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Unter Golems von Elaine Corvidae

Rezension von Christel Scheja

 

Die amerikanische Autorin Elain Corvidae lebt mit ihrem Mann in der Nähe von Charlotte in North Carolina und hat bereits Dutzende von Fantasy- und Science-Fiction-Romanen veröffentlicht. Von Beruf her ist sie Biologin, in ihrer Freizeit geht sie gerne wandern, hört laute Musik oder genießt auch schon einmal ein gutes Bier. „Unter Golems“ ist der erste ihrer Roman, der in Deutschland erscheint.

 

Verbena ist mit ihrem Leben bisher ganz zufrieden. Sie lehrt Zauberei an der Universität von Giavolo, einer der berühmtesten Akademien des Landes und hat sich zusammen mit ihrem Kollegen Malachit einem gewagten Projekt verschrieben. Gemeinsam erschaffen sie Golems, das heißt Geschöpfe, die halb menschlich und halb Maschine sind. Dafür verwenden sie die Körper verurteilter Verbrecher.

Ihre neuste Kreation, ein Rechengolem taugt sogar dafür, im Krieg eingesetzt zu werden, da er bis zu einem gewissen Grad taktisch denken kann.

Dann aber behaupten die Seher, dass Verbena bald das Ziel eines Anschlags werden könnte, und auch die anderen Lehrer nicht mehr sicher sind. Aus dem Grund heuert die Universität Orks als Leibwächter an.

Zuerst ist Verbena gar nicht so recht von Riyu, dem ihr zugeteilten Kämpfer angetan, doch dann findet sie nach und nach heraus, dass er doch weitaus intelligenter ist als er dachte und sie mit Leidenschaft verteidigt, als es hart auf hart kommt.

Nach einem Anschlag auf die Universität, bei dem einige Lehrer und Studenten ums Leben kommen, weiß Verbena endlich, wie ernst die Lage ist, so dass sie sich mit Riyu aufmacht, den Drahtzieher der Angriffe zu finden.

 

Eines muss man Elaine Corvidae lassen, sie schreibt mitreißend genug, um den Leser zu fesseln und in die Geschichte zu ziehen, nimmt sie sich doch genug Zeit, die Hauptfigur und ihr Umfeld vorzustellen und dabei sehr lebendig wirken zu lassen. Man fühlt sich regelrecht an die Universität versetzt und fiebert durchaus mit der Heldin mit.

Das ändert sich jedoch, als es darum geht, herauszufinden, wer für den Anschlag verantwortlich ist, warum er es ausgerechnet auf Verbena abgesehen hat und woher er ihre Erfindung eigentlich hat.

Die Antwort liegt auf der Hand, die Autorin versucht jedoch, das ganze zu verschleiern, indem sie ihre Heldin samt Ork auf eine Reise schickt und erst einmal ein wenig durch das Land irren lässt. Gerade im zweiten Teil kann das Buch so nicht mehr überzeugen – zu viel Geplänkel, zu wenige konkrete Hinweise dürften manchen Leser unzufrieden machen, dazu kommt noch eine von Zufällen geprägte Auflösung.

Immerhin werden Orks hier ausnahmsweise nicht als stumpfe Barbaren dargestellt – Riyu ist ein erstaunlich intelligenter und mitfühlender Vertreter seiner Art. Ob aber die Liebesbeziehung, die sic nach und nach entwickelt, glaubwürdig genug ist, dass muss jeder wohl für sich entscheiden.

Alles in allem überzeugt „Unter Golems“ zwar am Anfang, beginnt aber ab der Mitte deutlich zu schwächen und löst das Geheimnis viel zu uninteressant auf.

 

Insgesamt bietet „Unter Golems“ so zwar lebendige Beschreibungen sympathischer und facettenreicher Figuren, lässt aber leider schnell in der Handlung nach und kommt so nicht über ein Mittelmaß heraus, auch wenn die zugrundeliegende Idee eigentlich ungewöhnlich genug ist, um mehr daraus zu machen..

 

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Eure Meinung:

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Buch:

Unter Golems

Autor: Elaine Corvidae

Piper Verlag, erschienen Mai 2013

Paperback, 398 Seiten

Übersetzung: Andreas Decker

Titelbild: Sophie Freiwald

ISBN-10: 349226929X

ISBN-13: 978-3492269292

Erhältlich bei: Amazon

Kindle Edition

ASIN: B00ADL4RU0

Erhältlich bei: Amazon

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Erstellt: 25.09.2013, zuletzt aktualisiert: 27.11.2019 19:45