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Urzeitkrieger - Anatomie der Saurier

Filmkritik von Christel Scheja

 

Seit die Computertechnik in den 1990er Jahren stark zugelegt hat, sind Dinosaurier-Dokumentationen nicht aus dem Fernsehen wegzudenken. Denn für viele Zuschauer ist es reiner Nervenkitzel, Tyrannosaurus Rex und Co in voller Aktion zu sehen und nicht nur als Knochen oder leblose Rekonstruktionen im Museum.

Waren die frühen Serien und Filme noch reine Übersichten oder konzentrierten sich auf wenige Saurierarten oder bestimmte Zeiträume mit Flora und Fauna, ist man in den letzten Jahren dazu übergegangen, spezielle Aspekte zu betrachten.

 

Das ist auch bei „Urzeitkrieger – Anatomie der Saurier“ der Fall. Neuere Funde und bessere Rekonstruktionen, die auch die Anatomie noch lebender Tiere miteinbeziehen, machen es heute möglich, mittels Computerprogrammen darauf zu schließen, wie sich die Saurier, egal ob Fleisch- oder Pflanzenfresser eigentlich bewegt haben.

Die vier vorliegenden Folgen widmen sich dabei unterschiedlichen Aspekten. Was hat die Saurier zu Überlebenskünstlern gemacht? Waren es wirklich nur scharfe Reißzähne und eine gepanzerte Haut, oder gehört vielleicht noch mehr dazu?

Die Doku verrät, dass auch der Tyrannosaurus Rex in seiner Kindheit viele Feinde fürchten musste, vor allem aus der Luft. Nur gut, dass die Kleinen nicht ganz alleine waren – denn im Gegensatz zu vielen anderen Arten haben sich die Tyrannosaurier um ihre Brut gekümmert, und sie beschützt, aber auch versorgt, bis die Jungen sich selbst durchschlagen konnten.

In „Perfekte Raubtiere“ werden die Fleischfresser genauer unter die Lupe genommen. Wie konnte etwa der wenige Deinonychus zum gefährlichren Jäger werden, der sogar viel größeren Tieren zu Leibe rückte. Welche Waffen begünstigten die Fleischfresser beim Erlegen ihrer Beute? Waren das Gebiss ausschlaggebend oder eher die Klauen? Und welche Bedeutung kam den Sehnen und Muskeln des Halses zu?

„Starke Verteidiger“ finden sich unter den Pflanzenfressern. Diese werden nicht nur durch ihre schiere Masse und die dicke ihrer Haut geschützt – einige sind auch stark gepanzert und haben oft genug auch Waffen zur Verteidigung, mit denen sie durchaus auch einer größeren Raubechse den Schädel einschlagen konnten – man denke dabei nur an den Stegosaurus und seine Artverwandten, die auch die Tyrannosauren nicht unbedingt fürchten mussten.

Und nicht zuletzt begünstigt die Evolution den „Erfolg über Generationen“. Wie entwickeln sich Saurier über die Jahrhunderttausende weiter? Ab wann werden sie selbst Opfer und Angehörige einer aussterbenden Art? Die letzte Folge widmet sich den nicht zu übersehenden Entwicklungen der Natur, die immer stärkere und perfektere Kämpfer hervor bringt.

 

Interessanterweise konzentriert sich auch diese Dokumentation erst einmal auf die beliebtesten und bekanntesten Dinosaurierarten, vermutlich weil für die meisten Zuschauer der Tyrannosaurus durch seine Größe als Inbegriff des Monsters steht, obwohl er nicht unbedingt der erfolgreichste Jäger war. Diesen Platz nehmen inzwischen andere – wenn vielleicht auch nicht so beeindruckende Arten ein.

Die Dokumentation glänzt mit ihren Computersequenzen, die noch einmal Kreidezeit und Jura wiederaufleben lassen und die Dinosaurier im alltäglichen Überlebenskampf zeigen. Dabei stehen zwar zuerst die Fleischfresser im Mittelpunkt, aber die Folgen lassen auch nicht außer acht, dass sich viele Pflanzenfresser durchaus ihrer Haut wehren und ihre Angreifer in einen leblosen Kadaver verwandeln konnten, wenn diese nicht rechtzeitig aufgaben.

Interessant werden die anatomischen Entwicklungen nachvollzogen, die Vorteile beim Aufspüren der Beute oder der hungrigen Feinde verschafften, seien es nun ein ausgeprägter Geruchssinn oder eine erstaunliche Sehkraft.

Neben den Animationen gibt es auch Vergleiche mit heutigen Tieren, die in ihrem Jagd- oder Verteidigungsverhalten ganz ähnlich verfahren. Forscher kommen zu Wort und ergänzen die Bilder mit den entsprechenden Informationen.

Die Dokumentation scheut sich nicht, dass ganze etwas reißerisch aufzubereiten und in Szene zu setzen. Dennoch gelingt der Spagat zwischen reiner Effekthascherei und informativer Sendung. Es wird nicht all zu viel wiederholt, und wenn Animationen noch einmal verwendet werden, hat das meistens einen Grund.

Alles in allem lassen sind die Folgen unterhaltsam aufbereitet, nicht zu trocken und wissenschaftlich, aber auch nicht nur aus reinen Schauwerten bestehend wie andere Dokumentationen, die sich diverse Inhalte ebenfalls schon einmal angenommen haben.

 

Das macht „Urzeitkrieger“ zu einer durchaus sehenswerten Dokumentation für alle Dinosaurier-Freunde. Man bekommt es nicht nur mit einem Jurassic-Fight-Club zu tun, in dem die perfekten Killermaschinen präsentiert werden sondern bekommt auch interessante weitere Details und nicht zuletzt die Gründe dafür präsentiert. Das macht die Folgen durchaus sehenswert, auch wenn natürlich auch die Action-Freunde nicht zu kurz kommen.

 

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Oje, das hat nicht geklappt, Elfenwerk! 202302051915070ea00b78
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DVD:

Urzeitkrieger - Anatomie der Saurier

USA 2010/11

4-teilige Dokumentation

Format: Dolby, PAL

Sprache: Deutsch (Dolby Digital 5.1)

Region: Region 2

Bildseitenformat: 16:9 - 1.77:1

FSK: 12

Polyband, 27. Mai 2011

Spieldauer: 180 Minuten

 

ASIN: B004N38AZ2

 

Erhältlich bei: Amazon

 


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Erstellt: 25.06.2011, zuletzt aktualisiert: 02.08.2022 20:01