Tripods III - Der Untergang der dreibeinigen Monster (Autor: John Christopher; Sprecher: Torsten Michaelis)
 
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Tripods III - Der Untergang der dreibeinigen Monster von John Christopher

Hörbuch

Autorisierte Lesefassung

vorgelesen von Torsten Michaelis

 

Rezension von Ralf Steinberg

 

Verlagsinfo:

Die Original-TV-Musik und Soundeffekte machen aus dem Hörbuch großes Kino für die Ohren. Nun endlich das langersehnte Finale der Trilogie! Der Kampf der Rebellen gegen die Beherrscher der Erde geht in die letzte Runde.

 

Will und seinen Freunden gelingt es, einen der außerirdischen Unterdrücker gefangen zu nehmen und so mehr über die Verhaltensweisen der fremdartigen Kreaturen zu erfahren. Der Angriff auf die drei Hauptstädte der Tripods steht bevor.

 

Rezension:

Am Ende des zweiten Teils der Tripods-Trilogie kehrte Will aus der Stadt der Tripoden zurück, sein Erfolg wird aber dadurch geschmälert, dass er Fritz zurücklassen musste, was letztendlich seine Schuld war. Daran leidet Will sehr, er beginnt sich im Selbstmitleid zurück zu ziehen und für die Widerstandsbewegung wird es schwer, ihn einzusetzen. Julius, der ihn darauf hinweist, dringt jedoch nicht durch zu Will, der zwar ebenfalls erkennt, dass es so mit ihm nicht weitergeht, sich aber nicht aufraffen kann, etwas dagegen zu tun.

Dabei gibt es dringende Aufgaben für sie alle.

Die Informationen aus der Stadt der Tripoden helfen der Widerstandsbewegung einen Plan zu ihrer Vernichtung auszuarbeiten, dafür jedoch müssen mehr Mitglieder geworben werden, will man alle drei Tripodenstädte gleichzeitig vernichten. Die Zeit drängt, denn in nur vier Jahren ist das Tripodenschiff da, mit jenen Maschinen, die die Erdatmosphäre für die Tripoden umwandeln soll. Das Todesurteil für alle Lebewesen der Erde.

 

Doch als Fritz doch noch im neuen Quartier des Untergrundes auftaucht, bekommt Will seine Probleme in den Griff. Zu Zweit machen sie sich auf, als Händler verkleidet, neue Mitstreiter zu werben.

Will beginnt nicht nur, an seiner Ungeduld zu arbeiten, er entwickelt auch zunehmend Verantwortungsbewusstsein. Den Höhepunkt seiner Entwicklung erreicht er aber erst, als er durch Henry lernt, was es heißt, wirklich für den anderen einzustehen und selbst aktiv eine Rolle in der zukünftigen Gesellschaft zu übernehmen. Die charakterliche Entwicklung, die Will in den drei Bänden nahm, ist umso erstaunlicher, wenn man bedenkt, wie oft die Figur sich selbst und andere in Gefahr brachte. Hier spürt man deutlich den pädagogischen Anspruch, der hinter dem phantastischen Sujet steckt. Auch wenn sich das Werk dadurch hauptsächlich an Jungs wendet und versucht, ihnen die Augen zu öffnen für die Folgen ihres Handeln, ist es doch eine Thematik, die durchaus geschlechtsneutral zu betrachten ist. Es ist nun einmal das Vorrecht der Jugend ungestüm zu sein und dadurch Fehler zu begehen.

 

Doch obwohl auch im dritten Teil Wills Temperament und Ungeduld immer wieder zu Problemen führen, ist die Handlung wesentlich globaler geworden und die Entwicklung von Will nicht das einzige Thema. . Der Blickwinkel wuchs mit der Größe der Aufgaben. So ist ein wesentlicher Punkt die Auseinandersetzung des Autors mit der gesellschaftlichen Verfassung der Widerstandsbewegung und ihre Entwicklung hin zu einer Regierungsform, die die Probleme einer befreiten Erde meistern kann. Dabei spricht er Themen an, wie sie Ende der Sechziger Jahre in Anbetracht einer schwachen UNO stark diskutiert wurden. Der Aufbau einer neuen Gesellschaft bot die Chance, die Fehler der alten zu vermeiden. Die Tripoden konnten die Erde erobern, da Uneinigkeit herrschte. Diese größte Schwachstelle der Menschheit galt es auszumerzen. Der Summer of Love von 1967 steckt ebenso in dem 1968 erschienen The Pool of Fire (The Tripods: Part III), wie der Vietnamkrieg. Letztlich führten auch die Vietnamesen einen aussichtslos erscheinenden Krieg gegen einen übermächtigen Feind. Auch die Vietnamesen waren uneins und wurden überrollt. Der Bezug mag vielleicht an den Haaren herbeigezogen wirken, man muss aber die Entstehungszeit der Tripods beachten, will man verstehen, warum die Diskussionen des Rats und der Delegationen um die neue Verfassung Bestandteil des Werkes wurden. Der Kalte Krieg forderte die Intellektuellen geradezu heraus, sich darüber Gedanken zu machen, welche Konsequenzen eine Teilung der Menschheit womöglich haben könnte und wie ein Gegenentwurf dazu aussehen müsste.

 

Die Hörbuchfassung ist auch für den dritten Teil makellos. Torsten Michaelis verleiht dem Stoff und den Figuren eine Eindringlichkeit, die auch jene Szenen belebt, in denen es nicht um Action, sondern um Politik geht. Er beherrscht Trauer genau so souverän, wie Bitterkeit oder Enthusiasmus. Der bereits gelobte Soundtrack und die akustische Untermalung begleiten die Text sensibel und passend.

 

Fazit:

Tripods III - Der Untergang der dreibeinigen Monster ist der gelungene Abschluss der Hörbuch-Trilogie. Ein würdig vertonter Klassiker der SF, der es verdient, in jedem Bücherregal zu stehen.

Oje, das hat nicht geklappt, Elfenwerk! 20240303172529ce0d98f3
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Hörbuch:

Tripods III - Der Untergang der dreibeinigen Monster

Autorisierte Lesefassung

Autor: John Christopher

vorgelesen von Torsten Michaelis

Patmos, 26. Januar 2007

4 CDs in Box

Alter: ab 12

ASIN: 3491241405

Erhältlich bei Amazon


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Erstellt: 09.07.2007, zuletzt aktualisiert: 12.02.2024 15:44, 4430