V wie Vendetta
 
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V wie Vendetta

Rezension von Markus K. Korb

 

Mit dem Namen Alan Moore verbinden sich großartige Comic-Serien, wie beispielsweise „Die Liga der außergewöhnlichen Gentleman“ (verfilmt unter der Mitwirkung von Sean Connery) oder „From Hell“ (verfilmt mit Johnny Depp). Seine Autorenschaft bei „Swamp Thing“ ist ebenso legendär wie seine Mitwirkung bei den „Watchmen“-Comics.

David Lloyd ist als Zeichner neben seiner Kollaboration mit Alan Moore vor allem hierzulande durch seinen Pinselstrich bei „War Story“ bekannt.

Beide schufen mit einer ganz bestimmten Comic-Serie eine Legende, die demnächst in die deutschen Kinos kommt, verfilmt von keinen geringeren als den Wachowski-Brüdern, den Machern von „Matrix“. Die Rede ist von „V wie Vendetta“. Nun ist passend zum demnächst anstehenden Kinostart des Films das Comic bei Panini-Comics als dickes Album aufgelegt worden.

 

Inhalt:

London, 1997. Nach einer atomaren Katastrophe herrscht ein faschistisches Regime über Großbritannien, das nahezu alle Bereiche des persönlichen Lebens der Bevölkerung überwacht. Doch es gibt eine Ausnahme.

Ein Phantom schleicht durch die Gassen Londons. Es trägt die grinsende Maske sowie Umhang und Hut von Guy Fawkes, einer historischen Person, die zusammen mit einer Gruppe von Verschwörern im Jahr 1605 versuchte das House of Parliament in die Luft zu sprengen. Der Name ist Programm.

Das Phantom nennt sich „V“ und hat es sich zur Aufgabe gemacht, das faschistische Regime Großbritanniens zu stürzen. Dazu bedient es sich verschiedener Mittel. Mal ist es das Sprengen einer Justitia-Statue, mal eine Entführung mit anschließender Hirnwäsche. Denn eines wird recht schnell klar – „V“ ist selbst ein Opfer des Regimes gewesen...

 

Kritik:

Die Geschichte von Alan Moore über das Phantom „V“ und seinen Kampf gegen das faschistische Großbritannien im fiktiven Jahr 1997 entstand bereits 1981 und erreichte bald epische Ausmaße. Der Erfolg des Comics war enorm und katapultierte Alan Moore an die Spitze der britischen Comic-Autoren. Für „V wie Vendetta“ erhielt er sogar den „British Eagle Award“.

Das Comic erzählt seine Story in kleinen Happen, die zusammengenommen eine großangelegte Serie ergeben. Dabei ist hervorzuheben, dass es immer wieder Szenen gibt, welche die Storyhappen verbinden, so dass Kontinuität sowohl von Seiten des Phantoms als auch von Seiten seiner Gegner gegeben ist. Die Geschichte ist zutiefst politisch, getragen von einem trotzigen Anarchismus, der nicht gewillt ist gegen alle Widrigkeiten aufzustecken. Sie ist ein Fanal zum Widerstand gegen den Faschismus in allen seinen Variationen. In ihrer Breite ist sie hervorragend gelungen und erreicht die Ausmaße eines Romans.

Dahingegen können die Zeichnungen von David Lloyd nicht gänzlich überzeugen. In ihren konservativ gesetzten Panels, die nur selten das rechteckige Quadrat verlassen, wirkt der Pinselstrich von Lloyd ein wenig zu konventionell. Die Zeichnungen sind von der Qualität her topp – aber das macht nicht ihre doch recht schnell ermüdende Gleichförmigkeit wett.

Das Album ist mit einem Vorwort von Alan Moore ausgestattet und bietet durch zwei Viten von Autor und Zeichner ein wenig Einblick in deren Schaffenswerk.

 

Oje, das hat nicht geklappt, Elfenwerk! 202404240002158b0f927e
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Comic:

V wie Vendetta

von Alan Moore, David Lloyd

Broschiert - 288 Seiten - Dino Entertainment

Erscheinungsdatum: Januar 2006

ISBN: 3833213841

Erhältlich bei Amazon


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Erstellt: 22.02.2006, zuletzt aktualisiert: 28.12.2022 16:07, 1901