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Trine

Rezension von Björn Backes

 

Nachdem „Trine“ beim Playstation-Debüt bereits mächtig abräumte und als einer der wenigen PS-Network-Titel durch die Bank überzeugen konnte, hat es der Titel aus der erprobten Nobiis-Schmiede nun auch auf den PC gepackt. Wiederholt erlebt man die Dreifaltigkeit der drei Hauptcharaktere und kehrt in das Fantasy-Setting zurück, dass zwar nicht mit vielen innovativen Elementen glänzen kann, dafür aber eine Rahmenpräsentation bietet, die in dieser Sparte ihresgleichen sucht.

 

 

Inhalt:

Die Geschichte von „Trine“ ist dabei schnell erzählt: Amadeus, Pontius und Zoya, die drei Protagonisten des Spiels, haben in der Schatzkammer des Königs zur gleichen Zeit den titelgebenden Zauberstein berührt und sind nun in einem Körper vereint. Dies bedeutet für den Spieler, dass er die individuellen Fähigkeiten der einzelnen Charaktere später situationsabhängig nutzen kann und mittels Transformation beliebig zwischen dem Zauberer, dem schlagkräftigen Ritter und der gewieften Diebin wechseln kann. Diese Eigenschaft wird nun auch dringend benötigt, denn eine böse Macht bedroht das Königreich und beabsichtigt, den Schatten über die Lande ziehen zu lassen. Der König benötigt dringend Unterstützung – und wer könnte hier besser geeignet sein als das Dreigestirn im Einheitskörper…

 

Das Gameplay richtet sich erwartungsgemäß nach den klassischen Vorgaben im Action-Adventure-Bereich. Man wütet taktisch und manchmal auch aggressiv durch die 13 Level-Welten, löst allerhand Rätsel, übt sich bei vielen schier unüberwindlichen Hindernissen in Geduld und nutzt derweil die Eigenschaften der Charaktere je nach Ermessen. Allerdings ist die Aufteilung nie sonderlich knifflig, da beispielsweise Pontius als stolzer Krieger in fast allen Hack&Slay-Einheiten des Spiels eingreifen muss, Zoya immer wieder die Passagen meistern muss, in denen Tempo und Geschicklichkeit gefragt sind, und Amadeus mit seinen magischen Fähigkeiten schließlich dort weiterhilft, wo normale Wege und Mittel versagen.

Was „Trine“ jedoch maßgeblich vom gängigen Standard unterscheidet, ist die 2D-Perspektive, die auf den ersten Blick überholt scheint und die Möglichkeiten des Gameplays einzuschränken droht, am Ende aber ebenso überzeugend umgesetzt wurde, als handele es sich um eine freizügigere 3D-Gestaltung, die man zum Ende hin aber kaum mehr vermisst.

 

Ansonsten bedient man sich, wie bereits erwähnt, größtenteils an üblichen Fantasy-Adventure-Schema: Erfahrungspunkte, hier sogenannte Phiolen, bringen die Charaktere in höhere Profil-Levels, eine ziemlich kunterbunte Schar von Monstern und ungemütlichen Zeitgenossen wartet nur darauf, Bekanntschaft mit Pontius Kräften zu machen, derweil navigiert man schön von links nach rechts bis zum Levelende, und zu guter Letzt dürfen auch die heftigeren Feinde zum Abschluss nicht fehlen, die den potenziellen Reißbrettentwurf vervollständigen. Doch der Schein trügt, denn „Trine“ ist mehr als nur ein schematisches Produkt und bringt alleine schon durch den ständigen Wechsel der geführten Person einige individuelle Eigenheiten, die durchaus fortschrittlich sind und das übliche Party-Gaming im RPG-Segment erfrischend ablösen.

Lediglich das Koop-System ist nicht ganz so doll ausgereift. Hier können bis zu drei Spieler per Netzwerk gemeinsam agieren und jeweils einen der Charaktere führen. Problematisch sind hier jedoch besagte Persönlichkeitswechsel, denn logischerweise verändern sich auch die Begleiter, wenn man seinen eigenen Charakter gerade ummodelliert – und das bringt manchmal Verwirrung und Unruhe ins ansonsten sehr schöne Spielsystem.

 

 

Technik/Grafik:

Die 2D-Grafik ist sicherlich der wichtigste Diskussionspunkt im Hinblick auf das technische Standvermögen von „Trine“, letzten Endes aber auch hinsichtlich der grafischen Performance. Doch was auf dem Papier definitiv eine gewisse Skepsis rechtfertigt, ist in der Praxis absolut prima umgesetzt. Was nicht ganz so doll funktioniert, ist die Integration der Story in die Gesamtpräsentation. Das mag daran liegen, dass einen die klischeeversetzten Inhalte nicht mehr vom Hocker hauen können, in erster Linie ist es aber darauf zurückzuführen, dass die kurzen Wechsel in den dreidimensionalen Raum irgendwie befremdlich anmuten. Nun denn, wenigstens kann man dem Strang bis zuletzt folgen.

Dafür überzeugt „Trine“ jedoch mit einer sehr humorvollen Inszenierung bei der Interaktion der Charaktere, die sich untereinander nicht immer grün sind. Einige verbale Spitzfindigkeiten werden ständig mit auf den Weg gegeben und bereichern das Setting von der ersten bis zur letzten Sekunde ungemein.

 

 

Spielspaß:

Es ist schon erstaunlich, dass eine prinzipiell sehr simpel gestricktes Action-Adventure wie „Trine“ soviel Begeisterung hervorrufen kann. Die Geheimwaffen sind hier aber sicherlich der hohe Unterhaltungswert auf der einen und das anständige Maß an Abwechslung auf der anderen Seite. Hinzu kommen die netten Rätsel, die sich durch den linearen Ablauf ziehen und für den erforderlichen Anspruch sorgen, der in den reinen Action-Elementen manchmal ein Stückweit zu kurz kommt. Insgesamt ist die Mischung aus Fantasy-RPG, Action-Game, Spielwitz und der kleinen Spur von Innovation stark genug, um sich im heiß umkämpften Markt zu behaupten. Und unterm Strich ist es nur das, was zählt!

 

 

Fazit:

Trotz vermeintlicher Beschränkung durch die 2D-Inszenierung ist „Trine“ ein absolut überzeugender Action/Adventure-Mix, dessen vielschichtige Präsentation in Kombination mit dem beträchtlichen Spielwitz als Kaufargumente völlig ausreichen!

 

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MEDIUM:

Trine

System: PC

Designer: Frozenbyte

Publisher: Nobilis

USK-Einstufung: Freigegeben ab 12 Jahren gem. 14. JuSchG

Systemanforderungen:

# Grafikkartentypen: ATI Radeon X800, NVIDIA GeForce 6800

# DirectX Version: 9.0c

# Prozessor: 2.0 GHz

# Arbeitsspeicher: 512 MB

# Festplattenspeicher: 1.0 GB

# Soundkarte: DirectX 9.0c kompatibel

ASIN: B002O27AWS

Erhältlich bei: Amazon


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Erstellt: 11.01.2010, zuletzt aktualisiert: 10.05.2019 10:50