stetig wachsende Transformers-Arsenal ausnutzen. Immerhin stehen ganze 30 Vertreter der Autobots zur Verfügung, die es im Laufe der Story freizuschalten gilt, und deren unterschiedliche Eigenschaften einen ordentlichen Anreiz bieten, konsequent am Ball zu bleiben.

 

Andererseits kommt das Spiel aber auch schnell an seine Grenzen. Wirklich variantenreich ist die Hatz auf die Decepticons letzten Endes nicht, und irgendwann verliert auch die x-te Zerstörung eines Gebäudes ihren Reiz. Zur Abwechslung kann man sich zwar immer noch zurückverwandeln und einen heißen Reifen durch die Straßen der Stadt fahren, aber auch hier sind im wahrsten Sinne des Wortes die Waffen schnell verschossen und das Spiel über die Dauer mehrerer wenig abwechslungsreich gestalteter Levels insgesamt zu einspurig.

 

Abhilfe verschafft hier Gott sei Dank der Mehrspielermodus, in dem man einerseits kooperativ gegen die Gegner vorgehen kann, oder sich in Spielereien wie dem spannenden Deathmatch und einer Capture the Flag-Variante verlieren. Gerade der Sudden Death ist hierbei ein äußerst reizvolles Unterfangen, welches so manchen Mangel aus dem herkömmlichen Game wieder auffängt. Da man hier überdies mit bis zu vier Spielern agieren kann, bietet sich in dieser Option noch ein nicht zu verachtender Reiz, der für die Kaufentscheidung möglicherweise entscheidend sein könnte.

 

 

Technik/Grafik:

 

Optisch betrachtet ist das Transformers-Game für den DS leider meilenweit hinter dem cineastischen Vergnügen zurück. Dieser Vergleich mag zwar in gewisser Weise unfair sein, doch da sich die Designer gerade bei der Gestaltung der Hintergrundlandschaften kaum Mühe gegeben haben, dazu die Kameraführung ein mittelschweres Desaster ist und auch das Design der Gerätschaften ein wenig detailreicher hätte sein können, darf man diesbezüglich schon mal gerne meckern. Keine Frage, was die grafischen Aspekte betrifft, wäre in „Autobots“ definitiv mehr drin gewesen.

 

Das Handling indes ist richtig angenehm, was aber auch an der überschaubaren Anzahl von Aktionsmöglichkeiten liegen kann. Lediglich der Wechsel von der gewöhnlichen Steuerung zum Touchpen ist in den actionreichen Szenen ein bisserl umständlich, mit etwas Übung aber ebenfalls leicht zu meistern.

 

 

Spielspaß:

 

Ja, es macht durchaus Spaß, mit seinem Ungetüm durch die Straßen zu ziehen und das Landschaftsbild auf gewaltsame Weise nach eigenen Vorstellungen zu gestalten. Gebäude niederreißen, Fahrzeuge schleudern, Fernkampfgeschosse abfeuern oder den Faustkampf Roboter gegen Roboter betreiben, dies sind alles Dinge, die anfangs offenkundig Spaß machen. Mit wachsender Spieldauer bekommt man jedoch das Gefühl, dass sich das Spiel ausschließlich auf diese Bewegungsabläufe limitiert und man insgesamt viel zu stark eingeschränkt wird. Dies widerspricht sich ganz besonders mit der dezenten Adventure-Strukturierung, die einer linearen Levelgestaltung vorgezogen wurde und eigentlich sehr vorteilhaft wirkt. Allerdings werden derlei Freiheiten leider wieder von den klar definierten Missionszielen ausgehebelt, die trotz allem nahezu uneingeschränkt auf die einspurige Action ausgelegt ist – und gerade dies ist auf Dauer dann doch eine deutliche Spaßbremse.

 

Einen gewissen Reiz kann man dem Spiel aber dennoch nicht absprechen, da die gebotene Action ganz ordentlich umgesetzt wurde. Und gerade im Mehrspielermodus entwickelt sich dann noch eine Dynamik, die man gar nicht mehr vermutet hätte. Ob dies am Schluss als Kaufmotivation ausreicht, bleibt zwar fragwürdig, aber zumindest bietet sich hier eine Option, der man nicht so schnell überdrüssig wird wie der blinden Zerstörungswut im Hauptspiel.

 

 

Fazit:

 

Klarer Fall, in einem Transformers-Videospiel muss die Action zwangsläufig an erster Stelle stehen und ist in ihrem Überhang daher auch genehmigt. Dennoch könnte der Spielverlauf insgesamt ein ganzes Stück flexibler und abwechslungsreicher sein, sodass man in der Gesamtbetrachtung sicherlich nicht von enormer Spieltiefe reden kann. Freunde satter Action werden aber dennoch weitestgehend auf ihre Kosten kommen und dürfen sich auf einen sehr schönen Mehrspielermodus freuen. Dass „Transformers – Autobots“ nichtsdestotrotz über einige urtypische Tücken eines Lizenzspiels stolpert, lässt sich auch bei allem guten Willen nicht verleugnen.

 

Oje, das hat nicht geklappt, Elfenwerk! 2024071321025028bc1d7e
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Transformers – Autobots (Nintendo DS)

von SOftware Pyramide

System: Nintendo DS

USK: Freigegeben ab 12 Jahren gem. 14. JuSchG

ASIN: B0017589O6

Erhältlich bei: Amazon

 

 

 


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Erstellt: 23.06.2008, zuletzt aktualisiert: 21.10.2022 08:12, 6766