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Trinity Blood (Bd. 4)

Rezension von Martina Klein

 

Die Geschichte ist wie bei den meisten Mangas etwas wirr. Hier der kurze Versuch einer Inhaltszusammenfassung:

 

„In einer fernen Zukunft... Eine furchtbare Katastrophe hat die Zivilisationen auf der Erde ausgelöscht. Da erscheint mit den ‚Vampiren’ plötzlich eine neue intelligente Lebensform auf der Erde. Es kommt zum Krieg mit den Menschen. Kardinal Catherina (von den Menschen) versucht, Verhandlungen mit dem ‚Reich’ (das ist der Vampirstaat) aufzunehmen, was aber misslingt. Als sich auch noch das Amt für Inquisition einmischt, das seine Aufgabe darin sieht, alle Gegner des Vatikans zu vernichten, wird die Lage brenzlig.“ Soviel zur Vorgeschichte.

 

Die Kirche – sprich: der Vatikan – hat ganz offensichtlich die Weltherrschaft übernommen. Wobei sich der Vatikan in dieser Geschichte alles andere als christlich verhält und eher an eine straff organisierte Armee denken lässt. Von den normalen Menschen, die unter diesem Militärregime leben, wird nicht viel erzählt. Aber erst mal weiter zum Inhalt. Hinten auf dem Buch steht dazu:

 

„Kardinal Catherina Sforza bemüht sich (wie gesagt) darum, in Verhandlungen mit dem Reich der Vampire zu treten. Doch dieser Plan scheitert, als Radu Barvon, einer der Abgesandten des Vampirreichs, sich als Verräter entpuppt und der erklärte Vampirjäger Bruder Petros, Leiter der vatikanischen Inquisition, in das Geschehen eingreift. (Schwester) Esther und (Pater) Abel (von der Kirche) gelingt es zunächst, Ion Fortuna, den zweiten kaiserlichen Abgesandten (der Vampire), vor dem Zugriff der Feinde zu schützen, aber dadurch werden die beiden selbst zu Gejagten...“

 

Und nun zu diesem Band, dem vierten der Reihe, und zitiert aus der Verlagsinfo: „Durch den Verrat des Gesandten Radu platzen die Friedensgespräche zwischen dem Vatikan und dem Reich der Vampire. Auch die Inquisition des Vatikans ist nicht wirklich an einer Versöhnung zwischen beiden Parteien interessiert. Kaum haben Pater Abel und Schwester Esther den Gesandten Ion aus höchster Gefahr gerettet, macht die Spezialpolizei – die Carabinieri – schon wieder Jagd auf ihn...“

 

So weit, so gut... es gibt also zwei Parteien: die Menschen und die Vampire. Beide Parteien liegen im Krieg, bisher leider unversöhnlich trotz bereits stattfindender Verhandlungen. Und es gibt einen Verräter: den Vampir Radu. In diesem Band geht es hauptsächlich darum, dass man seine Loyalität testen will. Um zu beweisen, dass er wirklich auf der Seite der konservativen Vampire steht, die gegen den Frieden mit den Menschen sind, verlangt man von ihm, seinen besten Freund und alten Gefährten Ion zu töten, mit dem er zusammen aufgewachsen und der für ihn wie ein Bruder ist.

 

Die Vampire sind sich also untereinander nicht einig darüber, ob sie Verbindungen zu den Menschen wünschen oder nicht. Dennoch schickt Kaiserin Augusta, die Anführerin der Vampire, die beiden Abgesandten Ion und Radu zum Verhandeln zu den Menschen, wobei nur Ion auch wirklich sozusagen „pro Menschheit“ ist und Radu insgeheim „contra Menschheit“, wovon aber offiziell niemand etwas weiß. Für seine Überzeugung ist er zu allem bereit, selbst zum Hochverrat.

 

Es kommt - natürlich! - zum Kampf zwischen den beiden Vampir-Abgesandten. In letzter Sekunde greift der vatikanische Inquisitor Petros ein – und zu guter Letzt auch noch Pater Abel, seines Zeichens Agent des Vatikans, der selbst ebenfalls ein dunkles Geheimnis hat: Wenn er in Schwierigkeiten steckt, kann er sich in den Vampir Kresnik verwandeln, der praktisch unverwundbar und damit noch gefährlicher als alle anderen Vampire zusammen ist. Doch das ist bei diesem Kampf noch (!) gar nicht nötig. Es gelingt auch so zunächst, Radu und Ion zu trennen.

 

Ion ist sehr bedrückt wegen Radus Verrat, hielt er ihn doch für seinen besten Freund. Nachdem man ihn im Vatikan wieder halbwegs gesund gepflegt hat, kommt es zu einer erneuten Konfrontation mit Radu, aber das könnt Ihr ja dann selber nachlesen... Nur soviel: Es gibt ein Gemetzel. Und am Ende siegt: Kresnik – wer sonst! Doch der Sieg schmeckt schal, da zumindest Schwester Esther nun Pater Abels wahre Gestalt erkannt hat: Denn in Wahrheit ist er „ein Monster“!

 

Die Grundlage dieser Manga- und Anime-Reihe bildet eine gleichnamige japanische Vampir-Romanreihe, die im Deutschen ebenfalls bei Panini erhältlich ist.

 

Es wird viel mit religiösen und mythischen Begriffen umhergeworfen, was zu Verwirrungen führen kann, da nicht immer das gemeint ist, was diese Begriffe ursprünglich bedeuten. Dabei ist der oben genannte „Vatikan“ nur ein Beispiel. Die „Inquisition“ hat es auch nicht etwa auf Ketzer abgesehen, sondern vielmehr auf – Vampire! Und die „Vampire“ selbst haben hier auch wenig mit Dracula und Fledermäusen und so zu tun. Nur die Blutrünstigkeit haben sie mit „normalen Vampiren gemeinsam... Naja, und vielleicht noch das Aussehen: Man erkennt trotz des „Schwarzweiß“ der Zeichnungen den blässlichen Ton in den Gesichtern der sogenannten Vampire und ihre blutunterlaufenen Augen.

 

Apropos Grafik: Die Druckqualität ist irgendwie nicht so doll und wirkt manchmal ziemlich „billig“. Die zeichnerische Qualität ist zwar schon besser, aber nicht herausragend. Am gelungensten sind noch die (zahlreichen) Kampfszenen, die wirklich sehr schwung- und kraftvoll ausgearbeitet sind. Manche Seiten scheinen fast zu explodieren. Das ist schon sehr ausdrucksstark.

 

Insgesamt ist dieser Manga qualitativ so im Mittelfeld und eher leicht zu konsumierende Massenware für Freunde des Genres, und dafür ist er mit 7,95 € eindeutig zu teuer!

 

Eure Meinung:


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Comic:

Trinity Blood (Bd. 4)

Autor: Sunao Yoshida

Zeichner: Kiyo Kyujyo

Verlag: Planet Manga (Panini Comics)

Einband: broschiert

Seitenzahl: 180 Seiten

ISBN-13: 978-3-86607-303-6

ISBN-10: 3-86607-303-8

EVT: 21.02.2007

Preis: 7,95 €

Erhältlich bei Amazon


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Erstellt: 30.03.2007, zuletzt aktualisiert: 15.09.2018 12:40