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Transformers - Die Rache (Wii)

Rezension von Ingo Gatzer

 

Rezension:

Mit Videospielen zu großen Blockbuster-Kinofilmen ist das so eine Sache. Einigen gelungenen Games steht eine ganze Reihe von Machwerken gegenüber, bei denen offensichtlich nach Begleichung der - meistens recht happigen - Lizenzgebühren anscheinend nicht mehr genug Geld vorhanden war, um anständiges kreatives Personal bezahlen zu können. Welcher Kategorie das von Activision exklusiv für die Nintendo wii entwickelte Spiel Transformers - Die Rache angehört, wird sich zeigen. Immerhin leistete die traditionsreiche Softwareschmiede - man ist immerhin schon drei Jahrzehnte im Geschäft - bei der berühmten Guitar Hero-Reihe wirklich gute Arbeit, sodass man auf ein brauchbares Produkt hoffen darf.

 

Die Transformers sind gigantische außerirdische Roboter, welche sich in Autos, Flugzeuge und ähnliches verwandeln können. Den "guten" Autobots, die mit den Menschen - etwa in Gestalt der geheimen Organisation NEST - kooperieren stehen die "bösen" Decepticons gegenüber. Letzteren ist es gelungen nach ihrer letzten Niederlage unter dem neuen Anführer Starscream ihre Kräfte zu sammeln. Der Überfall auf einen NEST-Transport, bei dem sie ein wertvolles Artefakt erobern, stellt nur den ersten Teil eines neuen, zerstörerischen Plans dar.

 

Punkten kann "Transformers - Die Rache" zunächst durch äußere Werte. Die Grafik der Anfangs- und Zwischensequenzen ist ansprechend, während die des Spielgeschehens immer noch guter Durchschnitt ist. Anders als bei einigen anderen wii-Spielen ist das Spiel komplett Deutsch synchronisiert. Die Sprachausgabe ist kristallklar und die ausgewählten Stimmen sind absolut stimmig, wobei besonders der Erzähler gefallen kann. Die - maschinenartig verfremdeten - Stimmen der Decepticons weisen bösartige Untertöne auf, wie es Transformers-Fans gewohnt sind. Auch die cineastisch angehauchte, abwechslungsreiche Musik und die knackigen Soundeffekte passen ins Gesamtkonzept.

 

Abwechslungsreich ist - zumindest anfangs - das Gameplay geraten. Im Kampagnenmodus, der in zwei Schwierigkeitsgraden gespielt werden kann, steuert der Spieler in Mission 1, Optimus Prime, den Anführer der Autobots, der im freien Fall über Shanghai Decepticons bekämpfen und dem feindlichen Beschuss ausweichen muss. Dann lenkt der wii-Akrobat den Autobot Ironhide, der den Decepticon Demolisher durch Shanghai jagt. Später darf man auch noch Transformers in Gestalt von Autos oder Flugzeugen steuern. Leider gibt es aber in späteren Levels einige Wiederholungen. Zudem gibt es kleine, nicht wirklich überzeugende Minispiele, bei denen man etwa einen Laserstrahl mit Hilfe von verschiebbaren Spiegeln umlenken muss.

 

Weniger gut gelöst ist der Spielaufbau. Anfangs lenkt der Spieler im wahrsten Sinne des Wortes die Geschicke der "guten" Autobots. Später schlüpft er auch in die Rolle der "bösen" Decepticons. So muss man etwa erst mit dem Autobot Bumblebee den Decepticon Sideways verfolgen, danach aber den flüchtenden Sideways steuern. Interessanter und stimmiger wäre es gewesen, wahlweise komplett mit einer der beiden Roboterrassen spielen zu können.

 

Gesteuert wird "Transformers - Die Rache" mittels Remote und Nunchuk. Das funktioniert in der ersten Mission auch noch sehr gut. Mittels Nunchuk weicht man mit der Spielfigur Angriffen aus, während man durch Remote-Bewegungen das Fadenkreuz lenkt und per Knopfdruck seine Waffen verschießt. Auf der Jagd nach Sideways in Level 2 gehen die Transformers aber in den Nahkampf und hier zeigt sich das Spiel von seiner schlechteren Seite. Präzise Hiebe sind kaum durchzuführen. Immer wieder schlägt der Roboter dort hin, wo es der Gamer gar nicht wollte. Zudem ist die Spielsteuerung nicht einheitlich: Es gibt unterschiedliche Tastenbedeutungen und erforderliche Bewegungen für Roboter-, Fahrzeug-, Flug- und Fernwaffensystemsteuerung, wodurch die korrekte Bedienung vor allem anfangs zu einer Herausforderung wird. Hier wäre eine stärkere Vereinheitlichung und Vereinfachungen wünschenswert gewesen. Wie schon bei dem Spiel "Indianer Jones und der Stab der Könige" hat Activision auch hier insgesamt Schwierigkeiten eine überzeugende Steuerung zu implementieren.

 

Das Leveldesign ist nicht schlecht, aber recht konventionell ausgefallen. Dem Spieler obliegt es dem vorgegebenen Weg in der beschnittenen 3D-Welt zu folgen und am Ende der Mission den obligatorischen Endgegner zu bekämpfen. Angesichts immer offener Spielwelten in anderen Games wären hier größere Freiheiten wünschenswert gewesen. Manchmal ist zudem die Darstellungs-Perspektive zudem so ungünstig gewählt, dass Gegner oder Spielfigur nicht oder nur unvollständig sichtbar sind.

 

Die KI ist zumindest teilweise verbesserungswürdig. Denn immer wieder stehen Gegner nur herum und lassen sich von bestimmten Stellen in aller Ruhe aus der Ferne erledigen, anstatt sich der Figur des Spielers zu nähern und den Nahkampf zu suchen.

 

Im Arenamodus besteht die Möglichkeit an verschiedenen Schauplätzen gegen einen menschlichen Mitspieler zu kämpfen. Durch den sich wiederholenden Eingriff von Unterstützungseinheiten handelt es sich aber nicht um einen wirklichen Zweikampf.

 

Als Extras gibt es schön gestaltete Bilder, nostalgische Videos und andere Dinge, die man durch das Aufsammeln von bestimmten Symbolen im Kampagnenspiel freischalten kann. Das ist besonders für Fans eine nette Sache, auch wenn die Videos leider nur in englischer Sprache vorhanden sind.

 

Fazit:

"Transformers - Die Rache" ist ein gefälliges Actionspiel, das in den Bereichen Grafik und Sound überzeugen kann. Schwächen bei Spielaufbau, Steuerung und KI verhindern, dass das Spiel über eine durchschnittliche Bewertung hinaus kommt. Für Fans ist das Game trotzdem sicher keine Fehlinvestition.

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Wii-Spiel:

Transformers - Die Rache

Nintendo wii

Activision, 26. Juni 2009

USK: 12

 

ASIN: B0025VKH1Y

 

Erhältlich bei: Amazon


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Erstellt: 19.08.2009, zuletzt aktualisiert: 16.01.2015 00:58