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Tribal 12, Band 1

Rezension von Christel Scheja

 

Japanische Science Fiction-Mangas bestehen aus einer eigentümlichen Mischung. Zum einen sind sie zum überwiegenden Teil auf einer postapokalyptisch wirkenden Welt angesiedelt, zum anderen spielen Technik und magieähnliche Geisteskräfte eine viel größere Rolle als die Menschen, die sich in dem futuristischen Szenario bewegen. Gerade bei den Shonen Comics, die sich vor allem an junge männliche Leser richten, wird die Action zusätzlich in den Vordergrund gestellt, so dass die meisten Helden eher archetypische Abziehbilder bleiben.

 

Das ist auch bei „Tribal 12“ der Fall. Yuko Osada entführt die Leser in eine Welt, in der sich Gedanken zu etwas Realem manifestieren können, wenn man den entsprechend starken Willen dazu besitzt. All das hat man einer genialen Wissenschaftlerin zu verdanken, die aus einem großen Verlust heraus vor vielen Jahren eine metaphysische Substanz erschuf, durch die man Träume wahr werden lassen konnte.

Durch einen unvorhergesehenen Zwischenfall wurden diese Teilchen in der ganzen Welt verstreut und breiteten sich unaufhaltsam aus. So kam es nach und nach überall zu unerklärlichen Geschehnissen und Monster tauchten aus dem Nichts auf, um ein Haus, eine Straße oder auch eine ganze Stadt zu zerstören.

Während die einen Menschen lernten, aus dem Stoff eine Waffe für sich zu formen oder ohne es zu wissen, dunkle Geschöpfe aus negativen Emotionen heraus in die Welt setzten, beschlossen andere sie auszunutzen, um weiteren Missbrauch zu verhindern. Sie schlossen sich zu den „Tribal 12“ zusammen, tapferen Streitern für die Gerechtigkeit.

Um bei ihnen als Kadett aufgenommen zu werden, muss man eine lange Ausbildung durchlaufen und dazu noch eine schwere Prüfung ablegen. Der Musterschüler Ko begibt sich wegen dieser in eine Stadt, in der die sogenannten „Archaischen“ bereits gewütet haben. Dort lernt er den Jungen Oz kennen, der mit seinem Hund Trava ein Badehaus unterhält und ihn für die Nacht bei sich aufnimmt.

Ehe sie sich verstehen, stecken sie mitten im Geschehen und es erweist sich, dass Oz ein bisher unentdecktes starkes Talent hat, denn er besteht ohne es zu wollen die Prüfung für Ko...

 

Natürlich ist die hinter „Tribal 12“ steckende Idee erst einmal sehr interessant und faszinierend, aber wie in so vielen anderen Mangas für Jungen dient sie nur dazu, um dem actiongeladenen Inhalt einen Hintergrund zu geben und viele spannende wie gefährliche Kämpfe zu ermöglichen. Die „Archaischen“ treten in recht klassischen Formen auf, meistens nehmen sie die Gestalt von Riesenrobotern und echsenartigen Monstern an. Auch die Figuren entsprechen gängigen Archetypen und Klischees.

Ko ist der mustergültige Schüler, der die Theorie perfekt beherrscht, aber Schwierigkeiten mit der Praxis hat und Oz der Held mit dem natürlichen Talent, der noch eine Menge Schulung braucht, um das zu verstehen, was er tut. Wie üblich mögen sich der etwas steife dunkelhaarige Eliteschüler und der wilde Jungen nicht so richtig – aber die Umstände führen schon bald dazu, dass sie einander kennen und schätzen lernen und merken, dass sie sich ergänzen.

 

Heraus kommt ein nicht sonderlich ungewöhnlicher und spannender Action-Comic, der viele Möglichkeiten des Hintergrundes verschenkt und deshalb auch recht oberflächlich bleibt. „Tribal 12“ wird daher vermutlich in erster Linie denen gefallen, die ohnehin mehr die Action als den Hintergrund in Mangas schätzen.

Eure Meinung:


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Comic:

Tribal 12 (Bd. 1)

Autorin & Künstler: Yuko Osada

Aus dem Japanischen von Matthias Wissnet und Josef Shanel

Tribal 12, Vol 1, Japan 2007

Manga-Taschenbuch, 185 Seiten

Egmont Manga & Anime, 04/2009

ISBN-10: 3770470869

ISBN-13: 978-3770470860

Erhältlich bei Amazon


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Erstellt: 28.04.2009, zuletzt aktualisiert: 15.09.2018 12:40