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Unschöne Dinge von Mark Del Franco

Reihe: Connor Grey Band 1

 

Rezension von Christian Endres

 

Und schon wieder eine neue Urban Fantasy-Serie: Beim Otherworld Verlag debütierte Ende Oktober US-Autor Mark Del Franco mit seinem Druiden-Ermittler Connor Grey im kompakten Taschenbuch. Und wie das so zum guten Ton des trendigen Genres gehört, ist in Del Francos Weltenentwurf dann auch nichts mehr so, wie es einmal war.

 

Die keltisch inspirierte Anderswelt und unsere Welt sind miteinander verschmolzen. Inzwischen haben sich die Wogen zumindest an der Oberfläche geglättet und hat das Leben einen organisatorischen modus operanti gefunden, mit dem alle Beteiligten die meiste Zeit über zurecht kommen - Rassenkonflikte und eine ungesunde, unruhige Grundstimmung gibt es trotzdem. Allerdings beschränkt man sich nicht auf Konflikte zwischen Menschen und Faien (wie die Elfen, Pixies, Zwerge, Albae und anderen nichtmenschlichen Wesen begrifflich zusammengefasst werden). Auch die einstigen Andersweltler sind einander keineswegs irisch-grün und haben viele ihrer Streitigkeiten mit in die Welt der Menschen geschleppt.

 

Zum Teil über Deutschland und Britannien bis nach Boston, USA. Dort wiederum lebt der sozial in Ungnade gefallene Druiden-Ermittler Connor Grey - einst eine große Nummer bei der Gilde, der Behörde zur Ermittlung in Faien-Fällen - im schmuddeligen Faien-Viertel Weird. Eine tumorartige Schwärze in seinem Kopf – ein Andenken an seinen letzten großen offiziellen Fall - hat Connor magisch fast vollständig sterilisiert. Seiner Karriere ebenso wie seines alten Lebens weitgehend beraubt, hilft er der Bostoner Polizei nun bei Fällen, die für die Gilde zu klein sind, aber trotzdem einen übernatürlichen Touch haben. So auch diesmal, als er zu einer Mordserie hinzugezogen wird, bei der die Opfer allesamt buchstäblich beflügelte Elfen-Stricher sind, die ohne Herzen in dunklen Gassen gefunden werden...

 

Seltsamerweise dauert es recht lange, bis Connor und Co. auf den Trichter kommen, was hinter diesen Morden stecken könnte, und selbst dann ist die nahe liegende Antwort nicht immer die richtige. Die langsame Gangart des ergiebigen Romananfangs hat aber auch ihr Gutes: Die Atmosphäre von Del Fancos Welt erschließt sich dem Leser sehr gut, gleiches gilt für Connors Charakter. Der lakonische, vom Schicksal gebeutelte Druide ist dann auch ein echter Sympathieträger und reiht sich hinter mantelverliebten Kollegen wie Harry Dresden oder John Taylor ein, wobei auch einige Erinnerungen an Mike Resnicks »Einhornpirsch« wach werden.

 

Stilistisch holpert es leider hin und wieder, und manchmal wirkt der Wechsel in der Erzählzeit arg willkürlich und ist mehr als nur irritierend. Davon abgesehen gefällt gerade die Stimmung in Mark Del Francos Boston zwischen Druiden, Pixies und Elfen durchaus.

 

Ein interessanter Serienstart mit Potenzial – allerdings mit einiges an Luft nach oben und dem Bedürfnis nach etwas mehr Sorgfalt in Sachen Stil.

 

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Eure Meinung:

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Buch:

Titel: Unschöne Dinge

Reihe: Connor Grey Band 1

Autor: Mark Del Franco

375 Seiten, Taschenbuch

Otherworld Verlag, Oktober 2008

 

ISBN-13: 978-3-902607-11-9

 

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 10.12.2008, zuletzt aktualisiert: 27.11.2019 19:45